Leichtathletik: Holzdeppe springt mit 5,61 Metern auf Rang vier – Werrmann Fünfter

Den zwei „alten Hasen“ im Meeting-Geschäft, Raphael Holzdeppe und Jens Werrmann, ein Schnippchen geschlagen hat gestern Mittelstrecklerin Aline Krebs vom LAZ. Sie lief über 1500 Meter neue deutsche Jahresbestleistung.

Zweibrücken/Karlsruhe. Ein Lauf, zwei Jahresbestleistungen: Die Äthopierin Gelete Burka war einer der Stars gestern beim BW-Bank-Meeting in Karlsruhe. In 4:03,92 Minuten lief die Favoritin Jahresweltbestleistung über 1500 Meter. Vierte in diesem Lauf wurde Aline Krebs vom LAZ Zweibrücken – in neuer deutscher Jahresbestleistung von 4:17, 73 Sekunden. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell wird. Meine Bestleistung vorher betrug 4,28 Minuten“, erzählte die 21-Jährige nach dem Rennen immer noch ganz aufgeregt. „Ich wusste, dass Gelete Burka unter vier Minuten laufen kann. Deshalb war die Marschroute meines Trainers, dass ich mich erstmal zurückhalten sollte. Auf den letzten 700 Metern habe ich dann noch mal versucht, das Letzte aus mir herauszuholen. Vielleicht hätte ich den Schlussspurt noch ein wenig früher ansetzen sollen. Aber mein Ziel war es, 4,20 Minuten zu laufen und das habe ich ja auch sehr gut geschafft“, sagte die LAZ-Läuferin. Die Rolle als zurzeit schnellste Deutsche über diese Strecke mag sie nicht so recht annehmen. „Man fühlt sich nicht anders als vorher. Wir warten jetzt erst einmal ab, was die anderen bis zur Deutschen Meisterschaft laufen. Und eigentlich laufe ich ja auch eher die 800 als die 1500 Meter“, betont Krebs. Ob sie am kommenden Wochenende beim Pokal der Freundschaft teilnimmt, einem Länderkampf verschiedener Regionalverbände aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Frankreich und Luxemburg, steht noch nicht fest. Weitere Meetings wird sie aber nicht bestreiten bis zur Deutschen Meisterschaft in vier Wochen.

„Das war schönes Kino, was Svoboda abgezogen hat.“

LAZ-Hürdensprinter Jens Werrmann über den neuen Weltjahresbesten Petr Svoboda

Gleich zwei Mal ist Hürdensprinter Jens Werrmann vom LAZ Zweibrücken beim Meeting in Karlsruhe gestern persönliche Bestleistung gelaufen. Zunächst 7,77 Sekunden im Vorlauf, dann 7,75 Sekunden im Endlauf, den der Tscheche Petr Svoboda mit neuer Weltjahresbestleistung von 7,50 Sekunden vor dem US-Amerikaner Allen Johnson (7,58 Sekunden) gewann. „Das war ein fantastischer Saisoneinstieg“, meinte Werrmann. Und dennoch: „Es hätte noch ein bisschen besser laufen können“, haderte der 25-Jährige ein wenig mit dem Wettkampf. Im Endlauf hatte der Bundespolizist zwar gemeinsam mit Svoboda die schnellste Reaktionszeit, sackte aber beim zweiten Beschleunigungsschritt ein wenig ein, wie er sagte. „Bis zur zweiten Hürde war ich deshalb etwas zu langsam, aber danach sehr schnell unterwegs.“ Als Fünfter kam er in dem international besetzten Feld schließlich ins Ziel, als schnellster der zwei Deutschen. Mathias Bühler wurde Siebter in 7,82 Sekunden. „Das war schönes Kino, was Svoboda abgezogen hat“, zeigte sich Werrmann begeistert vom Lauf des neuen Weltjahresbesten. Für den Zweibrücker geht es schon am Mittwoch weiter mit dem Meeting in Düsseldorf.

Nach seinem Saisonauftakt in Cottbus mit 5,40 Metern gesteigert hat sich Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. In Karlsruhe übersprang er 5,61 Meter im dritten Versuch und wurde damit Vierter, höhengleich mit dem Sieger Roman Mesnil (Frankreich) und den Platzierten Malte Mohr und Alexander Straub. Erst ein Stechen zwischen den drei Springern, die die gleiche Anzahl an Fehlversuchen hatten, entschied über Sieger und Platzierte. 5,66 Meter hatte Holzdeppe noch ausgelassen, 5,71 Meter erwiesen sich dann als zu hoch für den Junioren-Weltmeister. „Ich bin zufrieden mit meinem Wettkampf, es geht bergauf. Ich brauche immer ein paar Wettkämpfe, um in meinen Rhythmus reinzukommen“, freute sich der 20-Jährige. Auch für ihn geht es schon am Mittwoch weiter in Düsseldorf.

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe
Raphael Holzdeppe kommt in dieser Hallensaison langsam in Fahrt. In Karlsruhe übersprang er 5,61 Meter. Foto: Iris Hensel