Jahresrückblick

Zweibrücken ist seinem Ruf als Sportstadt treu geblieben. Sportliche Botschafter bei nationalen und internationalen Wettkämpfen waren vornehmlich Athleten des LAZ und der Wassersportfreunde.

Der leistungsorientierte Sport macht eine Stadt liebenswert, selbstbewusst und zeigt, dass es eine gesunde Stadt ist“, erklärte Thomas Wolf, stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes für Sport, bei der Sportler-Ehrung der Stadt Zweibrücken. Wenn nun die Erfolge der Athleten in den verschiedenen Sportarten in diesem Jahr zurate gezogen werden, so darf vorbehaltlos behautet werden, dass die Athleten mit ihrer Stadt eine liebenswerte Gemeinschaft eingegangen sind. Die Stadt sorgt für die Infrastruktur der verschiedenen Sportstätten, und die Athleten bedanken sich dafür, dass sie als unentgeltliche Botschafter für ihre Stadt auftreten.

Zu den erfolgreichsten Vereinen haben erneut das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken und die Wassersportfreunde (Wsf) Zweibrücken gezählt. Dem Bundesleistungszentrum ist es erneut gelungen, Athleten zu Welt- und Europameisterschaften zu schicken. Bei diesen internationalen Wettkämpfen wurden auch Medaillen von Gold bis Bronze errungen. So war das Bundesleistungszentrum, das neun Kaderathleten des DLV in seinen Reihen hat, mit zwei Stabhochspringern, Raphael Holzdeppe und Kristina Gadschiew, bei der WM im südkoreanischen Daegu vertreten. Die 27-jährige Studentin belegte mit 4,55 Meter den zehnten Platz und hat damit die Erwartungen ihres Heim- und Bundestrainers Andrei Tivontchik erfüllt. Der internationale Durchbruch war der Hornbacherin bei der Hallen-EM im März in Paris gelungen, als sie sich die Bronzemedaille mit 4,65 Meter gesichert hatte.

Stabhochspringerin Kristina Gadschiew krönte ihre Leistung mit Bronze bei der Hallen-EM
Kristina Gadschiew krönte ihre Leistung mit Bronze bei der Hallen-EM. Foto: dpa

Der 21-jährige Soldat der Bundeswehr-Fördergruppe Mainz, Raphael Holzdeppe, der 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking Achter geworden war, scheiterte dagegen in der WM-Quali. Bei der DM in Kassel war er Fünfter geworden, hatte aber als Einziger neben Malte Mohr die WMNorm von 5,72 Meter übersprungen. Der Zweibrücker, der mit Daniel Clemens bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft einen Doppelsieg feierte, hatte als Titelverteidiger bei der U 23-EM den sechsten Platz belegt.

Der Shootingstar des LAZ war erneut Speerwerfer Till Wöschler, bis ihn eine Ellenbogenverletzung bei seinem überlegenen Sieg bei der U 23-EM aus dem Rennen warf. Neben der DM musste er auch auf die WM in Daegu verzichten. Der 20-jährige Bundeswehrsoldat knüpfte nahtlos an die letztjährigen Erfolge an. Unter Trainer Matthias Brockelt wurde er Deutscher Juniorenmeister und steigerte seine Bestleistung als Sieger der U 23-EM auf 84,38 Meter. Mit dieser Leistung hat er sich in die internationale Spitze katapultiert und gehört wie Gadschiew und Holzdeppe zum Top-Team-Kader des DLV für die Olympischen Spiele 2012 in London.

Vielleicht kann auf diesen Zug auch noch der 110-Meter-Hürdensprinter Marlon Odom, der von Karl-Heinz Werle trainiert wird, aufspringen, nachdem er nur knapp an der WM-Norm gescheitert war. Der 28-Jährige gehört zweifellos zu den besten deutschen Stilisten, doch darf sich der zweifache Familienvater, dessen Bestleistung bei 13,50 Sekunden steht, nicht zu stark unter Druck setzen. Abzuwarten gilt, wie Speerwerfer Alexander Vieweg, der ab Januar nach fünf Jahren beim SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken wieder für das LAZ startet, seine schwere Schulterverletzung auskuriert hat. Optimismus strahlt der 25-Jährige aus, wieder an seine Bestleistung von 83,27 Meter heranzuwerfen, die Maßstab für die Olympiateilnahme 2008 in Peking waren.

Verlassen wird dagegen das LAZ die Mittelstrecklerin Aline Krebs. Die 23-jährige Lehramtsstudentin wechselt mit Trainer Thomas Zehfuß zum LAZ Saarbrücken. Die Einöderin, die bei der DM über 800 Meter Vierte geworden war, steigerte ihre Bestleistung bei ihrem Debüt im Nationaltrikot in Nizza auf 2:04,17 Minuten.

Beim Stabhochsprung-Nachwuchs hat Daniel Clemens den größten Sprung nach vorne gemacht und seine Bestleistung auf 5,50 Meter gesteigert. Allerdings scheiterte der 19-jährige Bundeswehrangehörige als Deutscher Junioren-Vizemeister bei der U 20-EM an seinen Nerven. Vertreten war das LAZ auch bei der U 18-WM in Lille, wo Lukas Hallanzy sich für das Finale qualifizierte und Siebter mit 4,80 Meter wurde.

Abgerundet wurde die Erfolgsserie der Stabhochspringer von Johanna Felzmann und Nils Crauser, die sich bei der inoffiziellen DM der Schüler, dem Deutschland-Cup, unter Trainer Helmut Kruber den Titel errungen hatten.

Die Aufzählung dieser internationalen und nationalen Erfolge zeigt, dass das Konzept des LAZ aufgegangen ist, sich auf den Stabhochsprung, Hürdensprint und Speerwurf zu konzentrieren.

Till Pallmann
Till Pallmann
Foto: Kissel

Ähnlich dem LAZ sind die Wassersportfreunde Zweibrücken ein unerschöpflicher Talent-Pool für den Saarländischen Schwimm-Bund. Erneut trugen die Zweibrücker den Gesamtsieg im Mannschaftswettbewerb davon, nachdem die Herren Erster und die junge Damen-Equipe Zweiter geworden war. Zu den herausragenden Schwimmern zählt Till Pallmann. Der 19-jährige Freistilspezialist schaffte die herausragende Leistung bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Bonn, als er in der offenen Klasse über 400 Meter den zehnten Platz belegte. Sein erfolgreichstes Jahr krönte der Abiturient am Helmholtz-Gymnasium mit der Berufung in die Junioren-Nationalmannschaft im Dezember und den Start in den USA. Sein zwei Jahre älterer Bruder Neil trat wegen seines Studiums etwas kürzer, während der 15-jährige Felix Bartels sich bei der Freiwasser-DM in Rostock die Goldmedaillen über 2,5 und fünf Kilometer sicherte. Der ehemalige Deutsche Jahrgangsmeister im Brustschwimmen, Frank Schmidt, gehört trotz seiner Doppelbelastung bei der Polizei noch zu den stärksten Brustschimmern auf der Kurzbahn im Saarland und erreichte zudem noch das BFinale bei der DM.

Bei den Damen wachsen mit Marlene Hüther und Nele Suthoff zwei hoffnungsvolle Talente im Jahrgang 1998 heran. Mit der Mannschaft der SSG Saar Max Ritter wurden sie Deutsche Vizemeister bei der Jugend. Die Dietrichingerin Hüther gehört mit ihrer Vielseitigkeit, unter anderem stellte sie über 50 Meter und 100 Meter Brust deutsche Altersklassenrekorde auf, zu den Besten ihres Jahrgangs, und sie hat mittlerweile alle Wsf-Vereinsrekorde in ihrem Besitz. Nele Suthoff überzeugt dagegen als Rückenspezialistin. Die beiden besuchen, wie die ein Jahr ältere Vanessa Dehaut das Sport-Gymnasium Rotenbühl in Saarbrücken. Komplettiert wird das Team durch Nathalie Didion aus Kirrberg. Die Stadtmeisterschaften im Dezember haben gezeigt, dass die Wsf auch künftig keine Nachwuchssorgen haben werden.

Wsf-Triathlet Jörg Panter hat sein erfolgreichstes Jahr mit der zweiten WM-Teilnahme auf Hawaii gekrönt, als er erstmals mit 9:53:12 die Zehn-Stunden-Marke unterbot. Beim Ironman in Klagenfurt im Juli hatte der 45-jährige Bexbacher in Bestzeit von 9:05 Stunden in der Altersklasse 45 bis 49 die Fahrkarte gelöst.

Dass in den Vereinen wertvolle Kärrnerarbeit von unzähligen ehrenamtlichen Helfern geleistet wird, hat der Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ bewiesen. Erstmals waren das Helmholtz-und das Hofenfels-Gymnasium beim Frühjahrsfinale im Mai in Berlin mit vier Mannschaften vertreten. Nur um einen Punkt verfehlten die HGJungen im Jahrgang 1998 bis 2000 im Turnen den Bundessieg. In der gleichen Altersklasse wurde die Riege des HFG Fünfter. Als Vierte schrammten die HFG-Tischtennismädchen (Jg. 1994/95) nur knapp an einem Podestplatz vorbei. Zufrieden waren auch die Handball-Jungen des HG im gleichen Alter mit dem elften Platz im Kampf gegen die Landesauswahlmannschaften.

Johanna Becker
Johanna Becker
Foto: rayer

Diese vier erfolgreichen Schulmannschaften symbolisieren die Basisarbeit in den Vereinen, die von den Schulen nie und nimmer geleistet werden können. Die Turnerinnen stützen sich vornehmlich auf die VT Zweibrücken, nachdem sich bei der VT Contwig die leistungssportorientierte Riege aufgelöst hat und Teile samt Trainerin zum TV Kirrberg gewechselt sind. Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften haben die VTZ-Riegen mit einer Gold- und Silbermedaille bei den Mädchen an erfolgreiche Zeiten, unter anderem mit Johanna Becker, angeknüpft. Die 21-jährige Studentin unterstrich ihre Vielseitigkeit als Titelverteidigerin bei der DM im Jahn-Neun-Kampf. Aber auch bei den Jungen boomt es, was VTZ-Präsident Otto Graßhoff auf die qualifizierten Trainer, wie Sonja Rayer und Andreas Bischof, zurückführt. Allerdings musste die VTZ, die ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert hat, ihre Skaterhockey-Abteilung im Januar endgültig auflösen, nachdem keine geeignete Halle gefunden wurde.

Erstmals in der Geschichte der Bickenalbtaler Tischtennisfreunde Zweibrücken hatten sich die Schülerinnen für die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften qualifiziert und wurden Siebte. In die Annalen des TV Rieschweiler geht auch die Deutsche Meisterschaft der Schüler im Prellball ein.

Zu den besten deutschen Junioren zählt Felix Drumm vom Radsportclub Zweibrücken. Der 17-jährige Mörsbacher, der von Olympiasieger Andreas Walzer aus Homburg gecoacht wird, fährt im Bundesliga-Team Rheinland-Pfalz und führt die Cross-Wertung im Deutschland-Cup an. Nach seinem Debüt im Nationaltrikot beim Cross-Welt-Cup im belgischen Koksijde im Dezember hofft er, sich für die WM Ende Januar zu qualifizieren.

Die Welt-Elite der Radjunioren war im August bei der 24. Trofeo Karlsberg, die wieder einen Abstecher in die Westpfalz gemacht hat, im Saarland zu Gast. Sieger wurde der Franzose, Pierre-Henri Lecuisinier, der sich im September die Junioren-Weltmeisterschaft in Dänemark sicherte.

Auf der Zweibrücker Rennwiese dröhnten im Juli beim 54. Internationalen Grasbahnrennen wieder die Motoren, nachdem 2010 das Rennen aus Sicherheitsgründen abgesagt worden war. Rund 4000 Zuschauer sahen den Sieg von Bernd Diener im Kampf um die „Silberne Rose“.

Seine fahrerische Klasse demonstrierte Timo Bernhard vom Motorsportclub Homburg. Er gewann zum fünften Mal in sechs Jahren auf seinem Porsche das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Die Saison der Deutschen Rallye-Meisterschaft beendet er auf Platz elf. Uwe Lang hieß der Sieger des 38. ADACBergrennens, das vom Automobilclub ausgerichtet wurde. Der Luxemburger Guy Demuth stellte mit 1:06,70 Minuten einen neuen Streckenrekord auf der 2,6-Kilometer-Strecke auf.

Kirsten Schmitt
Kirsten Schmitt
Foto: fröhlich

Über mangelnden Zuspruch konnte sich auch der Pfälzische Rennverein Zweibrücken nicht beklagen. An den Renntagen im April und Juni wurden jeweils 4000 Besucher gezählt. Einen Sahnetag hatte der Bottenbacher Besitzertrainer Christian Peterschmitt im Frühjahr mit drei Siegen erwischt. Auch die Deutsche Meisterin der Amateur-Reiterinnen, Kirsten Schmitt, reihte sich in die Siegerlisten ein. Die 42-Jährige wird allerdings zum Jahresende ihre einzigartige Karriere nach 16 Jahren beenden.

Die Stambacher Senioren-Schützen Gottfried Büffel, Otmar Scherer und Gerhard Stöckle verteidigten bei der DM in der Disziplin Luftgewehr Auflage mit 861 Ringen ihren Titel. Den sechsten Platz bei der DM belegten die A-Jugendkeglerinnen der SG Dellfeld/Zweibrücken als Rheinland-Pfalz-Meister mit 1198 Holz.