Kristina Gadschiew vom LAZ Zweibrücken ist am Ziel ihrer Wünsche. Die 28-jährige Stabhochspringerin sicherte sich am Samstag in Dortmund ihre erste Deutsche Meisterschaft mit 4,40 Metern.

Zweibrücken/Dortmund. „Ich habe es noch gar nicht genau realisiert, dass ich am Samstagnachmittag in Dortmund erstmals in meiner langen Karriere Deutsche Meisterin geworden bin“, bekannte gestern Morgen in Hornbach die Stabhochspringerin des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken, Kristina Gadschiew. Die 28-jährige EM-Dritte von Paris 2011 hat mit dem Titel mit übersprungenen 4,40 Metern in der Helmut-Körnig-Halle ihrer Karriere die Krone aufgesetzt.

Damit hat sich die Jahresbeste der deutschen Stabhochspringerinnen mit 4,55 Metern zugleich für die Europameisterschaften in Göteborg an diesem Wochenende qualifiziert. „Es war ein schwieriger und ganz komischer Wettkampf“, bekannte die Lehramtsstudentin für Sport und Chemie an der TU in Kaiserslautern.

Anlaufprobleme

„Ich musste mir den Titel regelrecht erkämpfen“, bekannte sie. Wobei sie vor allem im Anlauf erhebliche Probleme hatte und im ersten Abschnitt jeweils zu schnell anlief. Die Schwierigkeiten der Hornbacherin lassen sich auch an ihren Fehlversuchen ablesen. Bereits ihren ersten Fehlversuch hatte sie bei 4,25 Metern. Bei 4,35 Metern musste sie mächtig zittern, ehe der Schützling von Bundes- und Heimtrainer Andrei Tivontchik die Höhe im dritten Versuch meisterte. Als sie dann im zweiten Versuch die Siegeshöhe von 4,40 Metern überwand und bereits als Meisterin feststand, kam das für sie gänzlich überraschend.

Nicht großartig hinterfragen wollte Kristina Gadschiew ihre 4,40 Meter und sich auch nicht ihre Freude darüber trüben lassen, dass die ebenfalls als Titelanwärterinnen gehandelten Lisa Ryshich (ABC Ludwigshafen und Katharina Bauer, die ebenfalls schon die EM-Norm gesprungen war, schon an ihrer Anfangshöhe gescheitert waren. „Ich habe mehr gegen mich als gegen die Konkurrenz kämpfen müssen“, bilanzierte Kristina Gadschiew und lacht. „Die Leistung, um den Titel zuerringen, habe ich abgerufen. Allein das zählt“, bekannte sie freudestrahlend. Michaela Donie, die deutsche Vizemeisterin bei der U 20, musste sich als Sechste mit 4,05 Metern begnügen.

Knapp an einer Medaille ist der LAZ-Hürdensprinter Marlon Odom als Vierter vorbeigelaufen. Kleiner Trost für den 30-Jährigen, dass er sowohl im Vorlauf mit 7,83 Sekunden als auch im Finale (7,82) neue persönliche Bestzeiten aufstellte. „Es ist nicht ganz rund gelaufen, aber es sind Fortschritte erkennbar“, erklärte Trainer Karl-Heinz Werle. Mit der Medaillenvergabe und der EMNorm von 7,68 Meter hatte aber der Deutsch-Amerikaner nichts zu tun. „Wir nehmen in die Sommersaison mit, dass Marlon mit dem 7er-Rhthmus vom Start bis zur ersten Hürde immer besser zurechtkommt“, lautete das Fazit Werles, der bei seinem Schützling aber noch Defizite in den Kraftwerten ausgemacht hat. „Da ist noch etwas zu machen“, wie er bei einem Vergleich mit einem italienischen Spitzenläufer festgestellt hat, der derzeit mit Marlon Odom beim LAZ trainiert.

EM ohne Raphael Holzdeppe

In einem hochkarätigen Wettkampf belegte gestern Nachmittag der Olympiadritte von London im Stabhochsprung, Raphael Holzdeppe, den fünften Platz. Der Wahl-Münchner musste sich trotz einer Leistungssteigerung gegenüber den jüngsten Wettkämpfen mit 5,70 Meter begnügen. Damit verpasste der 23-Jährige die Quali für die EM in Göteborg, zu der nun Meister Björn Otto (5,85 m) sowie Tobias Scherbarth und Hendrik Gruber (beide 5,75 m) fahren.

Ist es wahr? Kristina Gadschiew kann es noch gar nicht fassen, dass sie sich am Samstagnachmittag die Deutsche Meisterschaft im Stabhochsprung in Dortmund gesichert hat.
Ist es wahr? Kristina Gadschiew kann es noch gar nicht fassen, dass sie sich am Samstagnachmittag die Deutsche Meisterschaft im Stabhochsprung in Dortmund gesichert hat. Fotos: Birkenstock
Hürdensprinter Marlon Odom musste sich trotz neuer persönlicher Bestleistung über 60 Meter Hürden mit Platz vier begnügen.
Hürdensprinter Marlon Odom musste sich trotz neuer persönlicher Bestleistung über 60 Meter Hürden mit Platz vier begnügen.
In einem hochkarätigen Wettkampf reichten dem Olympiadritten Raphael Holzdeppe 5,70 Meter nur zu Platz fünf.
In einem hochkarätigen Wettkampf reichten dem Olympiadritten Raphael Holzdeppe 5,70 Meter nur zu Platz fünf. Foto: Becker/DPA

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
23.–24.02.2013 Deutsche Hallenmeisterschaften 2013 Dortmund (Deutschland)