Berlin. Den Ritterschlag für das Hallen-Istaf in Berlin gab es vom Welt-Leichtathleten höchstpersönlich. „Es hat großen Spaß gemacht, bei dieser Atmosphäre zu springen. Alles war perfekt“, schwärmte der französische Stabhochsprung-Olympiasieger und Weltrekordler Renaud Lavillenie.

Mit seiner Weltjahresbestleistung von 6,02 Metern hatte „Air Lavillenie“ für den Höhepunkt der zweiten Auflage des mittlerweile publikumsstärksten Hallen-Meetings der Welt gesorgt. Und eigentlich fehlte nur das Happy-End. Lavillenie scheiterte dreimal an der Weltrekordhöhe von 6,17 m. Viel hatte allerdings nicht gefehlt, und das Istaf hätte seinen ersten Weltrekord gehabt. Aber auch so wurde die im vergangenen Jahr mit einem Mix aus Sport und Show an den Start gegangene Veranstaltung wieder eine Erfolgsgeschichte.

„Das ist die Zukunft“, mutmaßte auch Stabhochsprung-Idol Sergej Bubka, der sich „schwer beeindruckt“ von der Veranstaltung zeigte. Nun befindet sich Bubka zwar auf „Wahlkampftour“ in eigener Sache – im August will er Nachfolger von Weltverbandspräsident Lamine Diack werden, und kritische Worte wären sicherlich nicht hilfreich gewesen –, doch der Ukrainer stand mit seiner Meinung nicht alleine da. Am wichtigsten: Sportler und Zuschauer lobten das Konzept uniosono. Pyrotechnik, Musikeinspielungen und eine teilweise an das Boxen angelegte Athletenvorstellung zeigen Alternativen für die Präsentation der Sportart auf. Und mit 12.601 Besuchern kamen noch einmal deutlich mehr Zuschauer als im vergangenen Jahr in die Arena am Ostbahnhof – und das ohne einen sportlichen Auftritt von Lokalmatador und Diskus-Olympiasieger Robert Harting.

Weitere Auflagen des Hallen-Istasf sind schon jetzt in Planung, Interessenten aus anderen Städten haben sich bereits bei den Veranstaltern erkundigt. „Ich fand es echt super, ich war echt zufrieden. Die Atmosphäre ist schon schwer zu toppen. Das Gefühl können die Athleten noch eine Weile suchen“, sagte Harting, der nach seinem Kreuzbandriss beim abschließenden Diskuswurf als Experte und Co-Kommentator zumindest abseits des Rings seinen Teil zum Erfolg beitrug. Dass aber nicht alles nur auf Show ausgerichtet war, belegten auch die sportlichen Leistungen.

Neben Lavillenie sprintete auch der Kubaner Orlando Ortega über 60 Meter Hürden in 7,51 Sekunden zu einer Weltjahresbestleistung. „Oldie“ Kim Collins (St. Kitts und Nevis) sowie die zweifache Freiluft-Europameisterin Dafne Schippers aus den Niederlanden verpassten die Bestzeiten in diesem Jahr nur knapp. Diskuswerferin Shanice Craft (Mannheim) erzielte mit 62,07 Meter eine inoffizielle Hallenweltbestleistung und kassierte dafür 5000 Dollar Prämie.

Einziger Wermutstropfen war die kurzfristige Absage von Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken). Der lange verletzte deutsche Stabhochsprung-Weltmeister sprang sich noch ein, verzichtete dann allerdings auf einen Start und sah den Auftritt von Lavillenie nur als Zuschauer. Dem 25-Jährigen fehlt noch die Qualifikationsnorm für die EM in Prag Anfang März.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
14.02.2015 ISTAF Indoor Berlin (Deutschland)