Kassel. Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Gleich drei Titel, dazu ein dritter Platz, gingen am Donnerstag bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Kassel an Athleten des LAZ Zweibrücken. Während Speerwerferin Christin Hussong auf dem Weg zum Sieg kaum Gegenwind zu spüren bekam, mussten sich Sina Mayer im Sprint und Daniel Clemens im starken Feld der Stabhochspringer nach ihren langwierigen Verletzungspausen gewaltig strecken.

Ein Wimpernschlag-Finale mit Happy-End gab es für Sina Mayer (DhfPG Saarbrücken) über die 100-Meter-Distanz. Bei etwas zu viel Rückenwind (+3,2 m/sec) verwies die neue deutsche Hochschulmeisterin in hervorragenden 11,43 Sekunden Ricarda Lobe (HS Ansbach) mit der Winzigkeit von einer Hundertstel Sekunde auf den zweiten Platz. Dritte wurde Josefina Elsler (Köln) in 11,45 Sekunden. Mayer hatte die Sommersaison 2016 wegen eines Knochenmark-Ödems im Fuß vorzeitig abgebrochen und auch im Winter wettkampftechnisch komplett pausiert. Am vergangenen Wochenende gab die 22-Jährige ihr Wettkampf-Comeback bei den Pfalzmeisterschaften und gewann in 11,67 Sekunden direkt den Titel. Ihr Saisonhöhepunkt soll die U23Europameisterschaft Mitte Juli in Polen werden.

Schritt für Schritt zurück in bekannte Höhen kämpft sich derzeit auch LAZ-Stabhochspringer Daniel Clemens. Für den Studenten (HS Ansbach) waren die deutschen Hochschulmeisterschaften ebenfalls erst der zweite Wettkampf nach seiner fast einjährigen Zwangspause. Während es vergangenen Sonntag beim SoundTrack-Meeting in Tübingen noch nicht über 5,00 Meter hinausging, konnte der 25-Jährige in Kassel ein paar Zentimeter draufpacken. Als einziger Athlet übersprang Daniel Clemens 5,20 Meter und tastete sich damit auch an die geforderte Höhe (5,30 m) für die deutschen Meisterschaften am 8./9. Juli heran. „Die Qualihöhe will ich natürlich springen und dann auch in Erfurt dabei sein“, hatte der LAZ-Athlet kurz vor seiner Rückkehr auf die Wettkampfbühne betont. Die nächste Chance, einen Haken hinter die DM-Norm zu setzen, bietet sich bereits an diesem Sonntag beim Wettbewerb in Rechberghausen. An Pfingstmontag schwingt sich der Zweibrücker dann in Rehlingen in die Lüfte, ehe am 10. Juni mit dem LAZ-Himmelsstürmer-Cup der Wettkampf „quasi vor der Haustür stattfindet“.

Hinter Clemens war in Kassel das Feld dicht beisammen, gleich sechs Springer überquerten exakt fünf Meter. Somit musste die Anzahl der Fehlversuche über die Platzierungen entscheiden. Hinter Leo Lohre (Saarbrücken) sicherte sich Nicolas Dietz (TU Kaiserslautern) Bronze und damit die zweite Medaille für das LAZ in diesem Wettbewerb.

Für Speerwerferin Christin Hussong bleibt das Kasseler Auestadion ein gutes Pflaster. Im vergangenen Jahr feierte die Herschbergerin hier ihren größten Erfolg und wurde mit starken 66,41 Metern zum ersten Mal deutsche Meisterin. An gleicher Stelle, wenn auch ein ganzes Stück kürzer, gewann sie am Donnerstag überlegen den Wettbewerb der Frauen. Obwohl ihr Speer diesmal nicht jenseits der 60 Meter landete, distanzierte die 23-jährige Studentin der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken die Konkurrenz mit 58,79 Metern um mehr als neun Meter. Die Norm für die Weltmeisterschaften im August in London hatte Hussong bereits am Wochenende zuvor mit einer Weite von 61,91 Metern erfüllt und schrieb anschließend auf ihrer Facebook-Seite: „Jetzt geht’s endlich mit dem befreiten Werfen los! London, ich komme.“

Hauchdünn setzte sich LAZ-Sprinterin Sina Mayer in Kassel über die 100 Meter durch.
Hauchdünn setzte sich LAZ-Sprinterin Sina Mayer in Kassel über die 100 Meter durch. (Foto: Birkenstock/pma)