Leipzig. Ewig lange musste Daniel Clemens gestern auf die Siegerehrung warten, ehe er seine Stäbe einpacken konnte. Dann aber genoss er sie: Silber gab es bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig für den 23-jährigen Stabhochspringer mit übersprungenen 5,50 Meter. Für das LAZ Zweibrücken ein kleiner Trost, nachdem Raphael Holzdeppe schon beim Einspringen verletzt aufgeben musste.

„Es war ein guter Wettkampf, eine solide Höhe. 5,60 Meter wären möglich gewesen. Das ärgert mich, dass es nicht geklappt hat. Aber deutscher Hallen-Vizemeister hört sich gut an“, sagte der Mörsbacher Clemens, der 2014 DM-Dritter im Freien in Ulm gewesen war. „Es war Scheiße. Muss man so sagen, wenn man tagtäglich mit einem trainiert, er als Titelfavorit hier antritt. Durch so was Dummes.“ So schilderte Clemens das Missgeschick Holzdeppes, der statt mit einer Medaille mit einem dicken Verband nach Hause fuhr. Holzdeppe hatte sich beim Einspringen verletzt, konnte zum Wettkampf nicht antreten. Weitere Untersuchungen sollen heute Aufschluss über die Art der Verletzung des Vize-Weltmeisters geben.

LAZ-Sprinterin Sina Mayer aus Schönenberg-Kübelberg verließ dagegen die Leipziger Arena überglücklich, ohne gestern noch über die 200 Meter gestartet zu sein. Mit einer Bestleistung von 7,42 Sekunden über 60 Meter angereist, steigerte sie sich am Samstag über 7,45 im Vorlauf und 7,35 im Zwischenlauf auf 7,32 Sekunden im Finale. Das bedeutete in einem knallengen Rennen um den dritten Platz letztlich Rang sieben. „Aber auf den Platz kommt’s überhaupt nicht an“, sagte ihr Trainer Karl-Heinz Werle, „wenn man bedenkt, wie eng das zuging und dass sie schon einige Zeit Probleme mit der Wade hatte.“ In der Tat, mit 7,29 Sekunden wäre sie Dritte geworden. „Aber die Konkurrenz war sehr, sehr groß, jede hat sich enorm gesteigert. Ich bin super happy, mein Ziel war das Finale“, sagte Sina Mayer, die schneller geworden ist, seit Bundestrainer Ronald Stein ihren Start umgestellt hat. „Ich bin verletzungsfrei geblieben im Winter, vielleicht lief es deshalb so gut. Ich war gestern beim Start richtig gut dabei, und hinten raus bin ich ja bekannt stark“, sagte Sina, deren Freund Christian Stütze aus Pirmasens einmal mehr eine gute moralische Stütze war.

Im Stabhochsprung gab es durch Silke Spiegelburg (Siegerin mit 4,56 Meter) fürs LAZ eine halbe Medaille. Sie trainiert drei-, viermal in der Woche bei Andrei Tivontchik in der Dieter-Kruber-Halle. Zuletzt hatte sie aber eine Bronchitis lahmgelegt. „Erst seit Montag war ich wieder im Training, nach drei Wochen Pause. Ich wusste nicht, wo ich stehe und war deshalb sehr nervös“, sagte Spiegelburg, die von Muskelkater sprach, aber auch davon, dass ihre Routine sicher wieder kommen wird. Sie baut auf eine konstante Vorbereitung auf den Sommer.

Zufrieden war Clemens-Freundin Anna Felzmann mit Platz sechs und ihrer Bestleistung von 4,31 Meter. Die 24-jährige Sport- und Deutsch-Studentin sagte: „Es war okay heute, meine Hallensaison war recht holprig. Ich brauche ja immer eine lange Anlaufzeit, dann hat mich auch noch eine zweiwöchige Krankheit zurückgeworfen. Ich habe quasi bei Null angefangen, und ich springe erstmals seit drei Jahren wieder aus 16 Schritten Anlauf. Ich hätte noch einmal einen härteren Stab nehmen können, aber dafür war mir heute mein Körper zu schade. Es ist ein versöhnlicher Saisonabschluss.“ Auf einen solchen hofft jetzt vor allem Raphael Holzdeppe.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
27.–28.02.2016 Deutsche Hallenmeisterschaften 2016 Leipzig (Deutschland)