Für das LAZ Zweibrücken war dieses Jahr einiges an Aufregung geboten. Zu Beginn des Jahres sah es noch sehr sicher aus, dass es Raphael Holzdeppe zu den Olympischen Spielen schaffen würde. Doch dann lief er während des Einspringens der deutschen Hallenmeisterschaften durch und knickte um, was einen Bänderriss samt Operation nach sich zog und wochenlanges Zittern, ob er es noch zu den Spielen schaffen würde.

Bei Christin Hussong ging es vor allem darum, die Olympia- Norm zu werfen. Im Winter erreichte sie dieses Ziel noch nicht, aber im Mai beim 52. Pfingstsportfest in Rehlingen klappte es. Aber das hieß noch lange nicht, dass sie sicher nach Rio de Janeiro fliegen würde. Der Speerwurf der Frauen ist mit Christina Obergföll, Linda Stahl und Katharina Molitor in diesem Sommer die Disziplin gewesen, in der die Athletinnen am meisten kämpfen mussten. Da es leider nur drei Startplätze in Rio gibt, aber vier Speerwerferinnen, die die Norm haben, reichte es nicht, nur „gut“ zu sein.

Raphael Holzdeppe kämpfte derweil um seine Rückkehr und das rechtzeitige Springen der Olympia- Norm. Langsam aber sicher wurden sein Fuß sowie das Training wieder besser, doch machten ihm dann der Oberschenkel-Beuger neue Probleme. So musste er wieder und wieder seinen Sommer-Saisonstart verschieben und sprang bei den Stabhochsprung-Classics in Leverkusen das erste Mal – leider mit einem Salto nullo. Also weiter bangen…

Die deutschen Meisterschaften waren für Christin einer der wichtigsten Wettkämpfe des Jahres. Diejenige der vier, die hier gewann, war sicher in Rio dabei – alle anderen müssen weiter kämpfen. Aber mit ihrem goldenen Wurf auf 66,41 Metern war es passiert: Deutsche Meisterin und damit sicher für Olympia nominiert! Die Erleichterung war kaum zu fassen für sie: „Wir haben zu Hause fast jeden Tag darüber diskutiert, wen sie wohl mitnehmen werden, jetzt ist das endlich vom Tisch! Ich bin dabei!“ Jetzt heißt es entspannt trainieren mit Rio als Belohnung.

Diese Belohnung holte sich Holzdeppe gestern auf Umwegen. Der DOSB nominierte ihn aufgrund seiner Leistungen der letzten Jahre als dritten Starter, obwohl er die Olympia-Norm nicht gesprungen war. Man glaubt an ihn, dass er in Rio de Janeiro fit genug ist, um Deutschland würdig zu vertreten.

Ebenso steht das gesamte LAZ hinter ihm und Hussong, um sie bei den Olympischen Spielen anzufeuern und zu unterstützen. Es ist das erste Mal in der Geschichte des LAZ Zweibrücken, zwei Starter bei den Olympischen Spielen dabei zu haben. Aber sie sind nicht die einzigen, die hinfahren. Andrei Tivontchik fährt als Bundestrainer der Frauen im Stabhochsprung und Trainer von Holzdeppe ebenfalls zu Olympia. Bei Udo Hussong ist es noch nicht ganz sicher, ob er für den DLV hinfliegt aber dafür hat der Rest der Hussong-Familie schon ihre Flugtickets gebucht. Zusätzlich hat die Sportjugend des Landessportbunds Rheinland-Pfalz ein Olympialager ausgeschrieben, zu dem sich Nachwuchssportler bewerben konnten. So fahren weiterhin drei LAZ-Athletinnen: Hanna Luxenburger, Sina Mayer und Salome Schlemer um die Athleten vor Ort anzufeuern.

Somit ist das LAZ Zweibrücken bei diesen Spielen trotz weiter Ferne recht gut vertreten, worauf wir als Verein sehr stolz auf unsere Athleten und Trainer sein können.

Raphael Holzdeppe und Christin Hussong vertreten das LAZ Zweibrücken bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.
Raphael Holzdeppe und Christin Hussong vertreten das LAZ Zweibrücken bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. (Fotos: Peter Kerkrath)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)