Die Stabhochspringer haben sich beim Pfingstsportfest am Montag in Rehlingen mehr erhofft. Kristina Gadschiew und Raphael Holzdeppe vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken wollten die Weltmeisterschafts-Norm knacken. Und beide scheiterten.

Kristina Gadschiew
Kristina Gadschiew

Zweibrücken/Rehlingen. Es sind doch nur ein paar Zentimeter. Nichts im Vergleich zu der Höhe, die Kristina Gadschiew (Foto: pma) bereits überwunden hat. 4,45 Meter hat die 26-jährige Stabhochspringerin des LAZ Zweibrücken geschafft. Jetzt liegen 4,55 Meter auf. Sie steht in ihrem dritten Versuch auf der Anlaufbahn, hört auf das rhythmische Klatschen der zahlreichen Zuschauer. Sie reckt sich noch nach oben, dreht ihre Schultern, umgreift fest den Stab und läuft los.

Es geht nicht mehr um den Sieg am Montag beim Pfingstsportfest in Rehlingen. Den hat die Hornbacher Athletin schon sicher. Es ist die Normhöhe für die Weltmeisterschaft vom 27. August bis zum 4. September in Daegu (Südkorea), die an Gadschiews Gedanken nagt. Die A-Norm der Frauen seitens des DLV liegt bei 4,55 Meter. Theoretisch machbar für Gadschiew. „Im Sommer 2010 bin ich schon über 4,60 Meter gesprungen“, erzählt sie. Doch es ist keine Motivation, die die Zweibrückerin aus ihrer Bestleistung zieht, sondern Druck. „Man hat diese 4,60 Meter schon da stehen und macht sich selbst Druck, das Niveau zu halten“, erklärt sie, „ich will springen, verkrampfe dann aber. Das ist kein physisches Problem, sondern ein psychisches.“ Gadschiew scheitert auch im dritten Anlauf an den 4,55 Metern und reißt die Latte.

Raphael Holzdeppe
Raphael Holzdeppe

Ähnlich sieht der Wettkampf bei ihrem Vereinskameraden Raphael Holzdeppe (Foto: pma) aus. Die WMNorm liegt für den 21-jährigen Zweibrücker bei 5,72 Metern. Als Holzdeppe auf der dicken Matte landet, enttäuscht in seine leeren Hände schaut, da ist er bereits an 5,62 Metern gescheitert. Der U 23-Europameister hatte 2008 und 2010 schon die 5,80 Meter geknackt. Jetzt kommt er nicht mal im Ansatz an diese Höhe heran. „Der Anlauf und der Absprung sind gut“, sagt Raphael Holzdeppe, der in Rehlingen Vierter wird: „Aber die Arbeit am Stab ist oben noch nicht sauber. Da gibt es ein paar Kleinigkeiten, an denen ich noch arbeiten muss.“