Zweibrücken. Jubeln konnte Stabhochspringerin Anna Feldmann (LAZ Zweibrücken) gestern nicht. „Wenn ich doch noch bei den deutschen Meisterschaften starten darf, kann ich mich dort vielleicht über diesen Titel freuen“, sagte die frisch gekürte Rheinland-Pfalz-Meisterin im Stabhochsprung. 4,10 Meter hatte sie übersprungen, war aber dreimal an der geforderten DM-Norm – 4,25 Meter – gescheitert. Die zu springen war eigentlich ihr Ziel. Bei den Männern sicherte sich Vereinskollege Daniel Clemens mit übersprungenen 5,30 Meter den Titel.

Er war, wie viele Zuschauer, nach dem Wettkampf erstaunt, über die enge Zeitregelauslegung von Seiten des Kampfgerichts. Für Clemens war es ein Wettkampf im Eiltempo. Als er bei 5,30 Meter einstieg, die Höhe übersprang er im ersten Versuch, war er der einzige verbliebene Athlet im Wettkampf. Für Clemens bedeutete das: Kaum hatte er einen Sprung absolviert, begannen schon die drei Minuten für den nächsten Versuch zu laufen. In dem Moment, in dem er von der Matte ging. „Normalerweise beginnt die Phase, wenn wir hinten am Anlauf stehen“, verdeutlichte Clemens, der mit der Generalprobe eine Woche vor dem LAZ-Himmelsstürmer-Cup dennoch zufrieden war.

Sein Augenmerk und das seines Trainers Andrei Tivontchik galt dem technischen Sprungablauf. Zurzeit versäume er es oft, den Stab in der zweiten Hälfte des Anlaufs zu beschleunigen. „Ich stelle mich oft gegen den Stab“, sagte Clemens. Nicht so im knapp gerissenen dritten Versuch über die 5,50 Meter. „Da war er schön mit der Hüfte drüber“, lobte LAZ-Vorstand Bernhard Brenner.

Nicht zufrieden waren die LAZ-Stabhochspringerinnen. Zur deutschen Meisterschaft fahren, „das wollte ich selbst regeln“, sagte Anna Felzmann nach überstandener Magen-Darm-Infektion. „Beim zweiten Sprung über die 4,25 Meter war der Stab zu weich. Das zeigt, dass die Form stimmt“, sagte sie. Im dritten Versuch benutzte sie dann einen der härtesten Stäbe, „mit denen ich je gesprungen bin“. Ohne Erfolg. Noch enttäuschter war die Drittplatzierte Kristina Gadschiew, die wie Felzmann (erster Versuch), die Zweitplatzierte Carolin Hingst (TG Niederheim/zweiter Versuch) 4,10 Meter übersprungen hatte. Im dritten Versuch. Das Gefühl des „einfach Fliegens“ wollte sich bei Gadschiew zum wiederholten Male nicht einstellen. „Ich weiß, dass alles passt“, sagte sie. Auch Trainer Andrei Tivontchik signalisierte bei den Versuchen: „Komm jetzt, kein Wind“. Aber zwei von drei Versuchen über 4,25 Meter endeten ohne Flugphase. Der Kopf wollte nicht.

LAZ-Läufer Fabian Morsch war dagegen hellwach, als er über die 800 Meter in 2:04,23 Minuten bei den U18-Junioren auf Platz zwei lief. Haarscharf am Treppchen vorbei sprang Christine Port von der VT Zweibrücken: Im fünften Versuch landete sie im Weitsprung der Frauen nach 5,32 Metern – nur ein Zentimeter weniger als die Drittplatzierte Lena Barthel (SG Spiesheim) im Durchgang zuvor gesprungen war. Ihr VTZ-Teamkollege Jan Titelbach hatte seinen einzigen gültigen Versuch im Diskuswurf der U18-Junioren im zweiten Durchgang. 34,84 Meter weit warf er den Diskus und sicherte sich Rang fünf.

Zufrieden waren die LAZ-Vorstände Brenner und Alexander Vieweg. Auch weil, zumindest bis 17 Uhr, das Wetter optimal gehalten hatte. Dann sorgte doch noch ein Gewitter über dem Stadion für eine 45-minütige, unfreiwillige Wettkampfpause.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.06.2016 Rheinland-Pfalz-Meisterschaften 2016 (M/F/U18) Zweibrücken (Deutschland)