Leipzig. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Nichts anderes als die Heim-Weltmeisterschaften haben die deutschen Leichtathleten in diesem Jahr im Kopf. Das neue Bundestrainer-Duo Herbert Czingon/Rüdiger Harksen will nach dem Desaster von Peking jedoch nicht nur die Feuerwehr spielen, sondern, mit Blick auf London 2012, der olympischen Kernsport langfristig wieder auf die Beine helfen. „Dass sich das Olympia-Debakel nicht wiederholen darf, ist uns allen klar“, so Czingon.

Sportlich haben den beiden die vielversprechenden Leistungen in Leipzig Mut gemacht. Die Hallen-EM vom 6. bis 8. März in Turin soll jetzt eine „Beschleunigungsstation“ sein, so der frühere Stabhochsprung-Coach Czingon. Der 56-jährige Mainzer erhofft sich dort „eine vielleicht sogar zweistellige Medaillenzahl“.

„Positive Grundstimmung“

„Wir haben wieder einige Siegertypen“, meinte Harksen. Als Ex-Hürden-Bundestrainer weiß der Mannheimer, wie man Hindernisse aus dem Weg räumt. In der Krise nach nur einmal Bronze in Peking und vor der so wichtigen WM vom 15. bis 23. August sind die beiden gefordert. „Wir versuchen eine positive Grundstimmung für Berlin zu schaffen“, sagte Eike Emrich, der Vizepräsident Leistungssport beim DLV. „Peking war ein Ausrutscher.“

Dass der frühere Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow, beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) inzwischen zum Sportdirektor „befördert“, in Peking den Deutschen Olympischen Sportbund und das Bundesministerium des Innern wegen mangelnder finanzieller Unterstützung angegriffen hat, können Czingon und Harksen nachvollziehen. „Wir haben zu wenig Trainer“, sagte Harksen.