Rheinstetten. Mission Meisterschaft daheim heißt es für Julian Howard, wenn am Wochenende die deutschen Leichtathleten ihre Leistungsschau in der Karlsruher Messehalle 2 abhalten.

Der Weitspringer von der LG Region Karlsruhe ist nicht nur einziger Lokalmatador von internationalem Format bei der „Muskelmesse“ namens deutsche Hallenmeisterschaft, sondern auch Titelverteidiger. „Ich freue mich extrem auf die Rolle des Gejagten. Bislang war ich ja immer der Underdog, der beweisen musste, dass es mich auch noch gibt“, sagt der 25-Jährige, der seit seinem Satz auf 8,04 Meter beim Meeting am 31. Januar an selber Stelle die nationale Jahresbestenliste anführt. Mit seiner Siegesweite hakte Howard die Norm für die Hallen-EM in zwei Wochen in Prag ab, was bislang 28 Athleten gelang. Cheftrainer Idriss Gonschinska vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geht davon aus, dass in Karlsruhe noch der eine oder andere Starter die Vorgabe auf den letzten Drücker erfüllt und taxiert die Größe des Prag-Teams auf „30 plus X“.

Zu den Kandidaten, die sich für den Hallen-Höhepunkt noch qualifizieren könnten, zählt Kugelstoß-Weltmeister David Storl, der erstmals seit seiner Knie-Operation im September in den Ring steigt und sich 21 Meter zum Ziel setzt. Unter größerem Druck steht Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe aus Zweibrücken, dem fünf Zentimeter auf die geforderten 5,65 Meter fehlen. Disziplinkollegin Lisa Ryzih aus Ludwigshafen braucht sich um die Norm nicht mehr zu sorgen nach ihrem Sprung über 4,61 Meter vor zwei Wochen. Die EM-Vierte ist Favoritin auf den Titel.

Wie auch Julian Howard. Er sagt: „Ich will umsetzen, was ich drauf habe.“ Eine Weite von acht Metern hat er sich fest vorgenommen. Vor einem Jahr in Leipzig gewann Howard überraschend mit 7,98 Metern vor Christian Reif (7,89). Der Europameister von 2010 aus der Pfalz hat inzwischen seine Karriere beendet, was Howard gut versteht: „Wenn ich so ein Jobangebot gehabt hätte, hätte ich genauso entschieden.“ Reif arbeitet nun im Management eines Handelsunternehmens. Dennoch bedauert Howard Reifs Rücktritt. „Für den Weitsprung ist es schade, weil damit ein Aushängeschild fehlt. Das gibt uns Athleten aus der zweiten Reihe aber die Möglichkeit, uns zu positionieren“, sagt der Lehramtsstudent. In Karlsruhe fehlt in Sebastian Bayer, der keine Hallensaison bestreitet, auch der zweite Ex-Europameister. DM-Höhepunkt dürfte der 60-Meter-Sprint werden, bei dem der deutsche Rekord von 6,53 Sekunden von Sven Matthes aus dem Jahr 1988 wackeln könnte. Lucas Jakubczyk aus Berlin, Titelverteidiger Christian Blum vom TV Wattenscheid sowie dessen Klubkollege Julian Reus scheinen gut für eine neue Bestzeit. Gonschinska freut sich auf den Vergleich „Trainingsgruppe Mannheim gegen den Rest der Sprinter“. Mitfavorit über die 200-Meter-Strecke ist Patrick Domogala von der MTG Mannheim.

Vereinskameradin Verena Sailer geht als Titelverteidigerin an den Start des 60-m-Laufs, in dem auch MTG-Kollegin Yasmin Kwadwo eine Medaillenkandidatin ist. Nadine Gonska ist Gold-Anwärterin über 200 Meter. Ein Eisen im Feuer hat die MTG auch im Kugelstoßen: Shanice Craft.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
21.–22.02.2015 Deutsche Hallenmeisterschaften 2015 Karlsruhe (Deutschland)
31.01.2015 IAAF Indoor Meeting Karlsruhe 2015 Karlsruhe (Deutschland)
06.–08.03.2015 Hallen-Europameisterschaften 2015 Prag (Tschechien)