Dass die Sportvereine auch ohne übergeordnete Organisationen, wie etwa dem Sportbund Pfalz, überleben können, unterstrich beim jüngsten Merkur-Sportstammtisch Bernd Schicker, der Vorsitzende der Sportjugend Rheinland-Pfalz, gleichzeitig auch der Vorsitzende der Sportjugend des Sportbundes Pfalz. Vielmehr stehe etwa der Sportbund Pfalz lediglich als Anlaufstelle für die über 2100 pfälzischen Vereine parat, um Hilfestellung bei organisatorischen Fragen zu leisten.

Dass die Vereine funktionieren, ist oftmals der Verdienst von Personen, die in uneigennütziger Weise ein Ehrenamt begleiten. Wenn darauf in Zweibrücken die Sprache kommt, so stehen unweigerlich zwei Männer im Fokus. Dies sind Heinrich Gauf und Professor Dieter Kruber, deren Wirken auch nach ihrem Tode noch nachhallt. Ihr Vermächtnis wird in der Dieter-Kruber-Halle im Westpfalzstadion sowie in dem Heinrich Gauf Saal in der Festhalle dokumentiert.

Dass die Nachwelt an die Vorsitzenden erinnert wird, ist nicht mehr als verdient. So hat Heinrich Gauf über 25 Jahre den größten Verein der Stadt, die Vereinigte Turnerschaft Zweibrücken (VTZ) mit teilweise über 3000 Mitgliedern, geführt, während Dieter Kruber das Leichtathletikzentrum Zweibrücken aus der Taufe gehoben hat und in den 18 Jahren an der Spitze zu einem der bedeutendsten Leichtathletik-Vereine in Deutschland machte.

Dabei waren beide ursprünglich in der VTZ tätig und groß geworden, ehe sich ihre Wege trennten. Während Heinrich Gauf sich für den Breitensport stark machte, favorisierte Dieter Kruber den Leistungssport.

Heinrich Gauf und Dieter Kruber sind Protagonisten, zwei Leuchttürme, im Ehrenamt. Sie haben große Fußstapfen hinterlassen. Was sie auszeichnete, war ihr unbändiger Wille, trotz großer beruflicher Belastungen als Generalstaatsanwalt (Heinrich Gauf) oder als Sportwissenschaftlicher an der Universität Landau (Dieter Kruber), ihre Vereine nach vorne zu bringen. Uneigennützig, ohne Ansehen ihrer Person, wobei ihnen allerdings ihr Netzwerk an Beziehungen manche Türen öffnete.

Nur kraft ihrer persönlichen Reputation waren ihre Ziele umzusetzen. Während Heinrich Gauf die VTZ-Festhalle mit der Einrichtung des vereinseigenen Fitness-Studios sowie die Entwicklung der Handball-Abteilung am Herzen lagen, machte Dieter Kruber den Frauen-Stabhochsprung von Zweibrücken aus weltweit salonfähig und opferte seine ganz Kraft dem Bau der LAZ-Leichtathletikhalle.

Die langfristige Bindung, wie sie Gauf und Kruber pflegten, sei heute beim Ehrenamt nicht mehr zeitgemäß, betonte Bernd Schicker. Günter Hahn vom Judoclub Zweibrücken gehört mit über 25 Jahren zu den dienstältesten Vereinsvorsitzenden in Zweibrücken und zu den Ausnahmen. Deshalb müssten die Vereine ihre Strukturen ändern, zu kurzfristigeren Amtszeiten tendieren. Dann müsse man sich keine Sorgen um das Ehrenamt machen. „Loslassen“ heißt die Devise Schickerts bei den etablierten Vorstandsmitgliedern. Das würde auch jüngere Mitglieder ermuntern, Verantwortung zu übernehmen. Eine Chance hätten sie allemal verdient. Denn kürzere Abstände in der Führungshierarchie brächten auch neue Ideen und Ansätze. Sind es doch gerade neue Impulse, die Vereine auch für neue Mitglieder interessant machen. Im Teamwork, dem Verteilen der Aufgaben auf mehrere Schultern, liege die Zukunft des Ehrenamtes.