Zweibrücken. Stefanie Blaß lehnt auf der Rennwiese mächtig erschöpft sitzend am Auto eines Sponsors. Gerade hat sie beim Hügelstürmer-Cross des LAZ Zweibrücken die Mittelstrecke mit 3900 Metern hinter sich gebracht – und macht sich kurz darauf schon wieder auf zur Zeitnahme, um den nächsten Chip zur Zeitmessung zu empfangen. Der 700-Meter-Sprint, eine halbe Cross-Runde, steht bei strahlendem Sonnenschein an.

Trotz der gestern besten äußeren Bedingungen zwei aufeinander folgende Rennen? „Ich hab’ gehört, dass im Sprint nicht so viele Starter gemeldet sind. Da hab’ ich gesagt: Ich laufe halt mit“, meint die Läuferin der LLG Wustweiler im Saarland schmunzelnd. Vom Tag zuvor hatte sie zudem schon einen Freundschaftslauf in den Knochen. „Schön, wenn es zu Ende ist“, meinte die 29-Jährige zwischen den beiden Rennen. Über die Mittelstrecke wurde sie Dritte in 23,24 Minuten. Normalerweise kennt sie die Rennwiese nur zu Pferd, „das ist das erste Mal zu Fuß, und wirklich: Zu Fuß ist es viel anstrengender“, meint die Starterin mit der Nummer 301 lachend. Das Laufen auf der Wiese und über die Hügel strengen laut Blaß doch mehr an, als man denkt. Dennoch kamen gestern deutlich über 100 Läufer auf die Rennwiese.

„Anspruchsvoll, die Rhythmuswechsel durch die Hügel sind sehr fordernd“, meinte auch Mittelstrecken-Sieger Alexander Schmidt mit der Nummer 265 zur „sehr schönen Strecke“. „Das ist Crosslauf im ursprünglichen Sinn, so macht das Spaß“, zollte Schmidt, einen heißen Tee in der Hand, dem Veranstalter ein dickes Lob für die Streckenführung. Das LAZ Zweibrücken hatte Start und Ziel bei der zweiten Auflage des Laufs genau vor die Haupttribüne der Rennwiese verlegt. Eine gute Entscheidung: Der Unterstand bei Regen war zwar nicht benötigt, aber aus erhöhter Warte war das Renngeschehen deutlich besser zu beobachten. Dort saß als Edelfan auch die aktive VTZ-Seniorin Ingeborg Franke und feuerte die Läufer an. Die Zeitmessung per Chip erledigte diesmal eine externe Firma.

Schmidt hatte nach 14,46 Minuten mit großem Vorsprung vor seinem Vereinskollegen Martin Münnich (beide LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) die Ziellinie überquert. Und auch wenn Münnich glaubhaft versicherte, dass das Wetter für Crossläufer keine Rolle spielt, waren doch alle Teilnehmer gestern froh über die tollen Bedingungen. Beim Debüt 2013 hatte es ordentlich geregnet, und kalt war’s auch. Schmidt und Münnich haben den Hügelstürmer-Cross zu Beginn der Cross-Saison gerne mitgenommen, ihr Ziel sind die deutschen Cross-Meisterschaften in März im bayrischen Markt Indersdorf.

Im Rennen der U14-Mädchen lieferten sich Luisa Wilke und Annika Beyerlein nach fast 1300 Metern noch einen strammen Sprint um Platz drei. Fabienne Hofer aus Zweibrücken-Oberauerbach wurde Zweite der U14-Schulwertung, sie war zum zweiten Mal dabei. Zu Beginn sei es ihr ewig lang vorgekommen, am Schluss ging es. Die Zwölfjährige, die zur Sportklasse 7a des Hofenfels-Gymnasiums gehört, sagt: „Ich bin aus Spaß mitgelaufen“. Während die Eltern Michael und Andrea anfeuerten und Bilder machten, drehte Fabienne, die 2013 Dritte war, ihre Runde. „Die Platzierung ist gar nicht so wichtig, hat meine Sportlehrerin Frau Felten gesagt“, erzählt sie.

Besagte Renate Felten betrachtete ihre Schützlinge zufrieden. Die Schüler hätten sich freiwillig für den Lauf gemeldet. „Wir haben auch nicht extra trainiert wie für den Mainz-Marathon. Wenn ich nicht kürzlich krank gewesen wäre, wäre ich selbst mitgelaufen“, sagt sie. Auch die LAZ-Verantwortlichen waren am Ende glücklich. „Der Ablauf hat reibungslos geklappt, ich bin sehr zufrieden“, meinte Organisator Klaus Klein für sich und sein rund 30-köpfiges Helferteam. „Für einen Spätnovembertag war das große Teilnehmerfeld super“, befand LAZ-Vorsitzender Bernhard Brenner. Die Güte der Strecke der LAZ-Veranstaltung habe sich zudem rumgesprochen: Im kommenden Jahr sind in den dritten Hügelstürmer-Cross die Pfalz-Crossmeisterschaften integriert.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
09.11.2014 Hügelstürmer-Cross 2014 Zweibrücken (Deutschland)