Mainz. Kai Kazmirek ist „eine coole Socke“, ein Vorbild. Sagte Sophia Junk. Die beiden Leichtathleten starten für die LG Rhein-Wied. Er ist WM-Dritter im Zehnkampf, und sie lief in einer Weltrekord-Staffel der U20 mit. Gestern genossen sie mit anderen rheinland-pfälzischen Sportlern die „Ehrung der Besten“. Wie Miriam Welte, Richard Schmidt, Denis Kudla. Eine coole Veranstaltung.

Lobeshymnen mal ganz anders – in der Lotto-Loge des Mainzer Fußball-Tempels. Die Ränge draußen vor dem Rhein-Main-Derby gegen die Frankfurter Eintracht noch total leer und leise. Und drinnen ein langer Konferenztisch in einer bundesweit einzigartigen Loge, wie Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner betonte. „Wir nutzen sie für soziale, karitative Gruppen. Für Menschen, denen es nicht so gut geht“, sagte Häfner.

Denen, die gestern da waren, geht es vergleichsweise gut. Es sind die rheinland-pfälzischen Sportler, die vielfach dekoriert mit internationalen Medaillen heimkehrten. Wie Richard Schmidt, der 30-jährige Ruderer aus Trier, der Olympiasieger und vierfache Weltmeister im Deutschland-Achter, den er seit 2009 ununterbrochen verstärkt. Er beendete im August in Sarasota/Florida mit seinem Flaggschiff „eine hervorragende Saison, vielleicht die beste überhaupt“ auf dem goldenen Thron, sagte er und hob hervor, was seine Rolle auch war: das Integrieren der jungen Sportler in diesen Achter.

Der Landessportbund, die Sporthilfe und Lotto, allesamt von rheinland-pfälzischer Couleur, präsentierten gestern genau diese Mischung zwischen Jung und Alt, zwischen Erfahrung und Newcomer, dazu die Paralympicssportler wie Speerwerfer Matias Mester vom 1. FC Kaiserslautern. Staatssekretär Günther Kern appellierte denn auch an die Erfahrenen, den Jungen ihren Enthusiasmus am Sport mitzugeben. Die Luft werde dünner, die Bedingungen für Leistungssportler, die Ergebnisse auch in Zukunft bringen zu können, werden nicht einfacher, ließ Kern durchblicken.

Viele waren zum ersten Mal bei solch einer Ehrungsveranstaltung. Etwa die Radsprinter Timo Bichler (17) und Elias Edbauer (16) vom RV 08 Dudenhofen, die Junioren-Vizeweltmeister im Teamsprint wurden, Sprinterin Sina Mayer (22) vom LAZ Zweibrücken, die 100-m-Bronze der U23 holte, Marie-Christine Gerhardt (20) vom Ludwigshafener RV, die Silber im Leichtgewichts-Doppelvierer bei der Junioren-WM gewann, oder Michel Adam, der 20-Jährige Frankenthaler vom JSV Speyer. Der Judoka gewann EM-Bronze und wurde WM-Neunter bei den Junioren. Sie alle machen ihr eigenes Ding und schauen doch hoch an den richtig Erfolgreichen. Solche Veranstaltungen helfen, Erfahrungen auszutauschen. So plauderten Miriam Welte und Gesa-Felicitas Krause, die hessische Hindernisläuferin, die in Trier in Zelte aufschlug, minutenlang über ihre Trainingsbedingungen, Karrieren und Erfolge.

Sie hatten keine Zeit, die Stadionführung mitzumachen und das Bundesligaspiel anzuschauen. Miriam Welte und Timo Bichler machten sich mit ihrem Trainer Frank Ziegler auf zu einem Autobahnritt durch die Nacht nach Frankfurt/Oder zum Trainingslager, und Denis Kudla, der Ringer, der gerade ein Reihenhaus in Schifferstadt erstand, kehrte heim. „Ich kämpfe morgen wieder Bundesliga in Nackenheim, da will ich fit sein“, sagte Kudla. Die Pflicht des Leistungssportlers ruft.

In Mainz geehrt: Sina Mayer, Miriam Welte, Marie-Christine Gerhardt (von links) mit Pfälzer Weinpräsent.
In Mainz geehrt: Sina Mayer, Miriam Welte, Marie-Christine Gerhardt (von links) mit Pfälzer Weinpräsent. (Foto: Kunz)