LAZ-Athleten Natasha Benner und Till Wöschler starten ab heute der U 20-EM in Novi Sad

Mit großem Optimismus starten Stabhochspringerin Natasha Benner und Speerwerfer Till Wöschler vom LAZ Zweibrücken ab Donnerstag bei der U 20-EM in Novi Sad. Neben der Finalteilnahme rechnen sich die beiden Zweibrücker auch Medaillenchancen aus.

Zweibrücken. Zwei heiße Eisen hat das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken bei der U 20-Europameisterschaft im serbischen Novi Sad von heute bis Sonntag im Feuer. Im Stabhochsprung- Wettbewerb liegt die 19-jährige Natasha Benner an vierter Position der Bestenliste mit 4,25 Metern und ihr 18- jähriger Vereinskamerad Till Wöschler nimmt in der Speerwurf- Konkurrenz den fünften Platz mit 74,36 Metern ein.

Für die Abiturientin ist dies innerhalb eines Jahres bereits ihr zweiter „großer Wettkampf“. Denn der Schützling von Bundestrainer Andrei Tivontchik hatte 2008 bei der U 20-WM in Bydgoszcz bereits den siebten Platz belegt. Allerdings bedauert sie, dass ihr Trainer nicht vor Ort ist. „Der Trainer gibt mir doch gewisse Sicherheit und schwächt etwas meine Nervosität ab“, erklärt sie.

Auf diesen Saisonhöhepunkt war ihr gesamtes Training ausgerichtet und umso zufriedener ist sie, dass sie ihr persönliches Ziel erreicht hat. Über das Abschneiden selbst macht sie sich noch keine größeren Gedanken, doch den Endkampf am Samstag ab 15 Uhr will sie „unter allen Umständen“ erreichen. Dazu muss Natasha Benner, amtierende Deutsche Jugend-Hallenmeisterin und Vierte der Deutschen Juniorenmeisterschaften, die Qualifikation heute ab 17.15 Uhr überstehen.

Zufrieden ist sie keineswegs mit ihrer bisherigen Bestleistung von 4,25 Metern, auf die sie sich um drei Zentimeter gesteigert hatte. „Ich kann es noch besser“, gibt sie sich selbstbewusst, wobei sie vor allem die 4,30 Meter im Visier hat.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat sie sich in den vergangenen Wochen akribisch auf die EM vorbereitet. „Ich bin viel gesprungen und habe mehr Krafttraining gemacht“, blickt sie zurück. Ob es letztlich zu einer Medaille reicht, lässt Natasha Benner noch offen. Denn bei diesen Wettkämpfen entscheide nicht immer die Höhe, sondern die Nerven.

Völlig abgeklärt geht Speerwerfer Till Wöschler die EM an. „Ich habe in dieser Saison schon gegen alle meine größten Konkurrenten geworfen. Ich habe sie auch teilweise besiegt, wie etwa bei der Junioren-Gala in Mannheim, als das Feld einer EM entsprach.“ Moralische Unterstützung erhält er bei der heutigen Qualifikation ab 18.15 Uhr unter anderem durch seinen Trainer Matthias Brockelt und seinen Vater Klaus im Stadion. „Mein erklärtes Ziel ist zunächst das Finale am Samstag ab 18.50 Uhr“, betont der 18- jährige Schüler der zwölften Klasse des Hofenfels-Gymnasiums. Dabei setze er sich keineswegs unter Druck, allerdings der Endkampf sei „schon Pflicht“. Sollte es im Endresultat gar zum Treppchen reichen, wäre das „supergut“.

Dabei stützt sich der talentierte Speerwerfer, der sich in dieser Saison fast um acht Meter auf zuletzt 74,36 Meter bei seinem Sieg bei der Junioren- Gala in Mannheim gesteigert hat, auf seine Fitness. „Ich habe im Winter gut trainiert und bin ohne Verletzungen über die Runden gekommen“, blickt er zurück. Mit dem Gewinn der Jugend-Winterwurfmeisterschaft und dem Sieg beim U 20- Vierländerkampf in Lyon hatte der Zweibrücker bereits erste Duftmarken gesetzt. Seine Konstanz wird auch dadurch dokumentiert, dass er bei allen seinen Wettkämpfen die EM-Quali von 68,50 Metern jeweils klar übertroffen hat. „Ich fühle mich fit, habe den Kopf frei, und gegen meine ärgsten Konkurrenten habe ich in dieser Saison schon geworfen.“ Die Bestenliste wird von dem Mannheimer Andreas Hofmann von der MTG Mannheim mit 77,84 Metern angeführt.

Ebenso wie sein Trainer Brockelt baut Till Wöschler auf seine bisherigen Ergebnisse. „In entscheidenden Wettkämpfen habe ich mich immer noch einmal steigern können.“ Auf diese kontinuierliche Entwicklung setzt der LAZ-Trainer auch in Novi Sad. Allerdings muss sein Schützling mit dem Handicap fertig werden, dass er innerhalb von zwei Tagen mit der Quali und dem Finale zwei „große Wettkämpfe“ zu bestreiten habe. „Ich hoffe, dass er bei der Quali bereits mit einem Wurf in den Endkampf einzieht“ (Brockelt). „Unter die ersten Fünf zu kommen, wäre schon ein Erfolg. Aber bei günstigem Verlauf ist auch eine Medaille drin“, orakelt Matthias Brockelt.

Die deutsche U 20-Nationalmannschaft hat sich bereits am Sonntag in München noch zu einem kurzen Trainingslager getroffen, ehe am Dienstag der Tross nach Serbien aufgebrochen ist, um sich noch zu akklimatisieren.

Speerwerfer Till Wöschler
Eine Saison nach Maß hat bisher Speerwerfer Till Wöschler abgeliefert. Verletzungsfrei hat er seine Bestleistung kontinuierlich Meter für Meter gesteigert. Foto: Marco Wille
Stabhochspringerin Natasha Benner
Weitere Höhenluft will Stabhochspringerin Natasha Benner bei der U 20-EM schnuppern. Foto: Verein