Ludwigshafen. Der Leichtathletikverband Pfalz mit all seinen Vereinen, Trainern und Athleten ist ziemlich erfolgreich. Zuletzt schickte er in Raphael Holzdeppe, Christin Hussong und Lisa Ryzih drei Athleten zu den Olympischen Spielen nach Rio. Aber Erfolge fliegen keinem einfach so zu. Sie müssen hart erarbeitet werden. Zum Beispiel in Lehrgängen für die jeweiligen Kader. Gerade fiel mit dem Kadereröffnungslehrgang der Startschuss für die neue Saison.

Um pünktliches Erscheinen war gebeten worden. Denn der Tag in der Ludwigshafener Leichtathletikhalle nahm in all seinen Facetten voll bepackt seinen Lauf. Ein Athleten-Warm-up zu Beginn und gleichzeitig mit den Trainern ein Organisationsgespräch, dann gab’s Workshops zu den Themen „Kraft mit und ohne Langhanteln“, „Slingtrainer und Bänder“ sowie „Sprunggelenk und Hüfte“. Selbst das Mittagessen – Spaghetti Bolognese in einer nahen Gaststätte – war minutengenau getaktet.

38 Kadersportler und 24 Trainer kamen. Sie stehen für die ganze Wucht der pfälzischen Leichtathletik. Jeder trug ein Namensschild, denn darum ging es ja auch: sich kennenlernen, sich austauschen. „Über den Tellerrand hinausschauen“, umriss Udo Hussong aus Herschberg die Idee. „Ich finde so einen Lehrgang wichtig. Als meine Tochter Christin Jugendliche war, gab es so was nicht, was schade ist.“ Gerade betreute er sie in Rio, und schon ist er wieder ganz unten aktiv. Er bringt sich gerne ein. Zusammen mit Lutz Caspers trainiert er den Wurfkader, die anderen Kadertrainer sind Jochen Allebrand (Sprint), Lothar Spilke (Mehrkampf), Juri Tscherer (Sprung) und Fritz Seilnacht (Lauf).

Und einer hält die Fäden in der Hand: Thomas Lickteig aus Dudenhofen. Der Referent für Leistungssport, seit 18 Monaten im Amt, will die Leichtathletik in der Pfalz weiter voranbringen, er will was bewegen. Lickteig: „Ich freu’ mich tierisch, den Anpfiff geben zu dürfen. W ir wollen nicht wieder sechs Jahre warten“, begrüßte er Teilnehmer. 2010 hatten sie sich alle das letzte Mal getroffen, also die Großen mit den Kleinen, die Älteren mit den Jüngeren, sozusagen querbeet durch alle Disziplinen.

Trainer Rainer Süß (ABC Ludwigshafen/TB Oppau) meinte: „Sich austauschen und etwas über die Basics erfahren, ohne dass man im Wettkampfstress ist, finde ich prima.“ Moritz Heene (TV Thaleischweiler), das 15 Jahre alte D-Kader-Mitglied (Hürden) sagte: „Ich finde so ein Treffen richtig gut, in dieser Größe kenne ich ’s noch nicht.“

Der frisch ausgebildete Notarfachangestellte Felix Schulze (21) aus Landau, im Trikot des 1. FC Kaiserslautern über die Hürden ein Ass: „Ich denke, es ist wichtig, dass man gerade den jüngeren Athleten einen Einblick geben kann, wie denn eine Karriere etwas professioneller verlaufen kann“. Auch Sprinterin Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) war da, sie ist neben Stabhochspringer Lamin Krubally im deutschen B-Kader. Holzdeppe, Hussong und Ryzih haben A-Kader-Status.

Der D-Kader ist der Landeskader mit Athleten der Jahrgänge 1995 bis 2001, darunter gibt es eine Talentfördergruppe (2002/2003) und einen Perspektivkader der Zwölf- und 13-Jährigen. „Wir müssen als Verband zeigen, dass wir ein Interesse an den jungen Menschen haben und sie sportlich beobachten“, sagt Thomas Lickteig. Nach Kaffee und Kuchen zum Ausklang, dargeboten vom neugegründeten Förderverein, bilanzierte er: „Ich habe ein tolles Feedback, es war klasse, es lief reibungslos.“ Er weiß, dass in solch einem Tageslehrgang der Sport nicht neu erfunden wird. Aber den Gemeinschaftssinn pflegen und die Basics in Erinnerung rufen, ist auch schon richtig viel wert.

Thomas Lickteig (rechts) als Vermittler zwischen den Trainern Lutz Caspers, Udo Hussong und Lothar Spilke (vorne, von links) und den Teilnehmern des Kadereröffnungslehrgangs.
Thomas Lickteig (rechts) als Vermittler zwischen den Trainern Lutz Caspers, Udo Hussong und Lothar Spilke (vorne, von links) und den Teilnehmern des Kadereröffnungslehrgangs. (Foto: Kunz)