In der Breite ist es um die deutsche Leichtathletik nicht gut bestellt, in der Spitze hat der DLV auch schon weitaus bessere Tage erlebt.

Bei Meetings geht’s in der Regel um Zeiten, bei Meisterschaften um Medaillen. Beide Veranstaltungsformate in der Leichtathletik fordern gleichermaßen Leistungsnachweise, bei beiden kommen Zuschauer vom Fach auf ihre Kosten. Es gibt aber nicht sehr viele deutsche Leichtathleten, die bei Meetings unterkommen. Schaffen sie es, dann oft deshalb, weil sie den richtigen Manager haben. Also bieten die nationalen Meisterschaften noch immer die beste Bühne sich zu präsentieren, nicht nur für die erste Reihe der Athleten.

Nun sind Hallenmeisterschaften noch nie ein echter Maßstab für den Leistungsstand der deutschen Leichtathletik gewesen. Allein weil die Diskus- und Speerwerfer fehlen, und die deutschen haben bekanntlich Gewicht in der Welt. Wenn dann noch Europameisterschaften im eigenen Land, wie diejenigen im August in Berlin, stattfinden, wirken sie in der Halle fast wie eine Bremse. Bestes Beispiel: Um den Start von Sprinterin Lisa Mayer in Berlin nicht zu gefährden, verbot ihr Trainer Rüdiger Harksen am Samstag den Start in Dortmund, weil sie muskuläre Probleme hatte. Schweren Herzens musste Mayer verzichten. Andere setzen nur auf die Freiluftsaison.

Dennoch: In der Breite sieht es überhaupt nicht gut aus in der deutschen Leichtathletik. Und in der Spitze eben nur in manchen Disziplinen. Der Kugel-Titel der Frauen ging mit 17,37 Meter weg, der Weitsprungtitel der Männer mit 7,74 Meter. Oh oh, da hat der DLV wirklich schon bessere Tage erlebt.

In vielen Disziplinen gibt es nur Einzelkönner: David Storl, Max Heß, Mateusz Przybylko. Doch auch die wurden gefeiert. Wahnsinn, wie die Fans bei den 2,30 Meter von Przybylko jubelten oder wie sie stehend Konstanze Klosterhalfen ins Ziel trieben. „Koko“ ist ein Glücksfall. Zwar sind Duelle auf Weltniveau wie im Hürdensprint der Frauen oder eine Tatjana Pinto eher die Ausnahme. Dafür aber gab es an beiden Tagen tolle Zwei- und Dreikämpfe. Die sind nach wie vor die Würze von Meisterschaften. So gesehen haben Flair, Spannung, Konkurrenz, Leistung dann doch gestimmt in Dortmund.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
17.–18.02.2018 Deutsche Hallenmeisterschaften 2018 Dortmund (Deutschland)