Zweibrücken. Als es richtig spannend wurde und der Wettbewerb in die heiße Phase ging, saß Nicolas Dietz bereits als Zuschauer auf den Rängen. Den Titel im B-Feld des 6. Himmelsstürmer-Cups machten am Sonntag andere unter sich aus. Und dennoch wirkte der 21-jährige Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken ziemlich locker und entspannt. „Das Gefühl kehrt langsam zurück, die Basics sind da“, betont Dietz. Mit übersprungenen 4,95 Metern aus verkürztem Anlauf „bin ich ziemlich zufrieden“. Die Platzierung – am Ende Rang acht – war da Nebensache.

Dass Stabhochsprung vor allem auch Kopfsache ist, spürt Dietz seit einigen Wochen. Nach einer starken Hallensaison, in der er seine Bestleistung auf 5,30 Meter steigerte, funktioniert im Freien der Anlauf nicht mehr. „Die letzten zwei Monate bin ich nur durchgelaufen. Aus 14 Schritten bekomme ich es momentan einfach nicht gebacken.“

Beim Himmelsstürmer-Cup versuchte es der Bottenbacher deshalb aus verkürztem Anlauf mit zehn Schritten und geliehenem Material. „Im Training hatten wir nicht die passenden Stäbe, Pascal Koehl hat mir welche mitgebracht“, erklärt Dietz. Diese stellten ihn im Wettkampf aber vor Schwierigkeiten. „Der Stab, den ich bei den 4,95 Metern gesprungen bin, war zu weich.“ Die Einstiegshöhe überquerte er dennoch gleich im ersten Versuch. Mehr war allerdings nicht drin, anschließend scheiterte Dietz dreimal an 5,10 Metern. „Für diese Höhe habe ich den Stab gewechselt, der war aber viel zu hart. Mein Trainer (Alexander Gakstädter, Anm. d. Red.) meinte zwar, ich könne den springen, aber es hat sich nicht wirklich gut angefühlt.“ Trotz des verkürzten Anlaufs sei der Wettkampf kein Rückschritt gewesen, betont Nicolas Dietz, „eher ein Zwischenschritt.“ Bei den deutschen U23-Meisterschaten am kommenden Wochenende in Leverkusen „würde ich gerne wieder aus vollen 14 Schritten Anlauf springen“. Kaum noch erreichbar scheint dagegen sein großes Ziel, die Teilnahme an der U23-EM Mitte Juli in Bydgoscz (Polen). „So wie es momentan läuft, sehe ich da keine Chance. Zumal die Frist für die Norm (5,40 m; Anm. d. Red.) schon in ein oder zwei Wochen abläuft. Aber ich darf auch nächstes Jahr noch bei der U23 starten, von daher ist das jetzt nicht so dramatisch.“

Den Erfolg im B-Feld sicherte sich Dietz’ Kumpel Pascal Koehl. Der Stabhochspringer vom LA Team Saar musste allerdings einige bange Minuten überstehen, ehe er jubeln durfte. Denn noch drei weitere Athleten hatten 5,40 Meter gemeistert. Oleg Zernikel (Landau) beendete nach der seiner erfolgreichen Norm für die U23-EM den Wettkampf. Koehl ließ 5,45 Meter auflegen, brachte aber keine gültige Höhe mehr zustande. Doch seine beiden Kontrahenten, Marvin Caspari (Leverkusen) und der Finne Tomas Wecksten, pokerten zu hoch und scheiterten jeweils an 5,50 Metern. Koehl, bis zu 5,45 Metern alle Höhen im ersten Durchgang gesprungen, stand als Sieger fest. „Saisonbestleistung, ein Zentimeter unter meiner persönlichen Bestleistung, ich glaube, da kann man von einem gelungenen Wettkampf sprechen“, sagte Koehl, der sich gerne noch auf 5,45 oder 5,50 Meter verbessert hätte. „Die Höhen habe ich drauf, aber ich bin heute mit neuen Stäben gesprungen und ganz ehrlich, da habe ich schon ein bisschen Schiss gehabt“, räumte er mit einem Lachen ein.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
10.–11.06.2017 Himmelsstürmer-Cup 2017 Zweibrücken (Deutschland)