Vor einem ersten sportlichen Höhepunkt steht die Stabhochspringerin des LAZ Zweibrücken, Kristina Gadschiew. Die 26-jährige Studentin startet am Wochenende bei der Hallen-EM in Paris.

Zweibrücken/Paris. „Das passiert selten, dass wir zu einer internationalen Meisterschaft mit dem Auto anreisen können“, erklärte gestern Mittag der Stabhochsprung-Bundestrainer und hauptamtliche Trainer des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken, Andrei Tivontchik (Foto: pma), als er mit Kristina Gadschiew an der Dieter-Kruber-Halle die Stäbe auf sein Auto auflud. Damit sei auch gewährleistet, dass die Deutsche Vizemeisterin des vergangenen Wochenendes mit 4,60 Meter mit ihren gewohnten Stäben bei der Hallen-Europameisterschaft in Paris an den Start gehen könne.

Die Voraussetzungen für die 26-jährige Lehramtsstudentin in Chemie und Sport an der TU Kaiserslautern sind ausgezeichnet. Denn die Hornbacherin hat ihr vor der Wintersaison gestecktes Ziel übertroffen. „Ich hatte mir vorgenommen, mich auf dem Vorjahresniveau um 4,60 Meter zu stabilisieren. Dass meine neue Bestleistung mit 4,66 Meter herausgesprungen ist, ist umso erfreulicher“, resümiert sie. Wenngleich sie die Hallen-EM nicht unbedingt als ihr Saisonziel angegeben hatte, so hatte sie doch insgeheim damit gerechnet. „Vorsorglich habe ich meine Klausuren in Sport und Chemie, die mit der Vorbereitung zur Deutschen Meisterschaft und der EM kollidiert wären, in den April verschoben, um den Rücken freizuhaben.“ Zumal sie im März ein dreiwöchiges Trainingslager in Portugal bestreitet.

Dabei sind die internationalen Wettbewerbe mittlerweile Standard bei Kristina Gadschiew. Sie gehört in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Stabhochspringerin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Von den Olympischen Spielen in Peking 2008 und der EM 2010 in Madrid abgesehen, die Kristina Gadschiew jeweils knapp verpasst hatte, war sie bei den bei den Hallen-Europmeisterschaften in Turin und Madrid, der Hallen-WM in Doha sowie bei der Weltmeisterschaft in Berlin 2009 vertreten. Ganz abgesehen von den Universiaden, wo sie Silber und Bronze errang.

„Der Endkampf bei der EM ist mein Minimalziel.“

Kristina Gadschiew,
Stabhochspringerin

Was der LAZ-Stabhochspringerin bei der Hallen-EM in Paris, bei der sie als „Minimalziel“ die Endkampfteilnahme angibt, beunruhigt, ist der Termin der Qualifikation. Bereits um 9.05 Uhr muss die Studentin, die mit ihrer früheren Vereinskameradin Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) und Silke Spiegelburg (Bayer Leverkusen) den DLV vertritt, den Wettkampf bestreiten.

„Ich würde lügen, wenn ich von dieser frühen Zeit begeistert wäre“, erklärt sie und lacht. Deshalb sei sie „echt gespannt, wie es läuft“. Schließlich müsse sie bereits gegen fünf Uhr aufstehen, um sich über das Frühstück gezielt auf die Quali vorbereiten. „Es klingt bestimmt schlimmer als es ist“, wiegelt sie ab. „Es wird alles gut“, muntert sie sich auf.

Dafür bürgen schon ihre Miss-Kitty-Socken, die sie schon seit Jahren bei ihren Wettkämpfe im Gepäck habe. „Sie sind für mich eine Art Glücksbringer, obwohl ich mit ihnen auch schon genullt habe“, blickt die 26-Jährige auf die vergangenen Jahre zurück. Bis zu fünf bis sechs paar Socken verschleißt die Vielstarterin davon pro Jahr.

Deshalb gibt sich Kristina Gadschiew zuversichtlich, das sie den Endkampf am Sonntag ab 15.30 Uhr in Paris erreicht: „Vielleicht erfüllt sich mein insgeheimer Wunsch, und ich komme unter die ersten Fünf.“

Abreise zur Hallen-Europameisterschaft (Paris): Trainer Andrei Tivontchik (rechts) und Stabhochspringerin Kristina Gadschiew
Gemeinsam mit ihrem Trainer Andrei Tivontchik (rechts) hat Kristina Gadschiew gestern Mittag vor der Abreise zur Hallen-Europameisterschaft in Paris ihre Stäbe im Zweibrücker Westpfalzstadion aufgeladen. Foto: Marco Wille

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
04.–06.03.2011 Hallen-Europameisterschaften 2011 Paris (Frankreich)