Mannheim. Um die halbe Welt ist der Australier Jack Hale gereist, um so schnell wie noch nie zu laufen: 10,21 Sekunden! Und das im Vorlauf bei 1,6 m/s Rückenwind bei der Bauhaus-Junioren-Gala in Mannheim. In seinem Sog lief Manuel Eitel aus Ulm 10,31 Sekunden. Der erst 18 Jahre alte Hale geht nun als Mitfavorit in die U20-Weltmeisterschaften vom 19. bis 24. Juli im polnischen Bydgoszcz.

Als Hale seine Bestzeit lief, waren die Bahn noch trocken und dieTemperaturen angenehm. Doch dann setzte der Regen ein, der Wind blies kühl. Wie so oft in diesem Sommer. So gewann er den Endlauf in nur 10,38 Sekunden. Vom Mistwetter betroffen waren auch zwei Mannheimer auf dem Weg nach Bydgoszcz. Cedric Trinemeier stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, weil er wegen des einsetzenden Regens nach drei Versuchen nicht mehr zusetzen konnte. Der 18-Jährige Kugelstoßer der MTG Mannheim wollte gestern das Ticket für die U20-WM klar machen. „Ich war eigentlich gut drauf und war auch sicher, dass es klappen wird. Aber dann lief es einfach nicht im Wettkampf. Ich hatte es selbst in der Hand, ich bin maßlos enttäuscht“, klagte er. Nun muss Trinemeier, dessen Bestleistung bei 19,81 Meter steht, warten, ob der Jahresbeste Merten Howe (19,90), der gestern wegen seinen Rückenproblemen passen musste, rechtzeitig einen Gesundheitstest bestehen wird. Das WM-Ticket sicherte sich als bester Deutscher Tobias Köhler aus Leipzig, der sich auf 19,57 Meter steigerte. Den Wettkampf gewann der Schwede Wictor Petersson (20,20).

Auch Hannah Mergenthaler hatte Pech, wenngleich sie für die WM planen kann. Zehn Minuten stand die 400-m-Läuferin mit Bestzeit von 53,52 Sekunden im Regen, ehe der Startschuss fiel. „So sind halt die Bedingungen, die muss man so hinnehmen“, behielt die 19-Jährige fröstelnd, aber tapfer die Fassung, auch wenn es ihr gerade echt schlecht ging. 54,04 Sekunden war die Mannheimerin im strömenden Regen gelaufen,schneller waren die Berlinerin Hendrikje Richter mit 53,82 Sekunden und die Irin Bromell Jenna (53,97).

Der einzige Frauen-Wettbewerb bei dieser U20-Gala, der Stabhochsprung, wurde abgebrochen – wegen Regens. Es siegte Annika Roloff vor Anjuli Knäsche (beide 4,35 m) und Anna Felzmann (LAZ Zweibrücken, 4,10 m). Kurzfristig auf einen Start verzichtete Lisa Ryzih. „Ich wollte heute ein Training unter Wettkampfbedingungen absolvieren, aber das war bei dem Wetter, dem Regen und dem Wind einfach zu gefährlich“, sagte die 27-Jährige vom ABC Ludwigshafen.

Als das Wetter noch in Ordnung war, lief der letztjährige EM-Dritte der U20, Henrik Hannemann, bereits im 110-m Vorlauf in 13,62 Sekunden die Norm für Bydgoszcz und holte Platz drei in 13,64 Sekunden hinter dem Briten James Weaver und Nicholas Andrews (Australien).„Ich habe gerade das Abitur an der Stuttgarter Eliteschule des Sports und habe nun endlich den Kopf frei für den Sport. Mannheim ist ein gutes Pflaster“, sagte der 18-Jährige.

Heute (11.20 Uhr) stehen die beiden pfälzischen Hochspringerinnen Leonie Reuter (TV Rheinzabern) und Meike Reimer(ABC Ludwigshafen)vor der Qualifikation zur U20-WM.