25 Jahre lang kämpfte der ambitionierte Mittelstreckenläufer Klaus Klein um Titel und Zeiten. Jetzt trainiert der disziplinierte Sportler Jugendliche beim LAZ Zweibrücken.

Zweibrücken. Die Liebe zur Leichtathletik entdeckte Klaus Klein in der Schulzeit: „Ich war gerade 15 geworden und habe mich bei ,Jugend trainiert für Olympia’ am 1000-Meter-Lauf versucht. Das funktionierte so gut, dass mich mein damaliger Lehrer Otto Graßhoff an meinen späterhin langjährigen Trainer Karl-Heinz Werle vom LAZ Zweibrücken vermittelte“, erinnert sich der ebenso begeisterte wie erfolgreiche Mittelstreckenläufer an den Beginn seiner sportlichen Karriere.

„In meiner Kindheit spielten Computer noch keine Rolle. Wir haben viel im Wald getobt und waren ständig in Bewegung. So hatte ich mir eine Grundkondition erarbeitet, auf die ich dann später aufbauen konnte“, berichtet der 1965 geborene Polizist. „Mit den ersten Wettkampferfolgen kam der Spaß und ich bin dabeigeblieben“, erzählt Klein, der seinen größten Erfolg 1983 in Wien feiern konnte, wo er bei der Junioren Europameisterschaft über 1500 Meter den siebten Platz belegte. „Der Reiz des Wettkampfes besteht für mich darin, dass es kein perfektes Rennen gibt. Man hat immer das Ziel, es beim nächsten Mal noch besser zu machen“, verrät der disziplinierte Sportler, der während seiner aktiven Zeit wöchentlich bis zu zehn Trainingseinheiten von rund 90 Minuten absolvierte. Dass das nicht immer einfach gewesen ist, verhehlt Klein nicht. Schließlich musste er sich auch noch um die Schule und später um seine Berufsausbildung kümmern. „Da blieb nur noch das Wochenende und für anderes war relativ wenig Zeit“, erinnert sich Klein, der sich bereits während seiner aktiven Sportlerkarriere zum Übungsleiter ausbilden ließ. „Ich habe eine Gruppe von vierzehn bis fünfzehnjährigen Läufern betreut. Es war allerdings schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Ich habe ja selbst auch noch trainiert und zusätzlich im Schichtdienst gearbeitet“, sagt der 50-Jährige. Deshalb entschied er sich dafür, das Trainerdasein zunächst zugunsten der eigenen Sportlerkarriere auf Eis zu legen.

„2003 habe ich mich dann nach 25 Jahren vom Leistungssport verabschiedet. Irgendwann muss man den Absprung finden. Bestzeiten waren von meinem Alter her nicht mehr möglich, genauso wenig wie der deutsche Meistertitel“, sagt Klaus Klein ohne Bedauern. „Das letzte Ziel, das ich mir gesetzt hatte, war ein Marathon in Hamburg, den ich unbedingt unter zwei Stunden dreißig laufen wollte. Die Vorbereitung lief nicht optimal. Ich musste aus gesundheitlichen Gründen mehrere Wochen mit dem Training pausieren.“ Sein Ziel habe er um eine Minute verpasst. „Ich ging nach genau zwei Stunden und 31 Minuten durchs Ziel“, sagt er.

Danach war erst einmal Erholung angesagt. „Nach einem Marathon fällt man in ein Loch. Der Körper braucht dringend Erholung. Nach ungefähr vier Wochen bin ich wieder ins Training eingestiegen“, berichtet der begeisterte Leichtathlet schmunzelnd. Sein Herz schlage nach wie vor für den Wettkampf. „Bis 2011 habe ich noch an den Polizeimeisterschaften teilgenommen“, berichtet Klein, der sich bei den Deutschen Polizeimeisterschaften 2001 über den Meistertitel im 3000 Meter Hindernislauf freuen durfte. Mit der rheinland-pfälzischen Polizeimannschaft errang er 2001 den Mannschaftstitel im Crosslauf. „Es ist schön, einen gemeinsamen Erfolg zu feiern. Schließlich zählt geteilte Freude doppelt.“

Vor fünf Jahren hat Klaus Klein eine Ausbildung zum B-Trainer absolviert und sich seitdem beim LAZ Zweibrücken im Bereich Nachwuchsförderung engagiert. „Ich betreue Jugendliche zwischen elf und fünfzehn Jahren. In diesem Alter geht es darum herauszufinden, wo die Stärken der Jugendlichen liegen und welche Leichtathletikdisziplin für sie geeignet ist. Es ist schön, den Kontakt zu halten und weiterhin Wettkämpfe zu besuchen. Außerdem ist der Sport etwas sehr Wertvolles, wenn es darum geht, Jugendlichen zu vermitteln, was sie alles erreichen können. Er stärkt das Selbstbewusstsein“, schwärmt Klein und fügt hinzu: „Im Grunde möchte ich das zurückgeben, was ich in der Arbeit mit meinem eigenen Trainer erfahren habe. Es wäre natürlich toll, als Trainer auf einen Athleten zu treffen, der es zu den Deutschen Meisterschaften schafft.“

Die Serie

Er ist rot, er verbindet und er zieht sich durch: In der Serie „Roter Faden“ geht es um Menschen aus der Region. Jeder Porträtierte entscheidet, wer als nächstes vorgestellt wird.

Nachwuchsförderung ist dem Sportler Klaus Klein wichtig: Gern trainiert er Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren, denn der Sport führe bei vielen Kindern zu mehr Selbstbewusstsein.
Nachwuchsförderung ist dem Sportler Klaus Klein wichtig: Gern trainiert er Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren, denn der Sport führe bei vielen Kindern zu mehr Selbstbewusstsein. (Foto: potdevin)