„Wir für Deutschland“ – 451 Sportler sollen dieses Motto in Rio de Janeiro beleben. Medaillen sind gut und schön, aber nicht das alleinige Glück.

Die deutsche Olympiamannschaft steht: 451 Namen inklusive der 26 Ersatzleute wird der Deutsche Olympische Sportbund bis Montag nach Rio de Janeiro melden. Das sind weniger als erwartet, weil etwa Volleyballer, Basketballer und Wasserballer die Qualifikation verpassten, aber es sind mehr als in London 2012. Auf jeden Fall sind es genug, um Deutschland als leistungsbereites, geschlossenes und sympathisches Team zu vertreten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass im Vorfeld über Medaillen geredet wird. So sehen es die Zielvereinbarungen mit den Spitzensportverbänden vor. 44 Medaillen nennt der DOSB als ambitioniertes Ziel, wenn man ihn danach fragt. So viele wie in London. Von sich aus geht der DOSB mit der Erwartungshaltung nicht öffentlich hausieren, weil er weiß, wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinanderliegen können. Intern freilich ist die Relation zwischen Leistungssportförderung und Abschneiden immer zu überprüfen.

Vielleicht sollten sich Journalisten, Zuschauer, Olympiaverrückte oder Daumendrücker mal nicht an einer angestrebten Medaillenzahl festbeißen, sondern hinterfragen, wie eine Leistung zustande kommt. Man kann sich auch daran erfreuen, wenn ein Athlet oder eine Athletin einfach das Beste gibt. Und wenn’s dann „nur“ zu Platz sechs oder acht reicht, dann ist’s halt so. Zumal das Thema Doping mit all seinen Facetten einen ohnehin an der Vergleichbarkeit von Leistungen und Erfolgen zweifeln lässt.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)