Monatsrückblick April. Merkur-Mitarbeiter Martin Baus wirft jeden Monat einen Blick in die Zeitungsbände vergangener Jahrzehnte. Dabei erinnert er auch an die Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit in Zweibrücken vollzogen haben.

Tabula rasa wurde auf dem Gelände entlang der Lanzstraße gemacht, wo für ein neues Gewerbegebiet eine Fläche 30.000 Quadratmeter gerodet wurden. 330 Kubikmeter Bäume und Sträucher fielen den Motorsägen zum Opfer, um das Gelände erschließungsreif zu bekommen. „Wir können für eine Anbindung des neuen Gewerbegebietes an die Innenstadt keine Unterführung für 12, 13 Millionen DM bauen“, meinte Beigeordneter Günter Wind bei einem Ortstermin und bedauerte, dass die Bahn keinen schienengleichen Übergang zustimmen mochte.

1995

Ein großes dreifarbiges „Z“ stellte Oberbürgermeister Hans Otto Streuber als neues Stadtlogo vor. Darunter zu lesen stand das Motto „Rosenstadt Zweibrücken jetzt!“, wobei auf das Ausrufezeichen besonderer Wert gelegt wurde.

Spektakulär war der Aufstellung von neuen Strommasten im Wolfsloch. Unmittelbar an der Autobahnauffahrt wurde ein 43 Meter hoher Mast der 110-Kilovolt-Leitung zuerst mit einem großen Kran errichtet. Mit der Spitze des Mastes kam ein Hubschrauberdrei Tonnen wog das Gipfelstück, das per Helikopter montiert wurde.

Zwei Todesopfer forderte ein Flugzeugabsturz auf der Pottschütthöhe. Die Cessna verlor unmittelbar nach dem Start an Höhe, stürzte hinter der Landebahn ins Gelände und fing sofort Feuer. Der Flieger gehörte dem Pirmasenser Unternehmer Klaus Wagner, der dabei auch ums Leben kam.

Konturen bekam die Neugestaltung des Goetheplatzes. Der inzwischen ziemlich grünspanige Bismarck sollte umgeben werden von einer langen Pergola, Spielplatz, Bushaltestellen und reichlich Hochgrün, sprich Bäumen. Verzichten musste der eiserne Kanzler auf den Anblick von 58 Parkplätzen, denn die fielen durch die neue Anlage weg.

Für den bis dahin größten Erfolg eines Zweibrücker Sportlers sorgte Andrei Tivontchik bei der Hallenweltmeisterschaft der Leichtathleten. In Barcelona errang der LAZ-Stabhochspringer die Bronzemedaille. 5,75 Meter hatte er im ersten Anlauf übersprungen, das reichte für den dritten Platz, den er sich mit dem Südafrikaner Okkert Brits teilte. Tivontchiks Teamkollege Tim Loblinger hatte mit 5,55 Meter in der Qualifikation die Segel streichen müssen.

Und der Frühling hielt gehörig Einzug – auf zeitweise über 20 Grad kletterte die Quecksilbersäule und lockte Flaneure wie Sonnenhungrige scharenweise ins Freie.