LAZ-Speerwerfer Till Wöschler hat im vergangenen Jahr mit seiner Bestleistung von 83,52 Metern als Sieger der U 20-WM neue Maßstäbe gesetzt. Doch setzt sich der 19-jährige Bundeswehrsoldat bei der Vorbereitung mit seinem Trainer Matthias Brockelt nicht unter Druck.

Zweibrücken. Der U 20-Weltmeister des vergangenen Jahres von Moncton in Kanada, Till Wöschler, strahlt mit der Sonne um die Wette. Der 19-jährige Speerwerfer des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken bereitet sich mit seinem Trainer Matthias Brockelt in einer weiteren Übungseinheit auf die kommende Saison vor. „Es ist bisher super gelaufen“, analysiert er die bisherigen Vorbereitungen, wobei ihm bewusst ist, dass er an seinem „galaktischen Wurf“ (Brockelt) bei der WM mit 83,52 Metern gemessen wird. Um optimal vorbereitet zu sein, lässt der Zweibrücker nichts unversucht. Nach einem dreiwöchigen Trainingslager im März im portugiesischen Albufeira mit Bundestrainer Boris Henry und dem gesamten Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes befindet sich der BKaderathlet nur auf einer kurzen Stippvisite in Zweibrücken.

„Wir kopieren das erfolgreiche Konzept des Vorjahres.“

Matthias Brockelt,
LAZ-Trainer

Nachdem beim Kaderlehrgang auch seine Vereinskameradin Sara-Cathrin Krieg, die Dritte der Deutschen A-Jugendmeisterschaften mit 49,37 Metern dabei war, trainiert er seit gestern bereits wieder in Portugal. Während im März „die Grundlagenausdauer“ (Brocklet) im Mittelpunkt stand, steht nun „der Feinschliff“ (Wöschler) an, wobei auch schon Würfe aus verkürztem Anlauf gemacht werden. Neben Wöschler und C-Kaderathletin Krieg gehören zum Tross dieses vereinsinternen Trainingslagers noch Tim Burkholder, der auch zum erweiterten Kreis der ersten Handballmannschaft des SV 64 Zweibrücken zählt, Nicola Bartelmann und Diskuswerfer Marc Brendamour. Doch Till Wöschler lässt sich von den Erfolgen des vergangenen Jahres, in dem er seine Bestleistung noch einmal um acht Meter gesteigert hatte, nicht blenden, obwohl er der kommenden Saison optimistisch entgegensieht. „Wir wollen das erfolgreiche Konzept des vergangenen Jahres weitestgehend kopieren“, klärt er auf, wobei ihm sein Trainer Matthias Brockelt in der kurzen Trainingspause zunickt.

Das besteht darin, dass möglichst wenige Wettkämpfe bestritten werden, um den talentierten Speerwerfer nicht zu überfordern. „Angesichts der WM in Daegu (Südkorea) Ende August stehen wir vor einer extrem langen Saison“, erklärt Matthias Brockelt. Gleichzeitig verweist er darauf, dass sein Schützling infolge seiner Bundeswehr-Grundausbildung erst zwei Monate später in die Vorbereitung eingestiegen ist. Seit dieser Saison sind aber auch einmal im Monat Besuche im biomechanischen Institut in Leipzig eingestreut, um die Bewegungsabläufe noch zu optimieren. „Die Saison werden wir erst nach den Ergebnissen der ersten Wettkämpfe festlegen“, erklärte Trainer Brockelt. Till Wöschler wird am 7. Mai bei den westpfälzischen Leichtathletikmeisterschaften im Stadion In der Spesbach in Pirmasens einsteigen. Das sieht der Angehörige der Bundeswehrfördergruppe in Mainz als ein gutes Omen an. Hier steigerte er im vergangenen Jahr seine Bestleistung auf Anhieb auf 76,39 Meter, und das weltbeste Nachwuchstalent darf für sich in Anspruch nehmen, dass er 2010 keinen Wettkampf bei den Junioren verloren hat und seine Bestleistung sukzessive gesteigert hat.

Zu den sportlichen Höhepunkten der Sommersaison zählen neben der WM in Daegu noch die U 23-EM vom 14. bis 17. Juli in Ostrawa. Entsprechend der Ergebnisse wird Till Wöschler entweder an den nationalen Meetings etwa in Halle, Schönebeck oder Leverkusen teilnehmen, oder bei der Diamond-League und World-Challenge starten. Zum Abschluss der Saison hatte der 19-Jährige im vergangenen Jahr eine Einladung zum Abschluss der Diamond-League in Brüssel erhalten, wo er sich in dem Elitefeld als Zehnter achtbar geschlagen hatte.

Die bisherigen Trainingsergebnisse zugrunde legend, betont Trainer Brockelt: „Till ist sehr fleißig“. Alle Herausforderungen in den verschiedenen Einheiten habe er problemlos gemeistert, nachdem er seine Bänderdehnung im Knöchel gänzlich auskuriert hat. Während bisher das Speerwerfen neben dem Springen, Kugelwurf, Kraft- und Stabilisationseinheiten nur eine untergeordnete Rolle eingenommen hatte, werden nun die Wurfeinheiten gesteigert.

LAZ-Speerwerfer Till Wöschler bei der Stemm- und Abwurfphase beim Training im Westpfalzstadtion
Aufmerksam beobachtet Trainer Matthias Brockelt (links) die Stemm- und Abwurfphase seines Schützlings Till Wöschler beim Training im Westpfalzstadion. Foto: Jörg Jacobi