Alexander Vieweg hat seine Schulter-Operation aus dem Jahre 2009 auskuriert. Nun sucht er eine neue sportliche Herausforderung bei seinem früheren Verein, LAZ Zweibrücken, den er 2006 in Richtung Saarbrücken zu Bundestrainer Boris Henry verlassen hatte.

Speerwerfer Alexander Vieweg hat wieder klare sportliche Ziele vor Augen
Speerwerfer Alexander Vieweg hat beim LAZ Zweibrücken wieder klare sportliche Ziele vor Augen. Foto: dpa

Zweibrücken. Alexander Vieweg lehnt sich zufrieden zurück. Zuversicht und Optimismus strahlen aus seinem Gesicht. Das hat einen Grund: Der Speerwerfer startet ab dem 1. Januar wieder für das Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken, nachdem er 2006 zu Bundestrainer Boris Henry und SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken gewechselt war.

„Schon bei meinem Wechsel hat mir der LAZ-Vorsitzende Josef Scheer versprochen, dass in Zweibrücken die Tür für mich immer offensteht“, erklärte der 25-Jährige. Und er hat Wort gehalten. „Zunächst habe ich einen Vertrag bis zu den Olympischen Spielen im August in London unterschrieben.“ Der Stabsunteroffizier der Bundeswehr-Fördergruppe in Mainz ist froh, dass er in Zweibrücken wieder eine sportliche Zukunft hat, die bei seinem früheren Verein nach einer Schulter-Operation infrage gestellt worden ist. Das habe sich in den Vertragsverhandlungen gezeigt.

„Ich wollte bereits im vergangenen Jahr nach Zweibrücken zurückkommen“, erklärte der Olympiateilnehmer von 2008 in Peking. Mit seiner noch heute gültigen Bestweite von 83,27 Meter hatte er sich qualifiziert, war allerdings im Finale nicht mit den widrigen äußeren Verhältnissen klargekommen.

Dass die damalige Bestweite noch heute Bestand hat, hat seine Ursache in der Verletzungsseuche, die ihn seit 2009 heimgesucht hat. Wohl absolvierte er zu Beginn des Jahres 2009 noch ein Trainingslager mit Bundestrainer Henry in San Diego in den USA. Doch anschließend warfen ihn immer wieder Schulterprobleme zurück, ohne dass bei verschiedenen Kernspin-Tomografien die genaue Ursache erkannt wurde. Erst als ihm der Arzt des Saarländischen Leichtathletik-Verbandes, Dr. Frank Krämer aus Blickweiler, zu einer Operation bei Mathias Ritsch in Rosenheim riet, wurde die ganze Tragweite offensichtlich. In einer rund vierstündigen Operation wurden alle Verletzungen behoben.

Aber bis er wieder den Speer einigermaßen werfen konnte, war Geduld gefragt. „Es hat fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich mir wieder den Kopf waschen konnte“, blickt der Student für Internationales Management seit 2010 an der FH in Ansbach – LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe ist sein Kommilitone – zurück. An Würfe sei in dieser Phase überhaupt nicht zu denken gewesen und hie und da plagten ihn schon Selbstzweifel, ob er jemals wieder den Anschluss schaffen würde. „Ich konnte einen Tennisball zu Beginn nicht weiter als rund zwölf Meter werfen“, schildert er die Ausgangssituation. Erst Ende 2010 habe ich wieder langsam angefangen zu werfen.

Seine Beharrlichkeit, „als Leistungssportler musst du schon ein bisschen verrückt sein“, hat sich ausgezahlt.

„In erster Linie muss ich gesund bleiben.“

Alexander-Vieweg,
LAZ-Speerwerfer

Größtes Lob und höchste Anerkennung zollt der Speerwerfer seinem amerikanischen Alexander Vieweg hat seine Schulter-Operation aus dem Jahre 2009 auskuriert. Nun sucht er eine neue sportliche Herausforderung bei seinem früheren Verein, LAZ Zweibrücken, den er 2006 in Richtung Saarbrücken zu Bundestrainer Boris Henry verlassen hatte. Athletik-Coach in Saarbrücken, Todd Hensen, der die Aufbauphase maßgeblich begleitet hat. „Heute kann ich fast wieder schmerzfrei trainieren“, betont Alexander Vieweg und demonstriert die Ausholbewegung beim Speerwurf. Aber er ist bei der Vorgabe seiner sportlichen Ziele vorsichtig, wägt jedes Wort genau ab. „In erster Linie muss ich gesund bleiben. Dann wird sich vieles von selbst ergeben.“ Ob es für Olympia reicht, das müssten die nächsten Monate zeigen.

Mit dem Wechsel zum LAZ Zweibrücken hat er den ersten Schritt getan. Schließlich war der Kontakt nach Zweibrücken, wo seine Eltern wohnen, nie abgerissen. Zudem hatte er zu seinem ehemaligen Kollegen, wie Raphael Holzdeppe, Kristina Gadschiew und auch seinem Speerwurfkollegen Till Wöschler, „ich komme gut mit ihm zurecht“, immer noch einen guten Draht. „Ich habe deshalb auch dankend das Angebot des LAZ angenommen.“ Hoch rechnet er den Zweibrückern an, dass sie sich nach seiner Schulter-OP als Einzige, von Trainer Boris Henry abgesehen, nach seinem Befinden erkundigt hätten. „Das ist das Business“, bringt er es auf den Punkt. Nachkarten ist aber nicht „mein Ding. Ich schaue nach vorne“, erklärt er.

Mit seinem Wechsel zum LAZ bleibt vieles beim Alten. Bundestrainer Boris Henry ist weiter für seine Trainingsplanung zuständig, aber drei Mal in der Woche turnt er in Zweibrücken in der Dieter-Kruber-Halle nach den Anweisungen des sportlichen LAZ-Leiters, Bernhard Brenner. „Turnen tut meiner Schulter und das soziale Gefüge in Zweibrücken meiner Seele gut.“

Seit zwei Monaten, seit er sich mit dem LAZ in den Verhandlungen weitestgehend einig war, „bin ich ganz entspannt“. Auf den 75,81 Meter, die ihn an neunter Stelle 2011 in der DLV-Bestenliste ausweisen, will er aufbauen. Immer die 83,27 Meter vor Augen. „Ich bin zuversichtlich, dass ich in diese Reichweite wieder kommen kann“, zeigt sich Alexander Vieweg kämpferisch.

Meinung zu diesem Artikel: Nestwärme hat gefehlt

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
25.07.–12.08.2012 Olympische Sommerspiele 2012 London (England)