Der Medaillenspiegel ist beileibe nicht das Wichtigste bei einer WM. Und Titelkämpfe lassen sich untereinander eh nicht vergleichen.

Athleten beschäftigen sich vor Großereignissen wie Weltmeisterschaften allenfalls in kurzen Träumen mit jenen Zielen, die die Öffentlichkeit und vor allem auch Journalisten umtreibt: mit Medaillen. Sie sind ganz klar das Objekt der Begierde, das stimmt. Aber die, die sie holen sollen, begnügen sich nach außen oft mit einem ganz realistischen und auch entspannten Blick darauf. Sie wissen, was sie drauf haben und was die Konkurrenz kann, sie haben oft genug schon in ihrer Karriere den berühmten guten oder schlechten Tag gehabt. Ja, Tagesform und das Quäntchen Glück gehören eben auch dazu, wenn über Überraschungen oder Enttäuschungen geurteilt wird.

Gut ist es, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sich Teamchefs auf die Spielchen der Erbsenzählerei im Vorfeld einließen. Gut auch, dass Journalisten gar nicht mehr danach fragen.

Weltmeisterschaften lassen sich untereinander auch nicht vergleichen, weil die Rahmenbedingungen immer andere sind. Für einen Verband indes, der für die finanzielle Förderung des Staates an Erfolgen gemessen wird, ist das Abschneiden seiner Mannschaft schon entscheidend. Über die Sportart hinaus geblickt: Es wird damit gerechnet, dass 40 bis 50 Nationen in Doha Medaillen holen, so viele nehmen an Biathlonoder Rodel-Weltmeisterschaften längst nicht teil.

Ein Vorausblick sei erlaubt: Aufgrund der Größe der ausgeglichen besetzten deutschen Mannschaft wird ein Platz unter den besten sechs in der Nationenwertung (es zählen die Plätze 1 bis 8) zu erwarten sein. Eine Rangfolge im unsäglichen Medaillenspiegel hängt einzig und allein von der Anzahl der gewonnenen Goldmedaillen ab. Der Deutsche Leichtathletik-Verband wird für die Gesamtstatistik Ausfälle der Mehrkämpfer Arthur Abele und Carolin Schäfer, Kugelstoßer David Storl oder Hürdenläuferin Pamela Dutkewicz nicht kompensieren können.

Die größten Hoffnungen liegen auf Sieben-Meter-Weitspringerin Malaika Mihambo, den vier Speerwerfern und den beiden Zehnkämpfern aus Rheinland-Pfalz, Kai Kazmirek und Niklas Kaul. Im Wurfbereich der Frauen geht der Blick zu den Diskuswerferinnen sowie Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Speerwerferin Christin Hussong. Und im Laufbereich, ha, da gibt es vielleicht was zum Zungeschnalzen: Was bringen Konstanze Klosterhalfen und Gesa Krause auf die Bahn. Und was schafft die Sprintstaffel um Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper?

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
27.09.–06.10.2019 Weltmeisterschaften 2019 Doha (Katar)