Zweibrücken. Weil das letzte Jahr ein besonderes für das Zweibrücker Leichtathletikzentrum (LAZ) war, wurde mit dem Neujahrsempfang auch gleich noch das 30-jährige Jubiläum begangen. Im letzten Jahr war einfach kein geeigneter Termin zu finden, ließ der sportliche Leiter des LAZ, Alexander Vieweg, durchblicken. Die Feier fand im brandneuen Ausstellungszentrum Bauwerk auf dem Flughafengelände statt.

Nach dem Sektempfang ging plötzlich das Licht aus. Das war keiner technischen Panne geschuldet, sondern ein gelungener Showeffekt: Weiß gekleidete und mit weißen Aufklebern versehene junge Athletinnen führten im UV-Licht verschiedene Leichtathletikübungen durch. Weitsprung, Dreisprung, Sprint, Hürdenlauf, Speerwurf und Kugelstoßen wurden im Diskolicht dargestellt, am Ende bauten die Mädchen sogar eine Pyramide – das war schon mal ein gelungener Auftakt fürs offizielle Programm der Feier. Nach der Begrüßung des LAZ-Vorsitzenden Bernhard Brenner hielt Oberbürgermeister Marold Wosnitza die erste kurze Ansprache. „Ich muss Ihnen nicht sagen, wie stolz die Stadt Zweibrücken auf das LAZ ist“, betonte der OB, der die Anwesenden anschließend mit auf eine gedankliche Tour vom Rathaus bis zum Westpfalzstadion nahm – und dabei all die Sportstätten aufzählte, denen man auf dem Weg begegnet. „Die Erfolge sprechen für euch“, lobte Wosnitza die LAZ-Macher.

Der für den Leistungssport zuständige Vizepräsident des Landessportbundes, Jochen Borchert, verwies auf die beiden sportlichen Aushängeschilder des LAZ, Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung) und Christin Hussong (Speerwurf ). Beide seien „Weltklasseathleten zum Anfassen“. Leider war Holzdeppe terminlich verhindert, Christin Hussong jedoch nahm an der Feier teil. Der Präsident des Leichtathletikverbands Pfalz, Joachim Tremmel, sagte, er sei „extrem stolz, wenn der kleine Verband Pfalz mit seinen vielen Problemen und Herausforderungen auf einen solchen Verein blicken kann“. Sehr beeindruckend sei, dass die Athleten alle beim LAZ blieben, egal wie erfolgreich sie sind. Zum Abschluss seiner Rede wünschte Tremmel, dass auch mal ein Olympiasieger aus Zweibrücken kommt.

Hatten sich alle Redner bis dahin kurz gehalten, holte der LAZ-Trainer Karl-Heinz Werle ganz weit aus und gab einen ausführlichen Abriss von den Anfängen des LAZ bis ins Jahr 2008. Im Jahr 1988 hatten Dieter Kruber und er die Vision von „Leistungssport auf höchster Ebene“. Entgegen aller Unkenrufe konnten die beiden das LAZ etablieren. Wobei auch der Zeitpunkt günstig war, denn mit dem Fall der Mauer kamen damals viele osteuropäische Topathleten und -trainer in die Pfalz. Schon beim zehnjährigen Jubiläum habe man die stolze Bilanz von 22 deutschen Meisterschaften vorweisen können. Mit Günther Vollmar konnte man einen Experten für Vereinsrecht als Geschäftsführer installieren. Kruber, „der gewohnt war, dicke Bretter zu bohren“, so Werle, habe dann auch den Bau der Sporthalle gestemmt. Diese trägt heute den Namen des 2005 verstorbenen LAZ-Gründers. Aber auch an die vielen erfolgreichen Sportler, die er trainiert hatte, erinnerte Werle, der so sehr in Erinnerungen schwelgte, dass er meinte, er könne seine Rede auch auf zwei Stunden ausdehnen.

Das wäre dann doch etwas des Guten zu viel gewesen, und so gab es noch Zeit für den aktuellen LAZ-Leiter Bernhard Brenner, der die Erfolge der letzten zehn Jahre zusammenfasste. Holzdeppes Weltmeistertitel und der Gewinn der Europameisterschaft von Christin Hussong standen dabei natürlich an erster Stelle. Der Erfolg der Speerwerferin war wohl ausschlaggebend dafür, dass es bei der nächsten Ausgabe des vom LAZ veranstalteten Himmelsstürmer-Cup auch den Speerwurf der Frauen geben wird. Alexander Vieweg durfte dann den Ausblick in die Zukunft wagen: „Wir wollen auch hinsichtlich der olympischen Spiele 2020 die Erfolge und die Leistungen deutlich ausbauen.“ Einen Weltmeister und eine Europameisterin hat der Verein schon hervorgebracht – Vieweg wünschte sich, man könne auch eines Tages sagen: „Wir machen Olympiasieger.“