Stabhochspringer Holzdeppe fliegt zu den Spielen nach Peking – Gadschiew verpasst Nominierung

Ein Olympia-Traum ging bei den deutschen Meisterschaften in Erfüllung, ein anderer zerplatzte. Junioren-Weltrekordler Raphael Holzdeppe sicherte sich als Dritter im Stabhochsprung die Nominierung für Peking.

Zweibrücken/Nürnberg. Geschafft! Raphael Holzdeppe reißt die Arme hoch und schreit seine Freude heraus. Gerade hat der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg im zweiten Versuch 5,75 Meter überquert. Zu diesem Zeitpunkt am späten Samstagnachmittag heißt das: Er ist definitiv unter den ersten Drei und damit für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert. Im Rennen sind außerdem noch Danny Ecker (Bayer Leverkusen) und Tim Lobinger (LG Stadtwerke München). Im Vergleich zum 18 Jahre alten Holzdeppe kann man sie schon getrost als „Altmeister“ bezeichnen.
Es sind zwei Generationen, die in Nürnberg aufeinander treffen. Lobinger, Jahrgang 1972, sowie Ecker, Jahrgang 1977, sowie auf der anderen Seite Raphael Holzdeppe, Jahrgang 1989. Während die „Alten“ darum kämpfen, wahrscheinlich zum letzten Mal bei Olympischen Spielen anzutreten, mischt der Schüler des Helmholtz- Gymnasiums die Szene auf und hat in dieser Saison seinen Konkurrenten schon das ein oder andere Schnippchen geschlagen. Schon vor Nürnberg galt er als heißer Anwärter auf eine Nominierung. Bei all diesem Druck kommt ihm seine Coolness zu Hilfe. Holzdeppe: „Ich habe es geschafft, alles auszublenden. Ich habe den Druck nicht mehr gespürt.“ Alle drei überspringen am Samstag 5,75 Meter, höher kommt keiner. Danny Ecker verzichtet verletzungsbedingt auf die 5,80 Meter, ihn plagen seit Wochen Achillessehnenprobleme. Nach drei Stunden Wettkampf wagen sich Holzdeppe und Lobinger an diese Höhe, doch alle Versuche bleiben unbelohnt. Auf Grund des einen Fehlversuchs mehr bei 5,75 Meter landet der Zweibrücker am Ende auf Rang drei. „Das ist der absolute Wahnsinn. Als ich die 5,75 gesprungen bin, habe ich schon gewusst, dass ich unter die ersten Drei kommen kann und dass es für Peking reichen könnte“, beschreibt Holzdeppe seinen Wettkampf.
So richtig könne er das noch nicht realisieren. Holzdeppe: „Wenn mir vorher einer gesagt hätte, du fährst auch zu den Olympischen Spielen nach Peking – den hätte ich für verrückt erklärt.“
Mittlerweile ist der Gymnasiast im polnischen Bydgoszcz angekommen, wo morgen die U-20-WM losgeht. Die sollte eigentlich der Höhepunkt in diesem Sommer werden. Jetzt ist daraus Olympia im August geworden. „Die Olympischen Spiele kommen erst im August. Das kann ich ganz gut ausschalten. Ich konzentriere mich jetzt nur auf die WM“, erklärte Raphael Holzdeppe gestern Abend. Sein Trainer Andrei Tivontchik hat sich gestern ebenfalls auf den Weg nach Polen gemacht. „Raphael ist wirklich super gesprungen am Samstag“, lobt er seinen Schützling. „Bei 5,80 Meter im ersten Versuch war er nur knapp dran.“