Zweibrücken. Der Daumen geht nach oben. Erleichtert schnauft Raphael Holzdeppe gestern Mittag nach der überstandenen Qualifikation durch. Der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken musste bei wechselnden Winden im Londoner Olympiastadion bereits härter als erhofft um den Einzug ins WM-Finale kämpfen. Nach übersprungenen 5,70 Metern im dritten Anlauf war er dann aber perfekt.

„Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, es heute ohne dritte Versuche zu schaffen, aber im Endeffekt zählt nur, dass die Quali überstanden ist“, erklärte der 27-Jährige nach dem Wettkampf. Doch nicht nur Holzdeppe, auch die anderen Höhenflieger mussten zittern. Acht der zwölf Finalteilnehmer – zu denen letztlich alle Favoriten um Sam Kendricks (USA), Renaud Lavillenie (Frankreich), Shawn Barber (Kanada) sowie die beiden Polen Pawel Wojciekowski und Piotr Lisek gehören – überquerten die 5,70 erst im letzten Versuch. Die Quali habe ihre eigenen Gesetze, betonte Holzdeppe. Zudem habe der Wind zwischendurch gedreht, was es schwierig gemacht hat.

Ganz leicht sah es für ihn aber noch im ersten Versuch dieser WM über 5,45 Meter aus. Bei seinem Sprung hatte der Zweibrücker sicher 30 Zentimeter Luft zwischen sich und der Stange. „Und das, obwohl ich vor dem ersten Versuch immer sehr nervös bin“, gibt der Weltmeister von 2013 zu. „Als ich diesen gleich so gut gemeistert hab, war es erstmal eine Erleichterung. Das war ein perfekter Einstieg“, erklärt er. Danach wurde er schwieriger. Für die 5,60 Meter brauchte Holzdeppe zwei Anläufe, für die 5,70 dann drei. „Jetzt bin ich durch und kann mich voll und ganz aufs Finale konzentrieren.“

In dem Holzdeppe am Dienstagabend ab 20.35 Uhr auf einen genauso perfekten Einstieg hofft wie gestern Mittag. „Und auf solches Kaiserwetter“, sagt er lachend. Halten die guten Bedingungen, erwartet der Zweibrücker einen spannenden Kampf um die Medaillen. „Im Finale ist alles möglich. Hält das Wetter, dann ist für jeden alles drin. Für mich auch. Ich versuche mich auf jede Eventualität einzustellen und topfit zu sein, auch mental“, geht Raphael Holzdeppe zuversichtlich ins Finale. Um dann eine Medaille, möglichst die goldene, mit nach Hause nehmen zu können.

In der Qualifikation gescheitert ist dagegen LAZ-Speerwerferin Christin Hussong. Im letzten Versuch steigerte sie sich zwar auf 60,86 Meter, doch für den Finaleinzug hätten gut zwei Meter mehr her gemusst. Titelverteidigerin Katharina Molitor (Leverkusen) hat unterdessen ihre Saisonbestleistung um mehr als drei Meter gesteigert und ist mit 65,37 Meter im Finale dabei.

LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe will sich zur nächsten WM-Medaille schwingen.
LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe will sich zur nächsten WM-Medaille schwingen. (Foto: Jensen/dpa)
Raphael Holzdeppe.
Raphael Holzdeppe. (Foto: Martin Rickett/pa wire/dpa)

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
04.–13.08.2017 Weltmeisterschaften 2017 London (England)