LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe steigt verspätet am 17. Juni in die WM-Saison ein

Eine Oberschenkelverhärtung hat die Pläne des Olympia-Achten von Peking im Stabhochsprung, Raphael Holzdeppe, über den Haufen geworfen. Der 19-Jährige kann erst am 17. Juni in die WM-Saison einsteigen.

Zweibrücken. „Es ist still um meinen Sohn geworden“, merkte gestern Vormittag die Mutter des Olympia-Achten von Peking und U 20-Junioren-Weltrekordler des vergangenen Jahres im Stabhochsprung, Raphael Holzdeppe, an. Verständlich: Hat doch eine hartnäckige Oberschenkelverletzung aus dem Trainingslager im italienischen Formia Ende April den 19-jährigen Abiturienten etwas aus dem sportlichen Konzept gebracht. Die ursprünglichen Wettkampfpläne des Zweibrückers, der sich im vergangenen Jahr mit 5,80 Metern in die Weltspitze katapultiert hatte, wurden über den Haufen geworfen. Der zweifache Junioren-Weltrekordler des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken kann erst am Mittwoch, 17. Juni, beim Meeting in Ingolstadt in die WM-Saison einsteigen. „Die Verletzung hat sich als hartnäckiger erwiesen“, erklärte Raphael Holzdeppe gestern.

Doch bei seinem Trainer Andrei Tivontchik und dem Athleten selbst ist noch keine Unruhe zu verspüren, wenngleich die Zeit schon etwas auf den Nägeln brennt. „Wir konzentrieren uns derzeit ganz auf die Deutschen Meisterschaften am ersten Juli-Wochenende in Ulm“, erklärt der LAZ-Trainer. Denn bei der DM werden die drei Karten für die WM in Berlin (15. bis 23. August) verteilt. „Erst danach werden wir uns Gedanken um die WM machen“, will Tivontchik nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen.

Ähnlich geht es auch dem „Leichtathleten des Jahres 2008“: „Ich habe erst am Dienstag wieder mit dem Springen begonnen, nachdem ich dreieinhalb Wochen gar kein Sprungtraining machen konnte“, gibt er einen Rückblick, der vor allem von zahlreichen Arztbesuchen geprägt war, um die Oberschenkelverhärtung zu behandeln. „Ich habe am Dienstag mit einigen Schritten Anlauf mit dem Sprungtraining begonnen und werde dies in den nächsten Wochen langsam steigern.“ Doch zeigen sich sowohl Raphael als auch sein Trainer optimistisch, dass es noch bis zur DM auch mit der WM-Qualifikationshöhe (5,70 m) klappt. „Die Saison ist noch jung, aber Raphael muss gesund bleiben“ (Tivontchik).

Und darin lag das Erfolgsgeheimnis des größten deutschen Stabhochsprungtalents in der vergangenen Saison begründet, da ihn keinerlei Verletzungen aus der Bahn geworfen hatten. „Das ist halt das Los eines Leistungssportlers. Ein wenig nervt es schon“, gibt Raphael zu verstehen. „Ich hoffe, dass ich bis zu den Deutschen Meisterschaften einen wettkampftauglichen Anlauf hinbekomme“, hat er sich zum Ziel gesetzt. Vor der DM sollen deshalb noch einige Wettkämpfe bestritten werden. „Ich will unter allen Umständen noch am 24. Juni in Biberach und am 27./28. Juni bei der Junioren-DM in Göttingen starten“, erklärt er. Hier kann sich der 19-Jährige für die U 23-EM im litauischen Kaunas am 16. und 17. Juli qualifizieren. „Doch mein erklärtes Saisonziel bleibt die Leichtathletik-WM in Berlin“, lässt Raphael Holzdeppe keine Zweifel aufkommen.

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe
Erst in dieser Woche hat Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken wieder mit dem Sprungtraining begonnen. Foto: dpa