Drei der 75 Titel, die bei den süddeutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Kaiserslautern vergeben wurden, blieben in der Pfalz. Die Stabhochspringer Oleg Zernikel bei den Männern und Marc Philipp Gräfe in der Jugend U18 bescherten an den beiden Sahara Tagen ihrem Landauer Trainer Jochen Wetter zwei Goldmedaillen. Den Dreisprung der U18 gewann Imram Ahmed (TSG Grünstadt).

Kaiserslautern. Es war die Woche des Oleg Zernikel: Erst hat der 20-jährige Landauer sein Abitur mit dem Notenschnitt von 2,0 bestanden, dann sprang er mit 5,51 Meter Bestleistung – in einem astreinen ersten Versuch – und übertraf damit seinen Bronzesprung der U20 WM in Eugene im vergangenen Jahr. „Das hätte ich heute bei der Hitze nicht erwartet. Das ist echt riesig, ich bin total happy“, sagte Zernikel, der damit viel für sein unterentwickeltes Selbstvertrauen tat. Angesprochen, dass er nun bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg bei den Großen mitspringen darf, ballte er die Faust und meinte: „Das ist das Allerbeste.“ Selbstkritisch meinte er nach dem ersten guten Versuch bei 5,60 Metern: „Ich glaube, ich muss jetzt wirklich daran gehen, meinen Anlauf zu verlängern.“ Sagte es und hüpfte in den Wassergraben.

Die „Stabis“ waren im Vorteil ob dieser Möglichkeit, sich in der Zielkurve des Schulzentrum-Süd-Stadions abzukühlen. Auch Marc Philipp Gräfe hatte sich das verdient. Der 17-Jährige holte höhengleich mit dem Mainzer Niklas Kaul ebenfalls Gold. Die beiden übersprangen 4,70 Meter, Gräfe aber im ersten Versuch, Kaul erst im zweiten. Mit 4,30 gewann Alexander Jung (16) vom LAZ Zweibrücken Bronze.

Nach dem Sieg von Carolin Hingst (4,33 m) ließen auch die drei LAZ-Springerinnen Kristina Gadschiew (2. mit 4,10 m), Salome Schlemer (3. mit 3,60 m) und Natasha Montgomery (Salto Nullo), die Füße im Wassergraben baumelnd, den Wettkampf Revue passieren. „Es geht aufwärts, ich hatte seit langem mal wieder ein sehr gutes Sprunggefühl“,meinte Gadschiew, die sich vor einem Jahr einen Achillessehnenabriss zugezogen hatte. Wie’s weiter geht? „Ich weiß es selbst nicht, wenn mir das nur jemand sagen könnte“, sagte sie und will mit Blick auf Olympia 2016 in Rio nichts unversucht lassen.

14,01 Meter sprang Imram Ahmed im zweiten Versuch und brach den Wettkampf ab. Seine Fersenverletzung machte ihm zu schaffen. Aber dieser eine gültige Versuch reichte zum Sieg, und um sich für die Jugend-DM zu qualifizieren und im C-Kader des DLV zu bleiben. Im Weitsprung wurden die Plätze erst im letzten Versuch vergeben. Ahmed rutschte mit 6,61 Meter auf den fünften Rang ab, war sauer und enttäuscht. „Ich hatte mir 6,80 Meter vorgenommen“, sagte er. Aber auch er hat,wie Zernikel, Einsicht geübt und stellt endlich eine Behandlung durch einen Arzt in Aussicht, wie sein Trainer Rainer Drechsler sagte: „Seine Fersenproblem führte dazu, dass er im Weitsprung zu unsicher war.“

Silber bei den Männern holten 400m-Läufer Roy Heilmann (LGNeustadt) in starken 48,33 Sekunden und Hochspringer Sebastian Schultz (TV Rheinzabern, 2,06m) sowie in der U18 Konstantinos Tselios (ABC Ludwigshafen) in 22,51 Sekunden über 200 Meter. Bronze ging an die 3x1000m-Staffel des ABC Ludwigshafen mit Steinmüller, Filsinger und Berlejung in 7:42,66 Minuten, an 3000-m-Läufer Emil Leibrock (LC Haßloch,U18) in 9:18 Minuten sowie Hochspringerin Justine Weiß (TB Oppau, 1,73m).

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
04.–05.07.2015 Süddeutsche Meisterschaften 2015 Kaiserslautern (Deutschland)