Zweibrücken ist einzigartig. Wenn am Freitag die Olympischen Spiele in Peking beginnen, dann sind die Zweibrücker näher dabei als jemals zuvor. Denn gleich drei Olympioniken aus Zweibrücken werden in der chinesischen Hauptstadt im Stabhochsprung und im Speerwerfen an den Start gehen.

Es sind dies die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Carolin Hingst sowie Speerwerfer Alexander Vieweg. Ein Privileg darf LAZ-Trainer Andrei Tivontchik für sich in Anspruch nehmen. Er nimmt bereits an seinen zweiten Olympischen Spielen teil. Doch hat er die Seiten gewechselt. Der Bronzemedaillengewinner von Atlanta 1996 im Stabhochsprung betreut seine Schützlinge Holzdeppe und Hingst als Trainer. Seit 1996 hatte es kein Sportler mehr aus Zweibrücken geschafft, sich für dieses Treffen der weltbesten Sportler zu qualifizieren.

Aber auch Speerwerfer Alexander Vieweg, der vor zwei Jahren wegen der besseren Trainingsbedingungen vom LAZ zum SV schlau.com Saarbrücken gewechselt ist, ist in Zweibrücken herangereift. Dies bestätigte er als Trainer des Nachwuchses bei der Olympiawoche der VT Zweibrücken im Westpfalzstadion. Er hat nicht vergessen, dass er sich in Zweibrücken unter seinen Trainern Professor Dieter Kruber und Matthias Brockelt, unterstützt von Klaus Bartonitz vom Olympiastützpunkt Saarbrücken, zu einem nationalen Nachwuchs-Spitzenathleten entwickelt hat. Unter dem ehemaligen WM-Dritten Boris Henry hat er sich nun zu einem Spitzenathleten im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) entwickelt. Auf den letzten Drücker ist der 22-Jährige noch auf den Olympiazug aufgesprungen, nachdem er in Athen mit 83,27 Meter zum zweiten Mal die Norm geworfen hat.

Während Vieweg sich schon frühzeitig die Olympiade zum Saisonziel gesetzt hatte, kommt die Teilnahme von Raphael Holzdeppe völlig überraschend. Mit 5,50 Meter in die Saison gestartet, hatte niemand dem 18-jährigen Gymnasiasten, obwohl das größte Talent des DLV, zugetraut, dass er in der Paradedisziplin des DLV den arrivierten Springern ein Ticket wegschnappen könnte. Doch unbekümmert steigerte sich der Zweibrücker von Sprung zu Sprung, setzte fast bei jedem Wettbewerb neue Maßstäbe im Jugendbereich, ehe er den Junioren-Weltrekord des Russen Maxim Tarassow mit 5,80 Meter einstellte. Seine Leistungen krönte er bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg mit dem dritten Platz mit 5,75 Meter. Dabei ließ er nur den Weltklasseathleten Danny Ecker und Tim Lobinger den Vortritt für Peking.

Sowohl Holzdeppe als auch Vieweg sind Eigengewächse des Leichtathletikzentrums Zweibrücken. Sie sind die Paradebeispiele dafür, dass hier die richtigen leistungssportlichen Weichen seit nunmehr fast 20 Jahren gestellt worden sind. Allen Widersprüchen zum Trotz, hob Professor Dieter Kruber das LAZ aus der Taufe und die Nachfolger, mit Josef Scheer an der Spitze, sind erfolgreich in seine Fußstapfen getreten.

Ein Glücksfall war zweifellos die Verpflichtung von Trainer Andrei Tivontchik, der nach verschiedenen Stationen wieder zu seinem ehemaligen Verein zurückgekehrt ist. Der ehemalige Weltklasseathlet mit 5,95 Meter hat der LAZ-Stabhochsprung-Abteilung zu neuem Renommee verholfen. Nicht umsonst ist die mehrfache Deutsche Meisterin, Carolin Hingst, vom USC Mainz nach Zweibrücken gewechselt, wo sie unter Tivontchik den technischen Feinschliff erhält.

Ganz gleich, welche Erfolge diese Athleten nunmehr in Peking erzielen. Eines haben sie sicher erreicht. Die Qualifikations- oder Endkämpfe werden in der Region sicherlich mit einem deutlichen höheren Interesse und deutlich höherem Puls verfolgt werden. Alle Vier sind unentgeltliche Botschafter Zweibrückens oder werden zumindest durch ihr Training mit dem LAZ in Verbindung gebracht.

Diese Publicity haben sich alle redlich verdient. Sie ist das Ergebnis eines aufwändigen Trainings, das nunmehr mit der Olympiateilnahme in Peking belohnt worden ist.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
08.–24.08.2008 Olympische Sommerspiele 2008 Peking (China)