Meine Mama hat’s schon immer gesagt: „Du bist mal in Rio dabei!“ Auch wenn, es jetzt doch ein wenig anders verlief als sie dachte. Ich heiße Salome Schlemer und mache seit ich 14 Jahre alt bin Stabhochsprung. Vor zwei Jahren bin ich deshalb nach Zweibrücken in die Pfalz gezogen. Vor fast einem Jahr lag in unserer Trainingshalle ein unscheinbarer Zettel aus. Olympisches Jugendlager des Sportbunds Rheinland-Pfalz in Rio de Janeiro vom 01. bis 19.August für 1999 Euro. Bewerben konnten sich alle Nachwuchssportler und ehrenamtlicher Helfer des Sports. Das war ein unschlagbares Angebot vor allem, da ich mit meiner Leistung von 3,70 m weit von einer Teilnahme als Athlet in Rio entfernt bin (Norm ist 4,50 m). Deshalb musste ich das einfach probieren, denn so eine Chance erhält man vermutlich nie wieder.

Kurz vor Weihnachten kam dann schließlich die Nachricht von zwei Freundinnen, aus meinem Verein LAZ Zweibrücken, die sich ebenfalls beworben haben, dass sie dabei sind. Mein Problem war: Ich war derzeit zu Hause in Breitbrunn am Chiemsee und konnte deshalb nicht an meinen Briefkasten. Also rief ich meine Nachbarin an, dass sie mal mit spitzen Fingern hinein greifen sollte und mir das Ergebnis mitteilen sollte. Sobald sie vorlas, dass ich dabei sein würde, war mein Jubel nicht zu überhören! Ab diesem Moment freute ich mich auf Rio! Egal ob es in den Nachrichten war (auch wenn es großteils eher schlechte waren) , auf Facebook daran erinnert zu werden oder von meinen Freunden erwähnt wurde, jedes Mal wurde die Vorfreude größer.

Am 25.Juni hatten wir ein Vorbereitungstreffen in Mainz, um alle Fragen zu klären und die anderen 39 Teilnehmer sowie 10 Betreuer kennen zu lernen. Wir erfuhren z.B. einiges über Rio selbst: Orte, Verbindung, Übernachtung, Verhaltensweisen vor Ort, etc. Auch, dass wir zuvor einige Ausflüge machen werden sowie sieben Eintrittskarten bekommen. Das große Highlight war dann die Übergabe der Klamotten, Schuhe, Taschen und vieles mehr im Gesamtwert von 500 Euro. Das Lager ist zum Großteil gesponsert vom Innenministerium sowie einigen Sponsoren (Intersport, ProTouch, McKinley,...) die uns dieses Erlebnis erst möglich gemacht hatten.

In der letzten Woche nun ging es endlich ans Packen und Besorgen der letzten Dinge. Am 01. August um 17:00 Uhr trafen wir uns dann am Flughafen Frankfurt um um 20:20 Uhr den Flieger zu besteigen. Es ging durch die Nacht 12 Std , 7328 km lang bis zum Ziel Rio de Janeiro in Brasilien. Im Flieger trafen wir auch schon erste Athleten aus der Mongolei, Tschechien, Russland und natürlich Deutschland.

Angekommen um 3:40 Uhr dortige Zeit (MESZ 8:40 Uhr) fuhren wir mit dem Bus zur Unterkunft nach Bairro Tijuca zu unserer Unterkunft im Kloster, das eine Jugendherberge führt. Nachdem wir die Zimmer bezogen haben und uns noch ein wenig ausgeruht haben ging es nach dem Frühstück direkt zur Copacabana. Mit Bus und Bahn bahnten wir uns den Weg durch die Stadt. Das Bussystem ist dabei sehr gewöhnungsbedürftig: Man muss dem Busfahrer zu verstehen geben, dass man mitfahren möchte. Sollte er stehen bleiben, nennt man ihm das Ziel und daraufhin sagt er ob er dort hinfährt oder nicht. Wenn es der richtige Bus war, muss man zum Aussteigen an der gewünschten Stelle ebenfalls laut rufen. Gar nicht so einfach ohne große Portugiesischkenntnisse! Irgendwie haben wir es aber doch geschafft und an der Copacabana ging es dann erstmal in die Wellen, danach eine Runde Volleyball. Andere Teilnehmer besuchten derweil schon den Fan-Shop der direkt daneben aufgebaut war. Links von uns sahen wir schon groß die Beachvolleyball-Arena. Nachdem wir uns dort noch weitere Tickets besorgt haben, ging es wieder zurück. Alle recht müde schon vom Jetlag, fielen wir dann bald ins Bett.

Salome Schlemer

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)