Speerwerfer Alexander Vieweg trainiert Jugendliche bei VTZ-Woche – WM noch nicht abgeschrieben

Alexander Vieweg, der frühere Athlet des LAZ Zweibrücken, war gestern Vormittag zur Stippvisite im Westpfalzstadion. Der Olympiateilnehmer von 2008, der jetzt für den SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken startet, trainierte bei der VTZ-WM-Woche den Leichtathletik- Nachwuchs.

Zweibrücken. „Arm lang, Hand mit dem Speer über den Kopf“, hallte es gestern Morgen über den Nebenplatz im Westpfalzstadion. Die Anweisungen gab den Zehn- bis Zwölfjährigen bei der VTZ-WM-Woche der bekannte deutsche Speerwerfer Alexander Vieweg. Geduldig zeigte der 23-Jährige den Schülern nach verschiedenen Dehnübungen und dem Einwerfen mit den sogenannten Heulern, wie der exakte Griff mit Daumen und Zeigefinger hinter dem Griffband am Speer zu erfolgen hat. Mit dem ehemaligen Speerwerfer Christian Fusenig von der VTZ betreute er die Werfergruppe, wobei die Teilnehmer zunächst mit spielerischen Übungen mit dem Speer vertraut gemacht wurden.

Doch der U 23-Europameister von 2007 und ehemalige Athlet des LAZ Zweibrücken, der heute für den SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken startet, zeigte ein Händchen für den Nachwuchs. Ihre ersten Wurfversuche absolvierte die elfjährige Lena Rottmann. Die Schülerin der Mannlich-Realschule trainiert erst seit einem halben Jahr bei der VTZ unter Margit Schultheiß. Seine ersten Erfahrungen sammelte auch Michael Berger unter Alexander Vieweg, der im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen in Peking gestartet war. Der 12-jährige Schüler des Helmholtz-Gymnasiums betreibt die Leichtathletik bei der VTZ erst seit einem Monat, nachdem er zuvor in der D-Jugend des SV 64 Handball gespielt hatte.

Und genau darauf zielt auch die VTZ-WM-Woche ab, Jugendliche für die Leichtathletik zu begeistern. „Wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass es noch andere Sportarten gibt außer Fußball und Tennis“, betonte Christian Fusenig, dessen Vater Manfred mit Margit Schultheiß die fünftägige WM-Woche leitet. Und beide zeigten sich „mitten in den Ferien“ von der Resonanz zufrieden.

Seit Montag tummeln sich 52 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren im Westpfalzstadion, wo sie „in spielerischer Form“ in die verschiedenen leichtathletischen Disziplinen eingeführt werden. „Den Kindern macht es riesigen Spaß, frei von jeglichem Wettkampfgedanken sich in den Grunddisziplinen zu üben.“ Für das Laufen und den Weitsprung sind Frank Teucke und Julia Schenkenberger zuständig, den Sprint- und Hürdenbereich übernehmen Margit Schultheiß und Sandra Abel, während für den Hochsprung und die Würfe Manfred Fusenig und Bettina Rittershofer verantwortlich sind. „Es macht Spaß, mit den Jugendlichen zu trainieren, die mit einem Rieseneifer dabei sind“, sagt Manfred Fusenig. Der Abschluss der WM-Woche erfolgt am Freitag mit einem spielerischen Dreikampf. „Wir hoffen, dass sehr viele der Teilnehmer Lust bekommen, Leichtathletik weiter zu betreiben“, erklärte Fusenig. Ein Großteil der Teilnehmer gehört noch keinem Verein an.

Für Alexander Vieweg war die Trainingsstunde eine willkommene Abwechslung. Denn der Speerwerfer, der noch der WMQualifikation für Berlin von 81 Metern bei einer Bestweite von 83,27 Meter hinterherhinkt, laboriert an einer Verletzung des Stemmbeins nach einem Ausrutscher. Dazu hat sich seit dem Meeting in Athen noch eine Rippenprellung hinzugesellt, sodass er erst heute wieder nach einer einwöchigen Pause mit dem Wurftraining beginnen kann. „Ich will meine Chance nutzen, noch auf den WM-Zug aufzuspringen“, gibt sich das Mitglied der Sportförderkompanie in Mainz kämpferisch. „Am Sonntag beim Werfertag auf dem Kieselhumes und bei der DLV-Gala in Wattenscheid will ich meine letzten Möglichkeiten nutzen. Die Quali-Weite habe ich drauf. Ich muss nur schmerzfrei werfen können.“

Speerwerfer Alexander Vieweg zeigt die richtige Wurfhaltung
Alexander Vieweg korrigiert die Wurfhaltung der elfjährigen Lena Rottmann. Foto: Jörg Jacobi