„Hauptsache, das Ende ist gut“, sagte Raphael Holzdeppe nach seinem ersten Auftritt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften am Samstag in Doha/Katar zur RHEINPFALZ. Spannend hatte er den Wettkampf an seinem 30. Geburtstag gestaltet, erst mit seinem dritten Sprung über 5,75 Meter machte er die Finalteilnahme am Dienstag klar.

Doha. Gefreut hatte sich Raphael Holzdeppe auch über die Geburtstagkarte, die er, unterschrieben von recht vielen Journalistenkollegen, in der Mixed Zone überreicht bekam. Luftballone klappten sich da aus beim Öffnen, vielleicht lässt er am Dienstag auch mal wieder einen Ballon steigen. Nach WM-Gold 2013 und WM-Gold 2015 lief es nicht mehr so gut, bei der WM 2017 war er im Finale an seiner Einstiegshöhe, bei Olympia 2016 und der EM 2018 jeweils in der Qualifikation gescheitert.

Nun also wieder ein Finale. Er hatte vor den Sprüngen über 5,70 Meter den Stab gewechselt, flog im dritten hoch drüber und wusste, dass er einen solchen bei 5,75 Meter noch einmal treffen muss. „Ich war ganz schön nervös, aber ich war positiv gestimmt und fühlte mich gut“, sagte er. Trainer Andrei Tivontchik musste von außen nicht eingreifen. „Mittlerweile kennen wir uns so lange und so gut, dass wir im Wettkampf wenig reden müssen. Das Gefühl, das ich beim Sprung habe, spiegelt genau das wieder, was er sagen wollte. Wir stimmen uns dann nur kurz ab, sind schnell fertig mit dem Besprechen. Wenn er meint, dass ich übernervös bin, versucht er einzugreifen und mich runterzuholen. Heute hat er gesehene, dass alles passt“, schilderte „Raffi“ die Kommunikation zu Tivontchik.

Die Bedingungen war er sehr gut. „Dafür, dass so wenige Zuschauer da waren, war es sehr lautstark. Es sind für eine WM ein bisschen wenig, aber in Moskau, als ich Weltmeister wurde, war es auch nicht ausverkauft. Ich bin hier, um eine WM zu machen. Wenn die Leistung stimmt, macht es keinen Unterschied, ob ein Zuschauer da ist oder 10 000“, sagte Holzdeppe.

Heute startet Hussong

Heute greift Holzdeppes Vereinskollegin Christin Hussong ins Geschehen ein. Die 25 Jahre alte Speerwerferin vom LAZ Zweibrücken ist seit Freitag in Doha und fand es „super, dass wir ins Belek waren. Da konnten wir uns etwas an die Temperaturen gewöhnen, aber hier ist es noch viel heißer“, sagte die Europameisterin von Berlin am Sonntag bei der Pressekonferenz. Sie sei bisher nur in Hallen zum Training gewesen, aber da können wir ja nicht werfen, merkte sie an. Nach der Pressekonferenz traf sie Mutter Gabi und deren Bruder Günter, die in einem anderen Hotel wohnen. Christins Freund Richard blieb zuhause. Er muss, sagte sie lachend, auf die Oma und den Hund aufpassen: „Für ihn ist die Hitze nicht so gut, glaube ich“. Schon am Donnerstag reist sie wieder ab – in den Urlaub. Vermutlich nach Griechenland.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
27.09.–06.10.2019 Weltmeisterschaften 2019 Doha (Katar)