Der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken, Raphael Holzdeppe wagt den Spagat. Der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele trainiert künftig in München, startet aber weiterhin für seinen Heimatverein.

Raphael Holzdeppe startet weiter im Trikot des LAZ Zweibrücken
Stabhochspringer Raphael Holzdeppe startet weiter im Trikot des LAZ Zweibrücken. pma/Birkenstock

Zweibrücken. Raphael Holzdeppe vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken, Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von London im Stabhochsprung, hat am Dienstag angekündigt, dass er künftig seinen Lebensmittelpunkt nach München verlegen wird. Starten werde er aber weiterhin für das LAZ Zweibrücken (wir berichteten). Als maßgeblich für den Wechsel machte der 22-Jährige sportliche Gründe geltend. In München erhofft er sich in der Trainingsgruppe von Chauncey Johnson mit Malte Mohr und Fabian Schulze größere Impulse für seine Weiterentwicklung.

Eckhart Schiller
Eckhart Schiller
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Der Vorsitzende des Stadtverbandes für Sport in Zweibrücken, Eckhart Schiller, bedauerte gestern den Wechsel. Gleichzeitig zeigte er aber auch Verständnis für Holzdeppe, dass er sich künftig einer hochkarätigen Trainingsgruppe sportlich weiterentwickeln wolle: „Das ist eine gute Sache.“ Da er weiterhin für das LAZ starten wolle, sehe er den Wechsel nach München nicht so dramatisch: „Raphael Holzdeppe geht uns nicht verloren.“ Gleichzeitig brach Schiller eine Lanze für das Bundesleistungszentrum in Zweibrücken mit seinen hervorragenden Trainern.

Kurt Pirrmann
Kurt Pirrmann
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Der Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann bedauert, dass Raphael Holzdeppe von Zweibrücken weggeht. Dass er aber weiterhin für seinen Heimatverein LAZ starte, wertet er als positives Zeichen der Verbundenheit. Der Bronzemedaillengewinner sei noch ein junger Mann, dem er weiterhin viel Erfolg wünsche, da ihm die Zukunft als einem der größten Stabhochsprung-Talente Deutschlands gehöre. Zugleich bleibe der Stabhochspringer weiterhin mit Zweibrücken verbunden, da seine Eltern in Niederauerbach wohnen.

Kristina Gadschiew findet es echt schade, dass sie künftig auf ihren Trainingskollegen „Raphi“ verzichten muss. Doch sie verstehe ihn, er sei ein absoluter Topathlet. Mit dem Wechsel nach München erfülle er sich einen Traum, den er schon seit dem Abschluss seiner Schulzeit verfolge. Nun könne er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen in einer Großstadt leben, wo zudem noch die besten sportlichen Voraussetzungen herrschen. Positiv bewertet sie, dass er künftig nicht für einen anderen Verein starte.

Otto Graßhoff
Otto Graßhoff
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Für den Präsidenten der VT Zweibrücken, Otto Graßhoff, kommt der Wechsel sehr überraschend. Er selbst gilt als ein Verfechter, möglichst lange bei einem Verein zu bleiben. Allerdings gesteht er ein, dass während seiner aktiven Zeit auch Geld noch keine so große Rolle gespielt hat. Deshalb findet er es sehr schade, dass Raphael Holzdeppe künftig in München trainiert. Unverständlich erscheint ihm der Trainerwechsel. Bisher habe er den Eindruck gewonnen, dass das Verhältnis zu seinem Trainer Andrei Tivontchik sehr eng sei, und die bisherigen Erfolge auf dieser guten Zusammenarbeit basierten. Da Raphael Holzdeppe weiter für das LAZ starte, erhoffe er sich, dass der Landessportbund bei dem heutigen Gespräch mit dem LAZ-Vorsitzenden Josef Scheer in Mainz dem Bundesleistungszentrum auch finanzielle unter die Arme greife.

Richard Denger
Richard Denger
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Nach der Bronzemedaille von Raphael Holzdeppe hatte der Vorsitzende des Fußball-Oberligisten SVN Zweibrücken, Richard Denger, vermutet, dass „alles eitel Sonnenschein“ und eine Vertragsverlängerung in Zweibrücken nur noch Formsache sei. Umso überraschter zeigte er sich über den Wechsel des 22-Jährigen nach München, den er bei vielen Begegnungen als netten jungen und selbstbewussten Mann kennengelernt habe. Nach dem Riesenerfolg bei den Olympischen Spielen in London hatte er erwartet, dass die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden, um einen derartigen Weltklasse-Athleten zu halten. „Ich finde seinen Weggang schade, und hoffe, dass daraus dem LAZ keine finanziellen Nachteile entstehen.“

Diese Bedenken teilt Bernhard Brenner, stellvertretender Vorsitzender des LAZ, nicht. Raphael Holzdeppe startet weiter für das LAZ, und erzielt weiterhin die Erfolge national oder international für Rheinland-Pfalz. Der 22-Jährige hatte ihn bereits in einem persönlichen Gespräch über seinen Wechsel nach München vor rund einer Woche eingeweiht.

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