Spannender Fight um Meistertitel im Stabhochsprung ñ Holzdeppe springt erneut 5,40 Meter

Von den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften am vergangenen Wochenende im Sindelfinger Glaspalast kehrte Raphael Holzdeppe mit der Goldmedaille im Gepäck zurück. Der 17 Jahre alte Stabhochspringer des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrücken hatte nach einem spannenden Zweikampf mit dem Leverkusener Marvin Reitze das bessere Ende für sich.

Ein wahrer Nervenkrieg spielte sich ab rund um die Stabhochsprunganlage im Sindelfinger Glaspalast. Beim ersten Aufeinandertreffen der beiden großen A-jugendlichen Stabhochsprungtalente in der laufenden Hallensaison wurde teilweise hoch gepokert. Sowohl Holzdeppe als auch Reitze, die beide bei der Juniorenweltmeisterschaft 2006 in Peking das Nationaltrikot trugen, stiegen bei 5,05 Metern in den Wettkampf ein. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch zwei weitere Springer in der Konkurrenz. Gleich bei seinem ersten Sprung musste der Zweibrücker einen Fehlversuch verarbeiten, gewann aber danach zusehends an Sicherheit. Über 5,15 Meter kamen beide Springer ohne Probleme. Die Höhe von 5,25 Metern überquerte Holzdeppe im zweiten Versuch, während Reitze zwei Fehlversuche hatte. Daraufhin ließ dieser für seinen letzten Versuch die Latte auf 5,30 Meter legen - und überquerte sie. Durch diesen Schachzug blieb der Leverkusener zum einen im Wettbewerb, zum anderen lag er nun in Führung. Aber Holzdeppe zeigte Nervenstärke und übersprang im Gegenzug im ersten Versuch 5,35 Meter ñ diese Höhe ließ Reitze aus. Schließlich wurden 5,40 Meter aufgelegt. Der erste Versuch ging bei beiden Springern daneben, Holzdeppes zweiter Sprung war erfolgreich. Somit hatte der LAZler in diesem Wettbewerb wieder die Nase vorn. Wenn Reitze nachzog, wären sie gleichauf gewesen. Der Leverkusener witterte aber seine Chance, erneut in Führung zu gehen und legte die Latte für seine verbliebenen zwei Versuche auf 5,45 Meter, die er in dieser Saison im Gegensatz zum Zweibrücker bereits gemeistert hatte. Dieses Mal aber ging seine Rechnung nicht auf, beide Versuche schlugen fehl. Im Anschluss an diesen Krimi versuchte Holzdeppe noch, seinen Meistertitel noch mit einem Sahnehäubchen zu krönen. Zum dritten Mal in dieser Hallensaison griff er den deutschen Jugend-Hallenrekord von Danny Ecker (5,52 Meter) an und versuchte sich ñ letztlich vergeblich - an der Höhe von 5,53 Metern. »Ich hatte erst ein paar Probleme, in den Wettkampf reinzukommen« fasst Holzdeppe zusammen. »Doch nach den 5,35 Metern wusste ich, dass ich hier gegen Marvin Reitze gewinnen kann. Mein letzter Versuch über die 5,53 Meter war äußerst knapp. Draußen werde ich probieren, den A-Jugend-Freiluftrekord von Lars Börgeling von 5,63 Metern zu knacken. «

Natasha Benner, eine Altersklasse höher startende Stabhochspringerin des LAZ Zweibrücken belegte in der A-Jugend mit 3,55 Metern zusammen mit einer weiteren Springerin den neunten Rang. Daniel Guth (200 Meter) und Aline Krebs (1500 Meter) konnten sich beide nicht für ihre Endläufe qualifizieren.

Bei den parallel ausgetragenen Deutschen Winterwurfmeisterschaften der A- und B-Jugend wurde Speerwerfer Till Wöschler in der B-Jugend mit 63,70 Metern Fünfter. Mit diesem Wurf konnte der 16-Jährige seine bisherige Bestmarke um über drei Meter steigern und erfüllte damit zudem die Bundeskadernorm. Vereinskollege Marc Brendamour, war mit einer Vorleistung von 57,48 Metern gemeldet, die er allerdings mit dem 1 Kilogramm schweren Diskus in der Schülerklasse erzielte, muss seit Jahresbeginn die noch ungewohnte 1,5 Kilogramm schwere Scheibe werfen. Mit seiner neuen persönlichen Bestleistung von 42,09 Metern erreichte er den 14. Platz.


Zwei Titel für LAZ-Sportler bei Hochschulmeisterschaften

Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Karlsruhe gewann Kristina Gadschiew vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken den Titel im Stabhochsprung mit 4,10 Metern. Im Hochsprung setzte sich zum wiederholten Male Routinier Anja-Wich-Heiter durch. Sie übersprang 1,69 Meter. Im Stabhochsprung der Männer wurde Stefan Müller mit 4,80 Metern Sechster, ein Platz dahinter folgt Kirill Bourovoi mit 4,70 Metern.