Interview: Sportdezernent Rolf Franzen über die Höhepunkte des Sportjahres 2008 aus Zweibrücker Sicht

Das Sportjahr 2008, eines der erfolgreichsten für die Stadt Zweibrücken, nähert sich seinem Ende. Was waren die Höhepunkte, aber auch die Enttäuschungen des Jahres? Und was erwartet die Stadt im Bereich des Sports im nächsten Jahr? Diese Fragen stellte Merkur-Redaktionsmitglied Ulrike Otto dem Zweibrücker Beigeordneten für Sport, Rolf Franzen.

Herr Franzen, wie hat Ihnen das Sportjahr 2008 gefallen?

<blockquote><strong>Rolf Franzen:</strong> Ich habe mir zum Jahresende nochmal alle Ergebnisse zusammen fassen lassen. Und ich war doch ein wenig überrascht, wie viele Meistertitel nach Zweibrücken gegangen sind, die bei Welt- und Europameisterschaften sowie deutschen Titelkämpfen errungen wurden.</blockquote>

Was war Ihr sportlicher Höhepunkt in diesem Jahr?

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Da ich als früherer Leichtathlet diesem Sport immer noch sehr verbunden bin, ist das sicherlich die Olympia- Teilnahme von Raphael Holzdeppe. Er ist zu Recht der Überflieger der Saison. Ich kenne ihn persönlich und habe ihn vor den Spielen angerufen.<!-- Fehler von Merkur: Leerzeichen fehlte.--> Ich habe ihm gesagt, er hat mit der Teilnahme alles erreicht und kann ganz entspannt in den Wettkampf gehen. Er ist auch wirklich ein sehr sympathischer Kerl.</blockquote>

Welcher Sportler hat Sie noch beeindruckt?

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Auf jeden Fall Helmut Dehaut. 100 Kilometer zu laufen, das ist wirklich ein Unding. Natürlich positiv gemeint. Ich habe das einmal ausgerechnet. Mit jeder der zehn Zeiten für einen Zehn-Kilometer-Abschnitt kann er immer noch in der Spitzengruppe der Zweibrücker Läufer bei einem einzelnen Lauf dieser Länge mithalten. Nennen möchte ich auch Ingeborg Franke. Nicht, dass sie in ihrem gesegneten Alter noch Sport macht, sie macht es auch noch auf diesem guten Niveau.</blockquote>

Und abseits der Leichtathletik?

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Die letzten Nachrichten über die Wassersportfreunde Zweibrücken haben mich wirklich gefreut, nicht nur, weil mein Sohn mit Frank Schmidt befreundet ist. Frank ist zwar durch seine Ausbildung bei der Polizei etwas eingeschränkt. Aber ich ziehe den Hut vor den Erfolgen der Brüder Frank und Florian Schmidt sowie Neil und Till Pallmann.</blockquote>

2008 war in Zweibrücken ja definitiv ein Jahr des Fußballs.

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Den kann man natürlich nicht außen vor lassen. Immerhin sind ja drei Mannschaften aufgestiegen. Den SV Niederauerbach haben wir nach vielen Anläufen endlich in die Oberliga bekommen. Das freut mich besonders, da ich ja in Niederauerbach geboren bin. Die VB Zweibrücken spielen in der Bezirksliga wirklich guten Fußball. Sehr schön ist auch, dass Ixheim, wo ich wohne, den Wiederaufstieg in die Bezirksklasse geschafft hat. Das haben wir im Sommer mit der Meisterfeier im Zirkuszelt auch von Seiten der Stadt öffentlich gewürdigt. Immerhin tragen diese Vereine den Namen Zweibrücken positiv nach außen. Nur Landesligist TSC Zweibrücken hätte ich gern noch dabei gehabt. Die haben als Dritter ja leider den Aufstieg verpasst.</blockquote>

Gab es für Sie auch eine sportliche Enttäuschung im Jahr 2008?

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Enttäuscht würde ich ich nicht sagen. Einer, der mir auf jeden Fall leid getan hat, war Speerwerfer Alexander Vieweg. Da springt er in letzter Sekunde noch auf den Olympia-Zug auf, und schafft es dann nicht, der Nominierung dort gerecht zu werden. Das fand ich sehr schade. Etwas enttäuscht hat mich vielleicht der 1. FC Kaiserslautern in der letzten Saison. Das war ein Bibbern und Zittern bis zum letzten Spieltag. Nach der Saison konnte man eigentlich nicht erwarten, dass sie jetzt wieder oben stehen.</blockquote>

Im Bereich Sportstätten hat sich ja ein wenig getan in diesem Jahr. Die Festhalle und auch das Trimini der VT Zweibrücken wurden beispielsweise renoviert.

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Das Trimini war unser gefördertes Projekt in diesem Jahr. Dazu kamen aber noch die beiden DFB-Minispielfelder in Ernstweiler und Mittelbach. Da haben wir jeweils das Gelände zur Verfügung gestellt und den Vertrag mit dem DFB geschlossen. Auch die Vereine haben viel dazu beigetragen. Diese Spielfelder sind gut für die Vereine und die Ortsgemeinschaft. Wo man gemeinsam Hand anlegt, da achtet man auch besser darauf.</blockquote>

Wo sehen Sie noch großen Verbesserungbedarf?

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Es gibt eine lange Liste von Sportstätten, wo noch etwas getan werden muss. Im Freibad werden im Frühjahr noch vor Eröffnung der Badesaison neue Sanitäranlagen installiert. Dann gibt es noch die ein oder andere Halle, wo mittelfristig etwas getan werden muss. In der Kreuzberghalle, der Sporthalle hinter der Festhalle oder in der Halle des TV Ixheim beispielsweise. In Rimschweiler hat es in diesem Jahr einen Wasserschaden gegeben.</blockquote>

Was steht denn genau auf dem Plan für 2009?

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Das Projekt für 2009 wird der Sportplatz der VB Zweibrücken. Aus dem Hart- soll ein Rasenplatz werden. Das ist auch schon durch die entsprechenden Gremien gegangen. Die nächste Baustelle wäre sicherlich das Westpfalzstadion.</blockquote>

Der SV Niederauerbach wünscht sich ja eine Flutlichtanlage.

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Wir haben schon überlegt, ob es Sinn macht, den Hartplatz, der ja eine Flutlichtanlage hat, zu einem Kunstrasenplatz umzubauen. Es würde Sinn machen, aber es kostet zuviel. Zwei größere Bauprojekte in einem Jahr können wir nicht stemmen. Da schaut Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion sehr genau hin. Das bekämen wir auch nicht genehmigt. Sinnvoll wäre es, diese Dinge in einer größeren Maßnahme zusammen zu fassen. Also Kunstrasen, Fluchtlicht, Behindertentoilette und Tribünen. Daran müssen sich Land und Sportverbände aber in jedem Fall beteiligen.</blockquote>

Bald ist Weihnachten. Was wünschen Sie sich für das Jahr 2009?

<blockquote><strong>Franzen:</strong> Auf jeden Fall den Klassenverbleib des SV Niederauerbach. Ich denke, sie haben im Moment das Potential, um in der Oberliga zu bleiben. Dann wünsche ich mir, dass die VBZ den Durchmarsch in die Landesliga schaffen. Und bei den Ixheimer stehen die Zeichen ja gut, dass sie die Relegation für die Bezirksliga schaffen können. Aber ich wünsche auch allen anderen Zweibrücker Sportvereinen viel sportlichen Erfolg im neuen Jahr.</blockquote>
Raphael Holzdeppe
Überflieger im Sportjahr 2008: Stabhochspringer Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken. Foto: dpa
Alexander Theimer mit Sportbeigeordneter Rolf Franzen
Bei der Zweibrücker Fußball-Stadtmeisterschaft im Juli überreicht Sportbeigeordneter Rolf Franzen den Sieger-Pokal an Alexander Theimer von den VB Zweibrücken. Foto: Norbert Schwarz