LAZ-Stabhochspringerin Kristina Gadschiew peilt Nominierung für WM an

Vor einem Jahr verpasste Kristina Gadschiew als Vierte der Deutschen Meisterschaft knapp die Nominierung für die Olympischen Spiele. In diesem Jahr kämpft die Stabhochspringerin des LAZ Zweibrücken mit vollem Einsatz um die WM-Teilnahme in Berlin.

Zweibrücken. Kristina Gadschiew ist von Natur aus ein fröhlicher und optimistischer Mensch. Sie lacht gern und sie lacht viel. Doch vor einem Jahr war der Stabhochspringerin vom Leichtathletik-Zentrum (LAZ) Zweibrücken alles andere als zum Lachen zumute. Mehrfach hatte sie damals die Norm für die Olympischen Spiele in Peking bereits übersprungen. Doch bei den Deutschen Meisterschaften landete sie denkbar knapp auf dem undankbaren vierten Rang und verpasste somit die Qualifikation für Peking. „Ich war so enttäuscht. Ich war eine Woche nur zu Hause und hatte zu gar nichts Lust“, erzählte Gadschiew damals. Doch langsam kämpfte sich die Hornbacherin heraus aus diesem Loch, wurde im August 2008 Süddeutsche Meisterin. Doch wenn sie an diesem Sonntagnachmittag bei den Deutschen Meisterschaften (DM) in Ulm startet, verfolgen sie die Ereignisse des vergangenen Jahres wie ein Schreckgespenst. Die Hornbacherin Kristina Gadschiew ist eine von erst drei Springerinnen, die die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) von 4,50 Metern für die Weltmeisterschaft in Berlin (13. bis 25. August) bereits einmal erfüllt haben. Wiederum entscheidet erst die DM über die endgültige Nominierung. Nur die ersten Drei mit Normerfüllung fahren nach Berlin.

Und wieder stehen die Zeichen gut für die LAZ-Athletin. „Doch seit letztem Jahr fühle ich mich in keiner Weise mehr sicher. Die Situation ist gut vergleichbar. Da die Norm diesmal nur ein Mal erfüllt werden muss, haben im Prinzip alle noch eine Chance“, erklärt die Lehramtsstudentin für Sport und Chemie an der TU in Kaiserslautern. Bisher haben die Mainzerin Anna Battke und Silke Spiegelburg aus Leverkusen die Norm überboten. Psychologisch eine schwierige Situation, die Kristina Gadschiew jedoch mit ihrem bekannten Optimismus zu lösen versucht. „Wie ich mich kenne, werde ich wieder sehr nervös sein. Ich setze mich meist selbst sehr unter Druck. Klar, letztes Jahr spielt schon eine Rolle. Aber ich werde versuchen, normal zu springen wie bei den Meetings bisher auch.“

Der Wunsch, zur WM nach Berlin zu fahren, ist auf jeden Fall spürbar. Auch wenn es mehr ein Traum als ein konkretes Ziel in der Saisonplanung war. „Ich habe im Winter nicht mal daran gedacht. Es ist ein Traum. Wenn ich mir das vor der Saison als Ziel gesetzt hätte, hätte ich mich viel zu sehr unter Druck gesetzt. Aber Sommer, WM im eigenen Land – wer will da nicht hin?“, sprudelt es aus der 24-Jährigen heraus.

Beim Istaf vor wenigen Wochen in Berlin hat Kristina Gadschiew bereits erleben dürfen, wie es ist, ins volle Olympiastadion einzulaufen. „Das war einfach toll.“ Internationale Erfahrung hat sie bereits im März bei der Hallen-EM in Madrid gesammelt, wo sie Fünfte wurde. Die WM-Norm knackte sie dann beim Wettkampf in Regensburg mit neuer persönlicher Bestleistung von 4,55 Metern. Das ursprüngliche Ziel ist und bleibt die gerade begonnene Universiade in Belgrad, für die die Deutsche Hochschulmeisterin und Universiade- Zweite von 2007 in Bangkok bereits nominiert ist. Der Stabhochsprung- Wettkampf findet am kommenden Mittwoch, 8. Juli, statt. Doch daran, ihren zweiten Platz zu verteidigen, denkt Gadschiew noch nicht. „Die Veranstalter haben mir eine kleine Hürde gebaut. Die Qualifikation ist morgens um neun Uhr. Und da bin ich beim besten Willen noch nicht richtig munter und fit“, erzählt der Schützling von Bundestrainer Andrei Tivontchik. Deshalb sei es ihr erklärtes Ziel, überhaupt das Finale zu erreichen.

Doch zunächst muss Kristina Gadschiew erst einmal die DM in Ulm überstehen. Und das Schreckgespenst der knapp verpassten Nominierung vertreiben. Damit könnte sie sich auch nachträglich das schönste Geburtstagsgeschenk machen, denn heute wird die Hornbacherin 25 Jahre jung.

Kristina Gadschiew
Kristina Gadschiew vom LAZ Zweibrücken hat sich fest vorgenommen, am Samstag bei der Deutschen Meisterschaft alle Zweifel an einem WM-Start in Berlin zu beseitigen. Foto: pma