Weinheim. Marlom Odom ist in der Pfalz noch gut bekannt. Schließlich startete er einige Jahre für das LAZ Zweibrücken als Hürdenläufer. Mittlerweile ist er Trainer, unter anderem von Gregor Traber, dem derzeit besten männlichen deutschen Hürdenläufer. Traber fehlte gestern zwar bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim (Schonung nach Leistenproblemen), Odom war trotzdem da. Vor dem Finale über 100 Meter Hürden der Frauen prophezeite er: „Pam läuft jetzt eine 12,60er Zeit.“

Mit Pam meinte er Pamela Dutkiewicz vom TV Wattenscheid, die schon vergangene Woche in Flieden mit 12,84 Sekunden in die Saison gestartet war und sich in Weinheim im Vorlauf auf 12,76 Sekunden verbesserte. Im Endlauf lief die 25-Jährige 12,61 Sekunden und war etwas fassungslos: „Ich kann das noch gar nicht glauben. Es ist verrückt, was in meinem Körper steckt“, sagte sie: „Jetzt habe ich meine Bestzeit innerhalb kurzer Zeit um fast eine Viertelsekunde verbessert.“ Zudem lief sie auf Rang elf der ewigen deutschen Bestenliste.

Dutkiewicz galt lange als talentierte Athletin, die den Durchbruch in Richtung Weltspitze einfach nicht schaffen wollte. Hinzu kamen bis Ende 2015 immer wieder Verletzungen. Dann stellte sie ihre Ernährung um. Das half ihr körperlich und seelisch. Vorher hat sie sich oft zu viele Gedanken gemacht, wie andere ihren Körper sehen – Sprinterinnen sind ja im Rennen eher leicht bekleidet. Sie hat im März darüber in einem bemerkenswerten Internetbeitrag sehr offen darüber berichtet. Schon die Hallensaison lief mit dem deutschen Meistertitel und EM-Bronze überragend. „Nun geht es einfach so weiter“, frohlockte Dutkiewicz.

Ebenfalls frohlocken konnte Ricarda Lobe. Die gebürtige Landauerin von der MTG Mannheim blieb in 12,91 Sekunden erstmals unter der 13-Sekunden-Marke und unterbot auch die WM-Norm (12,98). „Besser kann man sich einen Saisoneinstieg nicht vorstellen“, sagte die 23-Jährige, die nun im Rennen um ein Ticket für London dabei ist. Über die 100 Meter blieb Tatjana Pinto (LC Paderborn) unter der magischen Elf-Sekunden-Marke – allerdings bei zu viel Rückenwind (2,6 Meter/Sekunde). Aber auch die 10,96 Sekunden waren ein Wort der deutschen Meisterin aus dem Vorjahr, die sich vor Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar/11,02) durchsetzte.

„Natürlich will ich die 11,0 Sekunden auch mal bei regulären Bedingungen unterbieten, aber dafür muss alles passen“, sagte Pinto, deren Bestzeit bei 11,0 Sekunden steht. Über 200 m siegte dann Mayer, die in Mannheim trainiert, und blieb in 22,64 Sekunden unter der WM-Norm.

Den Weitsprung der Frauen gewann Alexandra Wester (ASV Köln) mit 6,75 Metern und knackte damit ein zweites Mal die WM-Norm. Bei den Männern war der Südafrikaner Godfrey Mokoena (8,19 Meter) erfolgreich, der vor dem gebürtigen Mannheimer Julian Howard (LG Region Karlsruhe) mit 8,11 Metern gewann.