Am Tag der Eröffnungsfeier gingen wir es erstmal etwas ruhiger an. Nach den Infos zum Tag, durfte jeder bis 15:00 Uhr machen was er wollte. So entspannten wir uns auf den Zimmern bevor wir in kleinen Gruppen an die Copacabana fuhren. Dort gibt’s einen großen Fan-Shop zu Rio in dem wir ein wenig stöberten. Plötzlich ertönten von draußen Gesänge, Trillerpfeifen und Trommeln. Erst dachte ich, dass es vielleicht eine Parade zur Eröffnungsfeier war, erkannte aber recht schnell, dass es eine Demonstration gegen die Spiele war. Wir wurden vor Demos und Protesten im Vorfeld gewarnt, da sie recht schnell ausarten können, deshalb war mir doch recht mulmig dabei daran vorbei zu laufen. Ich kann die Gründe durchaus nachvollziehen, weshalb die Menschen hier gegen die Spiele sind, aber ich finde sie bringen einer Stadt auch einiges an Verbesserungen und Ansehen.

Jedenfalls liefen wir im Eiltempo an der Demo vorbei, weil wir unter anderem auch noch spät dran waren, um rechtzeitig an der Metrostation General Osório unserem Treffpunkt zu sein. Von da aus gings zum Strand Ipanema an dem ein deutsches Zelt mit einem großen Bildschirm zum Public Viewing aufgebaut war. Ein wenig dauerte es noch, dafür freundete ich mich in der Zwischenzeit mit zwei Brasilianerinnen an, was zu Sambaunterricht am Strand führte. In der Gruppe auf Handtüchern und den Zehen im Sand vergraben, verfolgten wir gegen 20:00 Uhr den offiziellen Beginn unserer olympischen Sommmerspiele! Die Brasilianer um uns herum feierten ebenso mit viel Leidenschaft – nur wenn das IOC gezeigt wurde, begannen sie laut zu buhen. Wir blieben bis zur Entzündung bevor es nach Hause ging.

Nach nur vier Stunden Schlaf begann für mich schon erste Wettkampf der Spiele mit der Qualifikation der Männer im Turnen. Zuvor fuhren wir zu dritt eineinhalb Stunden durch die ganze Stadt, bis wir uns im Parque Olimpico vor einer fast zwei Kilometer langen Schlange wiederfanden. (Manchmal habe ich hier das Gefühl, dass die Brasilianer das Anstehen lieben!) Zum Glück schafften wir es uns vorne hinein zu mogeln und saßen recht bald im Turnstadion. Es war spannend das Gerät zu sehen auf das ich gerade Lust hatte und nicht auf Kameras angewiesen zu sein. Die Brasilianer feierten ihre Athleten aber die Japaner waren am Ende doch einen Tick besser.

Abends ging es dann wieder mit der gesamten Gruppe ins Olympia-Stadion in dem Fußball der Frauen lief. Beim ersten Spiel – Südafrika gegen China (0:2) – war es noch fast leer. Aber sobald die Brasilianerinnen gegen die Schwedinnen spielten, platzte das Stadion. An sich war es wirklich ein spannendes Spiel und zuvor habe ich mich mit den Brasilianern mit gefreut und gefeiert – als sie jedoch begannen die Schwedinnen auszubuhen, sobald sie nur den Ball hatten verging mir leider die Lust. Bei Olympia sollte man meiner Meinung nach zumindest so fair bleiben, dass man alle Athleten unterstützt und ihre Leistungen würdigt. Auch wenn man die eigenen gerne ein wenig mehr anfeuert.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
05.–21.08.2016 Olympische Sommerspiele 2016 Rio de Janeiro (Brasilien)