Leichtathletik: Hofenfels-Gymnasium und LAZ unterzeichnen heute den Vertrag

Leistungssport und Schule unter einen Hut zu bringen, das beabsichtigt der Kooperationsvertrag des Hofenfels- Gymnasiums in Zweibrücken mit dem LAZ Zweibrücken. Unter dem Titel „Partnerschule des Sports“ wird in einer zweijährigen Versuchsphase das Zusammenspiel geprobt.

Zweibrücken. Manchmal dauert es etwas länger, bis Wünsche in Erfüllung gehen. Doch nun bahnt sich in Zweibrücken etwas an, was der verstorbene Vorsitzende des Leichtathletikzentrums (LAZ), Professor Dieter Kruber, schon immer angestrebt hatte. Eine Sportklasse in einem Zweibrücker Gymnasium. Zumindest die Anfänge werden am heutigen Donnerstag realisiert. Neben dem LAZ Zweibrücken arbeiten der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) und das Bildungsministerium künftig mit der Schule eng zusammen. Was auf dem Papier offiziell besiegelt wird, läuft in der Praxis bereits seit den Herbstferien. Unter dem hauptamtlichen LAZ-Trainer Matthias Brockelt werden rund 15 Schülern der siebten Klassen des HFG in der Dieter-Kruber- Halle zwei zusätzliche Sportstunden angeboten. Ziel dieser Maßnahme ist es, „spielerisch und funktionstechnisch Leichtathletik anzubieten“, wie es der LAZ-Vorsitzende Josef Scheer umschreibt. Doch das Ziel der Kooperationspartner bestehet darin, „Schule und Leistungssport miteinander zu verzahnen“, formulierte der Vizepräsident Leistungssport im LSB, Ulrich Klaus, den Ansatz. Da bietet sich das HFG geradezu an, da es „die Sportzone“, wie es Scheer formulierte vor der Haustür hat. Dazu zählt Scheer vordergründig das Westpfalzstadion mit der Leichtathletikhalle und erweitert den Kreis noch um das Hallenbad bis hin zum Landgestüt. Die Idee wurde vor rund einem dreiviertel Jahr geboren, als Steffen Oberst, Leiter des Olympiastützpunktes Rheinland- Pfalz/Saarland (OSP) das LAZ besuchte. Dabei stattete Scheer seiner früheren Schule mit dem OSP-Leiter einen Besuch. Als sie im Zimmer des Schulleiters des HFG, Werner Schuff, standen, sinnierten die drei darüber, dass diese räumliche Nähe zur Sportzone genutzt werden müsste. Dabei sollte die Leichtathletik eine dominierende Rolle spielen. Die Kooperation zwischen HFG und LAZ war damit gedanklich besiegelt. „Die Vorteile liegen auf der Hand. Beide Partner können aus dem Modell ihren Nutzen ziehen“, erklärt Scheer. „Wir bieten den Schülern ab der siebten bis zur zehnten Klasse zusätzlich zwei kostenlose Sportstunden an, und das LAZ hat die Möglichkeit, Bundeskaderathleten, die nach Zweibrücken wollen, am Gymnasium unterzubringen.“ Deshalb freut sich der HFGDirektor Schuff, dass die Schule erstmals in diesem Schuljahr einen Leistungskurs Sport anbieten kann. „15 Schüler unserer Schule und zehn des Helmholtz- Gymnasiums betreiben Leichtathletik als Schwerpunkt.“ Für Ulrich Klaus vom LSB ist „die Partnerschule des Sports“ eine sinnvolle Erweiterung des Projekts der flächendeckenden Kooperationen „Sport in Schulen und Verein“. Während sie mehr den breitensportlichen Bereich bearbeiten, soll in den Partnerschulen die „leistungssportliche Komponente“ Vorrang haben. Der Sinn liege darin, „eine duale Karriere zu verwirklichen“ (Klaus). Schule und Sport sollten unter einen Hut gebracht werden, wobei die Schule besser auf die Bedürfnisse der Leistungssportler bei Lehrgängen oder Trainingslagern reagieren könne. Nun gelte es die zweijährige Versuchsphase abzuwarten. Doch HFG-Leiter Schuff denkt bereits weiter und will schon im kommenden Schuljahr eine reine Sportklasse anbieten. Im März soll dazu eine Informationsveranstaltung stattfinden. Eine Sportklasse hätte gegenüber dem derzeitigen Modell, in das alle 7er Klassen einbezogen sind, den Vorteil einer Konzentration auf eine Klasse. „Das würde die Planungen erleichtern“ (Schuff ) Doch Josef Scheer ist zunächst einmal über die derzeitige Entwicklung zufrieden. Vor allem die Begeisterung der Schüler, wie die Zweibrücker Hanne Kauscher, Jonas Weichel oder Felix Schieler aus Bechhofen in den zusätzlichen Sportstunden hat es ihm angetan. „Dies ist gleichzeitig eine zusätzliche Talentsichtung des LAZ Zweibrücken.“

Hintergrund

Die Partnerschule des Sports“ ist eine Weiterentwicklung des Projekts „Sport in Schulen und Verein“ und ein Vorläufer der „Sportbetonten Schule“. Kennzeichen ist ein eigener Sportzweig, mit einer rein aus Sportlern bestehenden Klasse. Die Krönung ist die „Eliteschule des Sports“ mit einem eigenen Profil für hochbegabte Leistungssportler. In Rheinland- Pfalz haben das Gymnasium auf der Karthause in Koblenz und das Heinrich- Heine-Gymnasium in Kaiserslautern diesen Status.