Weltrekordler David Rudisha über 800 Meter und Nicholas Bett über 400 Meter Hürden haben Kenia die dritte und vierte Goldmedaille in Peking beschert. Die Äthiopierin Genzebe Dibaba hat ganz souverän die 1500 Meter gewonnen – ein afrikanischer Dienstag in Peking.

Nach seinem Olympiasieg in London in der Weltrekordzeit von 1:40,91 Sekunden musste er bei der WM in Moskau 2013 wegen einer Knieverletzung passen: Nach Peking kam David Rudisha nur als Achtschnellster der Welt, aber im „Vogelnest“ trumpfte er in gewohnter Manier auf.

In einem „Bummelrennen“, das taktisch bestimmt war und in dem es 250 Meter vor Schluss richtig zur Sache ging. Rudisha (26) machte das Ding in 1:45,84 Minuten von vorne, Europameister Adam Kszczot (25) aus Polen hielt das hohe Schlusstempo mit, Amel Tuka (Bosnien-Herzegowina) überspurtete im Finish noch den zweiten Kenianer Ferguson Rotich. Es gab schon spektakulärere 800-m WM-Rennen. Rudisha gestand Probleme mit seiner Endgeschwindigkeit in dieser Saison ein. „Aber als ich nach Peking kam, spürte ich, dass ich sie gelöst habe, und ich wusste, dass ich gewinnen werde, egal, ob das Rennen schnell oder langsam ist.“

Einen Kenianer weisen die WM Annalen über 400 Meter Hürden noch nicht aus. Da musste schon Nicholas Bett aufstehen und in 47,79 Sekunden Weltjahresbestleistung laufen, um Denis Kudryavtsev aus Russland und den Jeffery Gibson (Bahamas), die beide in 48,05 und 48,17 Sekunden Landesrekorde aufstellten, in Schach zu halten. Der Russe holte am vierten WM-Tag die erste Medaille für sein dopinggebeuteltes Land. Der 23-jährige Bett stieg in Peking auf wie Phönix aus der Asche, und das, nachdem er im Halbfinale einen katastrophalen Schrittfehler zwischen den Hürden gemacht hatte.

An Genzebe Dibaba, der jüngsten der erfolgreichen Dibaba-Schwestern aus Äthiopien, führte gestern erwartungsgemäß kein Weg über 1500 Meer vorbei. In Monaco hatte sie vor wenigen Wochen den 22 Jahre alten Weltrekord der Chinesin Qu Yuncia gebrochen, als sie 3:50,07 Minuten lief. Eine solche Zeit ist in einem Titelrennen natürlich nicht zu erwarten. Aber sie bewies dann nach ersten 700 gemächlichen Metern, wer auf dieser Strecke zurzeit den Ton angibt. Von vorne lief sie das Rennen, Faith Kipyegon(Kenia) und Sifan Hassan(Niederlande) hatten keine Chancen.

Ihre Schwester Tirunesh hatte vor sieben Jahren Gold über 5000 und 10.000 Meter gewonnen, daran erinnerte sich Genzebe Dibabah. „Ich wollte ihr nacheifern, und es war für mich überhaupt kein Problem, weil ich jede meine Konkurrentinnen in und auswendig kannte. Die letzten 400 Meter fielen mir leicht“, sagte die 24-Jährige, die auch die Hallenweltrekorde über 5000 Meter und über 3000 Meter hält. „Ja, Genzebe ist einfach zu schnell auf der Zielgeraden, deshalb ist Silber für mich wie ein Sieg“, sagte die Kenianerin Kipyegon relativ gelassen. Und die frühere Landsfrau von Dibaba, die 22 Jahre alte Sifan Hassan, die seit knapp zwei Jahren Niederländerin ist, hätte sich ein schnelleres Rennen gewünscht. „Aber so wurde meine Taktik total auf den Kopf gestellt“, monierte sie.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
22.–30.08.2015 Weltmeisterschaften 2015 Peking (China)