Zweibrücken. Klein, aber fein ist am Wochenende die Starterliste des LAZ Zweibrücken bei den deutschen U23-Meisterschaften in Wetzlar. Neben der großen Favoritin im Speerwurf, Christin Hussong, startet Sprinterin Sina Mayer über die 100 und die 200-Meter-Strecke.

„Sie ist gut drauf“, sagt Sprinttrainer Karl-Heinz Werle vom LAZ Zweibrücken über seinen Schützling. „Ich erwarte schon, dass Sina über die 100 und 200 Meter die Normen für die deutsche Meisterschaft der Aktiven vom 24. bis 26. Juli in Nürnberg schafft“, formuliert er beider Ansprüche für die U23-DM in Wetzlar. Heute Nachmittag sollte die Sprinterin aus Schönenberg-Kübelberg über 100 Meter die 11,90 Sekunden knacken, morgen über 200 Meter 24,55 Sekunden laufen. „Das kann sie schaffen“, glaubt Werle, „wenn alles gut läuft, ist auch eine Endlaufteilnahme drin. Am ehesten wohl über 100 Meter“.

„Gut in Schuss“, so beschreibt Werle zurzeit den Zustand seiner Läuferin, das unterschreibt sie getrost auch selbst. Zuletzt war sie bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim an der DM-Norm über 100 Meter nur hauchdünn vorbeigeschrammt. Bei 11,88 Sekunden war die Messung zunächst stehen geblieben, nach Kontrolle des Zielfotos aber auf 11,91 Sekunden korrigiert worden. Ein bisschen ärgerlich sei das gewesen,meint die 20-Jährige, die zuvor schon bei einigen Wettkämpfen an den Start gegangen war. Heute soll’s besser laufen, um 17.55 Uhr steigt der Zwischenlauf, das mögliche Finale um 19.05 Uhr. „Ich bin positiv gestimmt“, sagt sie lächelnd. Am Sonntagmorgen muss sie früher ran: Um 11.20 Uhr starten die Vorläufe über 200 Meter; ab 14.45 Uhr das A- und B-Finale.

Mayers Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim LAZ Zweibrücken endet im Juli. Zwei Kindergruppen hat sie über das Jahr betreut, hat Vorstandsmitglied Alexander Vieweg viel beim Organisieren des Hallenstürmer und jetzt die Himmelsstürmer-Cups geholfen. „Alex hat mich auch oft zu Marketing-Terminen bei Sponsoren mitgenommen“, verdeutlicht sie, dass sie in dem Jahr viel über vereinsinterne Abläufe gelernt hat. Im Herbst soll sich ans FSJ ein dreijähriges, duales Studium in Gesundheitsmanagement in Saarbrücken anschließen. Dabei will sie neben dem Studium Einblicke in ein Fitness-Studio gewinnen.

LAZ-Stabhochspringerin Salome Schlemer aus Bayern, die an der Fachhochschule in Zweibrücken studiert und seit einem Jahr unter Helmut Kruber trainiert, verzichtet auf einen Start bei in der U23-DM-Konkurrenz. Sie wird stattdessen heute im Nachwuchsfeld beim HimmelsstürmerCup springen. (sai)

Drei Fragen an...

Frau Hussong, am Montag haben Sie bei einem internationalen Meeting in Prag unter anderem gegen Barbora Spotakova geworfen und sind mit 60,96 m Vierte geworden. Wie lautet Ihr Fazit?

Am Anfang war das Teilnehmerfeld in Prag gar nicht so extrem gut. Dann sind immer mehr gute Werferinnen dazugekommen. Da hab’ ich mir gesagt: Christin, reiß dich zusammen. Die 60,96 Meter im ersten Versuch waren ein gutes Zeichen. Ich hab’ gesehen, dass ich mit der Spitze mithalten kann, das baut einen schon auf.

Das Meeting in Prag war Ihr erster Wettkampf ganz ohne begleitenden Trainer. Wie war das?

Ungewohnt, aber ganz cool. Ich musste mich selbst um alles kümmern. Das war richtig gut, um Erfahrungen zu sammeln. Ich werde ja sicher nicht zum letzen Mal alleine unterwegs sein. Und am Dienstag hatte ich sogar noch ein bisschen Zeit, mir die Prager Innenstadt anzuschauen.

60,96 Meter war exakt die Weite von Halle Mitte Mai, 54 Zentimeter unter der WM-Norm für Peking. Klappt’s mit der Norm morgen?

Ein Zentimeter weiter mit neuer Saisonbestleistungwäre natürlich schön gewesen. Ich wäre auch froh, wenn ich die Norm endlich abhaken könnte, um auch ganz legitimiert einen der vier deutschen WM-Plätze zu haben. In Wetzlar möchte ich gerne 60, 61 Meter werfen – auch um ein Zeichen vor der U23-EM in Tallinn zu setzen.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
13.–14.06.2015 Deutsche U23 Meisterschaften 2015 Wetzlar (Deutschland)