Leverkusen. Sina Mayer hat sich ihren großen Traum erfüllt. Bei den deutschen U23-Meisterschaften lief die 22-Jährige am Samstag im 100-Meter-Finale zu Silber. „Es ist meine erste Medaille bei deutschen Meisterschaften, von daher bin ich einfach nur glücklich“, sprudelte es anschließend aus der Sprinterin vom LAZ Zweibrücken heraus. Bereits im Vorund im Zwischenlauf hatte Mayer deutlich gemacht, dass in Leverkusen mit ihr zu rechnen ist. In 11,74 und 11,70 Sekunden lief sie jeweils souverän als Erste ins Ziel und konnte sogar etwas Kraft für den Endlauf sparen.

„Leider habe ich im Finale dann den Beginn ziemlich verpatzt. Die Beschleunigung war nicht gut.“ Nach wenigen Metern war das Rennen entschieden. „Gold habe ich schon beim Start verloren. Hinten raus war der Lauf eigentlich ganz okay“, zeigte sich Mayer aber nicht allzu zerknirscht. Zumal sich schließlich doch der Kräfteverschleiß bemerkbar gemacht hatte. „Seit langer Zeit habe ich mal wieder drei Läufe an einem Tag bestritten, das habe ich im Finale dann schon gespürt.“ Dennoch sprang noch einmal eine Topzeit heraus – 11,58 Sekunden leuchteten auf der Anzeigetafel auf.

Eine allerdings war in Leverkusen noch schneller als Mayer: Die erst 17-jährige Keshia Kwadwo (TV Wattenscheid 01) ärgerte die deutlich älteren Sprinterinnen und schnappte sich in 11,42 Sekunden den U23-Titel. Mayer war trotzdem zufrieden: „Keshia hat verdient gewonnen. Aber ich freue mich riesig über die Silbermedaille.“ Schließlich konnte die Sprinterin vom LAZ Zweibrücken fast ein Jahr lang keine Wettkämpfe bestreiten. Eine Fußverletzung hatte die 22-Jährige außer Gefecht gesetzt. Auch auf die Hallensaison hatte sie verzichtet, um sich langfristig auf den Sommer vorzubereiten. Diese Geduld zahlte sich aus. Vor einer Woche verbesserte sich Sina Mayer in Regensburg bei optimalen Bedingungen gleich um 26 Hundertstel auf 11,25 Sekunden. „Das war von vorn bis hinten das perfekte Rennen. Da war ich richtig im Flow“, sagte die Pfälzerin, die derzeit vor Selbstvertrauen strotzt. „Die 11,25 Sekunden stärken mich enorm. Momentan fühlt es sich einfach gut an, wenn ich laufe.“

An ihrer Bestmarke will sich Sina Mayer aber nicht messen lassen. „In Regensburg hatte ich top Bedingungen (1,9 m/sec Rückenwind). Im Ziel war ich selbst total überrascht von der Zeit. Aber solche Bedingungen hat man hat nicht immer.“ Eine Zeit unter 11,50 Sekunden hatte sie für die U23-DM angepeilt. Dazu reichte es bei leichtem Gegenwind nicht ganz. Im Duell um Platz zwei setzte sich Mayer gegen Lokalmatadorin Jennifer Montag (11,63 sec) durch, die wie Kwadwo noch der U20-Klasse angehört. Damit verpasste die Zweibrückerin zwar die U23-EM-Norm in Polen um drei Hundertstel, doch diese hatte sie bereits im Vorfeld erfüllt. „Bydgoszcz wird mein erster Einzelstart bei einer internationalen Meisterschaft, darum freue ich mich umso mehr. Vielleicht kann’s da Richtung Endlauf gehen“, sagte Sina Mayer. Vorher sind aber noch einige andere Meeting-Starts geplant. Unter anderem läuft Mayer Anfang Juli in Mannheim mit der deutschen U23-Staffel bei der Bauhaus Junioren-Gala.

Ein starkes Debüt im Feld der U23-Athleten lieferte am Sonntag auch LAZ-Sprinter Jonas Klein ab. Zwar verpasste der 18-Jährige in seinem Vorlauf den Einzug in die Finalläufe über 200 Meter, konnte aber erneut seine persönliche Bestzeit steigern – um eine Hundertstel auf 22,10 Sekunden. „Ich bin auf der Bahn neben Roger Gurski (200-Meter-Sieger in 20,89 sec, Anm. d. Red.) gelaufen, was allein schon ein Erlebnis für sich war. Die Bedingungen waren gut, ich hab’ mich richtig stark gefühlt und bin dann neue Bestleistung gelaufen. Leider hat es heute noch nicht mit der 21er-Zeit geklappt, aber ich bin guter Dinge, dass das die Saison noch passieren wird. Leider ist hier der Kurvenradius äußerst eng, was nicht optimal ist und die andern Läufe hatten teilweise recht starken Rückenwind, was in meinem Lauf bisschen ausblieb. Mit meiner Platzierung im Mittelfeld im älteren Jahrgang bin ich mega zufrieden“, fand Klein seine ersten U23-Titelkämpfe „unbeschreiblich“.

Nicht mit der Medaillenvergabe hatte Hanna Luxenburger im Hammerwurf der Frauen zu tun. Mit 48,21 Metern erzielte die 21-jährige LAZ-Athletin aber eine neue Bestmarke und landete auf Platz sechs.

Nicolas Dietz musste gestern Nachmittag schon früh wieder seine Stäbe einpacken. Der LAZ-Stabhochspringer hatte sich platt gefühlt und nicht in den Wettkampf gefunden. „Das Gefühl hat gefehlt“, meinte der Bottenbacher nach drei ungültigen Versuchen über seine Anfangshöhe von 5,00 Metern.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
17.–18.06.2017 Deutsche U23 Meisterschaften 2017 Leverkusen (Deutschland)