Zweibrücken. Ob gestern wieder ein leichtathletischer Überflieger unter den 82 sieben- bis elfjährigen Kindern war, die beim Talentcup des Leichtathletikzentrums zweieinhalb Stunden Spaß an der Bewegung hatten? Das wird die Zeit zeigen. Die besten Nachwuchsathleten dürfen sich jedenfalls demnächst noch einmal im Training des LAZ zeigen. Und vielleicht sind dann welche dabei, die in die Fußstapfen von Raphael Holzdeppe, Anna Felzmann oder Till Wöschler treten, die beim Talenteschaulaufen entdeckt worden sind.

LAZ-Wurftrainer Udo Hussong beobachtete gestern aufmerksam, wie die Kinder die gelben Bälle in Richtung einer aufgehängten Plane warfen. In gut 15 Metern Entfernung hing in 7,5 Metern Höhe die Zahl drei. Einige Kinder trafen in dieses Feld, einer warf sogar darüber. „Es geht nicht darum, dass sie ganz nach oben werfen“, bemerkte der Trainer, „ausschlaggebend ist, wie sie werfen, welcher Druck dahinter ist“, fügte er an. „Da sind welche dabei, die spielen Handball“, mutmaßte er anhand von Wurftechnik und Kraft und machte sich Notizen.

Ob ein Kind Wurftalent hat, sehe man bereits im Alter von fünf Jahren, erklärte Hussong. Eine Spezialisierung auf eine Wurfdisziplin folgt dann aber frühestens im Alter von 15 oder 16 Jahren. Vorher sollten die Kinder ihre Vielseitigkeit im Mehrkampf trainieren. Hussong kennt auch eine Erfolgsformel für den Nachwuchs: „Kinder müssen Spaß haben und die Eltern müssen dahinter stehen“, bemerkte er.

Die 82 Kinder aus sieben Schulen – neben dem Helmholtz- und dem Hofenfelsgymnasium waren die mit 28 Kindern teilnehmerstärkste Hieronymus-Bock-Schule Hornbach, die Grundschule Bechhofen, die Zweibrücker Hilgardschule, Pestalozzischule und Albert-Schweitzer- Schule vertreten – hatten Spaß, an den einzelnen Stationen – 20-Meter- Sprint, Medizinball-Weitwurf, Zielwurf, Froschhüpfen und 1000-Meter- Crosslauf – und hinterher beim Toben auf den weichen Hochsprungmatten. Viele Kinder waren sportlich vorbelastet: Fußballer in ihren Lahm-, Götze-, Reus-, Podolski- oder Bale-Trikots, Turnerinnen in ihrer Vereinskleidung, Voltigiererinnen, Reiterinnen oder Fußballerinnen und junge Handballer.

Es hätten gestern ein paar Nachwuchssportler mehr sein dürfen. „Zwei Schulen haben uns abgesagt“, sagte Sina Mayer. Bei der LAZ-Sprinterin , die trotzdem zufrieden mit dem Verlauf war, liefen die Organisationsfäden zusammen. Von den Leistungen der Kinder bekam sie nur wenig mit. „Vereinzelt, wenn man mal an einer Station steht“, habe sie genauer hingeschaut. „Karl-Heinz Werle und Andrei Tivontchik haben aber fleißig geschrieben“, sagte sie mit Blick auf die Trainer. Ein Junge dürfte sich in mehreren Notizblöcken wiederfinden: Adrian Berger von der Grundschule Bechhofen. Der Zehnjährige sammelte 4040 Punkte und hatten einen Vorsprung von 820 Zählern auf den Zweitplatzierten. Mit 7,20 Metern schaffte er den besten Sprung aller Teilnehmer, im Schocken, dem Medizinballweitwurf, kam er auf 9,10 Meter, die zweitbeste Weite aller Teilnehmer.

Die Kinder genossen es, unter den Augen von Stars wie Christin Hussong, deutsche Meisterin im Speerwurf, der ehemaligen deutschen Hallenmeisterin im Stabhochsprung, Kristina Gadschiew, die am Hofenfels Sport unterrichtet, oder der Spitzensprinterin Sina Mayer ihre Fähigkeiten zu zeigen. „Die wissen schon, wer wir sind. Im Flur hängen unsere Bilder, die gucken schon genau“, sagte Mayer. Wie die LAZ-Trainer auch.

Zugehörige Wettkämpfe

Datum Name Ort
18.11.2016 Talent-Cup 2016 Zweibrücken (Deutschland)