Zweibrücken. Speerwerfer Till Wöschler aus Zweibrücken stellt seine Sportgeräte in die Ecke: Anhaltende Verletzungsprobleme zwingen den 25-jährigen Sportler des TSV Bayer 04 Leverkusen zu diesem Schritt. Zuletzt hatte ein Rippenbruch einen erneuten Comeback-Versuch ausgebremst.

Als sich der U20-Weltmeister von 2010 und U23-Europameister von 2011 (Bestweite: 84,38 Meter) Ende Juli im Training beim Stemmschritt die Rippe anknackste, dachte Wöschler gleich: „Das war’s jetzt!“ Noch im Winter hatte er sich in Leverkusen unter Trainer Helge Zöllkau nach einer schwierigen Ellbogen-Operation durchs Aufbautraining zurückgekämpft. Doch im Mai bremste ihn erst eine hartnäckige Adduktoren-Verletzung aus, dann kam die Rippe dazu – so wie in den vergangenen fünf Jahren immer wieder eine Verletzung aufbrach.

Nur für das große Ziel Olympia hatte es Wöschler 2016 überhaupt noch mal versucht. „Mein Vertrag in Leverkusen lief jetzt sowieso aus. Es würde mich unheimlich viel Kraft kosten, an das hohe Niveau der anderen Deutschen noch mal ranzukommen. Und wer sagt mir denn, dass ich gesund weitermachen könnte?“, begründet Wöschler sein Karriere-Ende.

Während sich die Kollegen auf die EM und auf Olympia vorbereiteten, reifte in dem Studenten der Deutschen Sporthochschule in Köln der Entschluss, die Speere endgültig in die Ecke zu stellen. Ende Februar endet für den Stabsunteroffizier der Bundeswehr auch seine Zeit bei der Sportfördergruppe in Mainz. Dafür will er sich dann intensiv seiner Bachelor-Arbeit widmen. Ein neues sportliches Betätigungsfeld, bei dem er keine anhaltenden Schmerzen verspürt, hat Wöschler indes gefunden: Wie früher spielt er Handball beim SV 64 Zweibrücken – in der zweiten Mannschaft, aber auch schon mit Einsätzen in der Dritten Liga