Sportklassen-Projekt von LAZ und Hofenfelsgymnasium läuft weiter – Melanchtonheim als mögliches Sportler-Internat

Das LAZ Zweibrücken und das Hofenfelsgymnasium haben ihre Zusammenarbeit bei den Sportklassen fortgesetzt. Außerdem liegen dem LAZ mehrere Anfragen von Stabhochspringern aus anderen Ländern vor.

Zweibrücken. Es ist Donnerstag, kurz nach 13 Uhr. Nach und nach trudeln die Achtklässler des Hofenfelsgymnasiums (HFG) in der Dieter-Kruber-Halle ein. Ihr Unterricht ist für heute vorbei, doch noch immer sind sie etwas aufgedreht. „Ich lasse sie dann immer etwas spielen und rumtoben“, erzählt Matthias Brockelt. Der hauptamtliche Trainer des Leichtathletik-Zentrums (LAZ) Zweibrücken betreut die 25 Siebt- und Achtklässler des HFG an zwei Nachmittagen in der Woche in zwei zusätzlichen Sportstunden. Das Projekt zwischen LAZ und HFG gibt es seit dem vergangenen Schuljahr.

Die Schüler der Klassenstufe acht, die sich gerade an Standweitsprüngen in die Sandgrube versuchen, waren der erste Jahrgang. „Wir hatten so viel Spaß. Da wollten wir das auch in der achten Klasse weiter machen“, erzählt die 14-jährige Anna-Lena Neuner. Also gingen die Schüler gemeinsam zu Direktor Werner Schuff und baten um eine Verlängerung. LAZ und HFG planen, das Projekt durchgängig weiterzuführen. „Es soll in jedem Schuljahr eine Sportklasse ab Klassenstufe sieben geben“, sagte der LAZ-Vorsitzende Josef Scheer.

Die Sportklassen und die Kooperation mit dem HFG sind erste Schritte auf dem Weg zu einem ganz großen Ziel des LAZ: auf lange Sicht leistungsportorientierte Klassen und ein angeschlossenes Leichtathletik-Internat in Zweibrücken zu etablieren. Die Zusammenarbeit mit dem Hofenfelsgymnasium bietet sich an, immerhin liegt die Schule direkt neben der „Sportzone“ mit Westpfalzstadion und Dieter-Kruber-Halle. Das sich die Bemühungen des LAZ nicht nur auf den leistungssport begrenzen, zeigen die Sportklassen. „Wir haben sonst nur drei Stunden Sport pro Woche. Die zusätzlichen Sportstunden gehen als Plus in die Zeugnisnote ein, wenn man zum Beispiel auf Kippe steht“, erzählt Anna-Lena, die beim SC Stambach Fußball spielt. Obwohl sie eigentlich recht fit ist, hat sich ihre Sportnote durch das zusätzliche Training schon verbessert.

In zwei Jahren wird die erste Gruppe die zehnte Klasse erreicht haben. Dann würden rund 120 Schüler den Schwerpunkt Sport besuchen und beim LAZ trainieren. „Das Hofenfelsgymnasium verpflichtet sich im Gegenzug, den Leistungskurs Sport ständig zu machen“, erklärte der LAZ-Vorsitzende. Zudem habe sich die Schule bereit erklärt, dem LAZ zugewiesene Kader-Athleten bevorzugt zu behandeln. Schülern von außerhalb soll zudem die Möglichkeit geboten werden, im früheren Melanchtonheim ein Zimmer zu mieten. „Ich denke, nach einer Anlaufphase werden die Eltern verstärkt ihre Kinder zu uns schicken“, meint Scheer. Angelaufen ist das Projekt bereits. Seit diesem Schuljahr besucht eine Stabhochspringerin aus Österreich das HFG. Die Athletin trainiert beim LAZ und ist im ehemaligen Melanchtonheim untergebracht. Dieser Standort könnte als künftiges Internat dienen, hofft Scheer. Zudem liegen dem LAZ viele weitere Anfragen vor – fast ausschließlich von Stabhochspringern, die bei Andrei Tivontchik trainieren wollen.

Üben von Standweitsprung
Die Achtklässler des Hofenfelsgymnasiums üben im zusätzlichen Sportunterricht den Standweitsprung in die Grube. Foto: sad