Fußball-Weltmeister Erik Durm hat sie schon gewonnen, Weltklasse-Hockeyer Christian Mayerhöfer auch und Weltfußballerin Nadine Keßler ebenfalls: die RHEINPFALZ-Sportlerwahl. Die Leser vieler Lokalredaktionen wählen Sportler, Sportlerin und Mannschaft des Jahres ihrer Region. In Bad Dürkheim und Landau werden die Preise auf festlichen Bällen überreicht.

Seit 1990 beispielsweise können die Leser der Zweibrücker Rundschau ihre Sportler des Jahres küren. „In den 25 Jahren sind mehr als 40.000 Stimmen zusammengekommen“, berichtet Matthias Müller, Lokalsportredakteur in Zweibrücken. Nach wie vor beteiligten sich die Leser sehr engagiert an der Wahl, freut sich Müller. Während andere Lokalredaktionen eine Fachjury mitbestimmen lassen, entscheiden in Zweibrücken allein die Leser. „Manchmal kommen da schon ungewöhnliche Sachen raus“, erzählt Matthias Müller. So hat es Weltklasse-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe noch nicht geschafft, in seiner Heimatstadt Zweibrücken Sportler des Jahres zu werden – obwohl er bei den Olympischen Spielen in London 2012 Bronze und 2013 bei der WM in Moskau sogar den Titel holte. Wahlentscheidend sei, inwieweit es den Vereinen der Sportler gelinge, ihre Leute für die Wahl zu mobilisieren, erläutert Sportredakteur Müller. Dem Weltklasse-Stabhochspringer traut er noch so einiges zu: „Deutsche Meister, Welt- und Europameister haben wir in Zweibrücken alle schon ausgezeichnet. Bloß ein Olympiasieger fehlt uns noch. Da setze ich ein wenig auf den Raffi.“ 2012 wurde Holzdeppe von der RHEINPFALZ bereits zum Sportler des Jahrzehnts gekürt.

Bei der offiziellen Preisübergabe geht es in Zweibrücken immer feierlich zu – und niemals bierernst. So wettete der damalige Zweibrücker Verbandsbürgermeister Kurt Pirmann vor einigen Jahren mit RHEINPFALZ-Verleger Thomas Schaub, dass er mit dem Pferd zur nächsten Sportlerwahl vorreiten würde. Mit etwas Verspätung löste Pirmann sein Versprechen ein – und Schaub spendierte den Hafer fürs Pferd.

Der erste Sportler des Jahres wurde übrigens in Bad Dürkheim gekürt: 1987 auf einem Ball, der bis heute zu den großen gesellschaftlichen Ereignissen in der Kurstadt gehört. Den Anstoß für den Ball gab die damals neue Salierhalle, die ein einzelner Verein niemals hätte füllen können, wie sich Eva Klag-Ritz erinnert, die damals die Dürkheimer Lokalredaktion leitete. Daraufhin machte die RHEINPFALZ mit der Stadt und den örtlichen Vereinen gemeinsame Sache. Ein attraktives Showprogramm, eine Tombola für einen guten Zweck und natürlich die Preisverleihung für die Sportler – das sind bis heute die Zutaten für den Sportlerball, den es mittlerweile auch in Landau gibt. Obwohl bei den Bällen schon große Namen wie Xavier Naidoo, Max Greger oder Paul Kuhn aufgetreten sind, waren sie von Anfang an für jedermann gedacht: „Wir machen das für unsere Leser und für unsere Vereine“, betont Eva Klag-Ritz.