Hintergrund: Der Sportbund Pfalz hat gestern Abend im Deutschen Straßenmuseum in Germersheim seine Sportabzeichen-Jubilare und die Vereinsgewinner ausgezeichnet. Viel Beifall erntet Erich Lemke von der TSG Neustadt. Er ist am 1. Februar 90 Jahre alt geworden und hat 2016 zum 50. Mal die Sportabzeichenprüfung gemeistert. Die Volkmanns aus Ludwigshafen sind die Sportabzeichen-Familie des Jahres.

Germersheim. Dieter Noppenberger, der Präsident des Sportbundes Pfalz, mag blumige Worte. Im Deutschen Straßenmuseum in Germersheim sah er die Sportler „am Ende der Straße mit besonderen Ehrenzeichen“ dekoriert – dem Deutschen Sportabzeichen. Er sieht das „Deutsche Sportabzeichen stark gewandelt“. 2016 gab es in der Pfalz eine Steigerung um 2100 Absolventen. Insgesamt wurden 23.210 Sportabzeichen vergeben. „Wenn wir das 2017 toppen, dann besteht die Möglichkeit, einen neuen Rekord aufzustellen“, sagt der Präsident und würdigt die Arbeit der Prüfer. Sie sind Motoren. Der Frankenthaler Hans-Jürgen Mohr und Gerhard Wünstel aus Hauenstein seit einem halben Jahrhundert! Grandios!

Die Moderation übernahm Sportbund-Vize Walter Benz, der im „DalliDalli“-Tempo dafür sorgte, dass 75 Minuten früher als geplant zum Essen gebeten werden konnte. So sehr sich der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel auch sputete – er war erst beim unerwartet frühen Schlusswort Benz’ vor Ort. Der kündigte vier Pilotprojekte in der Pfalz an, um die Jugend für das Sportabzeichen zu mobilisieren, zu begeistern: „In den Schulen funktioniert es, in den Vereinen fehlt uns die Motivation.“ Noch ...

Herausragend: Erich Lemke von der TSG Neustadt legte zum 50. Mal das Goldene Sportabzeichen ab. Er feierte am 1. Februar seinen 90. Geburtstag und engagiert sich seit 48 Jahren als Prüfer. Und es geht weiter!

Zu der Erfolgsbilanz beigetragen hat ganz besonders die sechsköpfige Familie Volkmann, die das Sportabzeichen geschlossen bei der TG Oggersheim ablegte. „Meine Frau ist der Motivator“, verrät Vater Werner Volkmann, der zum 13. Mal das Goldene Sportabzeichen ablegte. Er arbeitet als Diplom-Ingenieur in der BASF und trimmt sich mit dem Rad schon auf dem Weg zur Arbeit.

Gattin Anita hat das Sportabzeichen bereits 15 mal abgelegt. Die Söhne Felix (Jahrgang 1988; 17 mal), Magnus (Jahrgang 1991; 16 mal) und Lars (Jahrgang 1995; 15 mal) sind längst auch schon „alte Hasen“ in Sachen Sportabzeichen. Ihre Schwester Emily (Jahrgang 2008) trug ihr Goldenes Sportabzeichen gestern Abend bei der Feierstunde stolz am Revers. Sie hat es bereits zum dritten Mal geschafft. „Unser Nachzügler, eine Überraschung“, sagt Werner Volkmann strahlend. „Rad, Hochsprung, 50 m Lauf, Schleuderball“, nennt er seine Vorlieben. Die Radprüfung meisterte er sonst beim großen Gewimmel in Hockenheim, heuer als Solist auf der Friesenheimer Radrennbahn.

„Ich weiß gar nicht mehr, wie es begonnen hat, wahrscheinlich durch euch“, sagt Anita Volkmann mit Blick auf Magnus, der in Kaiserslautern Maschinenbau studiert. Sein älterer Bruder Felix, jetzt Maschinenbauingenieur, und Lars, Student der Wirtschaftsinformatik in Reutlingen, nutzen gerne die Last-Minute-Angebote, für die Ulla Walter-Thiedig in Oggersheim ebenso wie der Ludwigshafener Sportdezernent Wolfgang van Vliet viel Lob ernten.

Da Emily bei der TG Oggersheim Leichtathletik betreibt, sie mit der Kleinen eh auf der Sportanlage ist, hat es sich für Anita Volkmann angeboten, das Sportabzeichentraining zu nutzen. „Es macht einfach Spaß“, sagt sie. „Das Sportabzeichen hat sich bei uns in der Familie so eingebürgert – und da machen wir es halt gerne weiter. Es geht ja nicht nur um den Sport. Gerade am Jahresende trifft man Leute wieder, die man lange nicht gesehen hat“, schildert Magnus Volkmann, der eigentlich als Schwimmer und Fechter bei der TG Oggersheim aktiv ist. Bei der Radprüfung auf dem Hockenheimring dabei zu sein, hat er einige Male geschafft: „Wenn ich Zeit habe, mach’ ich das gerne – ein cooles Erlebnis.“

Der Besuch in Germersheim – für Anita Volkmann ein Erlebnis. „Eine tolle Stadt, die uns überrascht hat. Da müssen wir noch mal hin.“ Ihr Lob wird Gert Müller, den Germersheimer Beigeordneten, freuen. Er warb für Germersheim als neuen touristischen Tipp.

Die Ehrungsliste

50 Jahre Sportabzeichen-Prüfer: Hans-Jürgen Mohr (Frankenthal), Gerhard Wünstel (Hauenstein)

50. Sportabzeichen: Willy Goger (Bad Dürkheim), Benedikt Sommer (Speyer), Karl Fücks (Edesheim), Johannes Ellenberger (Friedelsheim), Alwin Lutzi (Mehlingen), Erich Lemke (Neustadt), Horst Falk (Haßloch), Dr. Klaus Keuneke (Schifferstadt), Luzia Schlosser (Schifferstadt).

40. Sportabzeichen: Rolf Menke (Römerberg), Wilhelm Rinne (Wachenheim), Erika Müller-Kupferschmidt (Bad Dürkheim), Waltraud Ringenbach (Bad Dürkheim), Brigitte Butz (Schifferstadt), Erwin Gaschlaer (Enkenbach-Alsenborn), Elke Singer (Ludwigshafen), Helmut Sieper (Annweiler), Werner Betzer (Rheinzabern), Erik Lüddecke (Mutterstadt), Arnold Rosellen (Ludwigshafen), Hans Hoffmann (Ellerstadt), Waltraud Mayerhöfer (Speyer), Peter Giessel (Limburgerhof), Josef Gerendas (Neustadt), Traudl Keller (Bad Bergzabern), Theo Halama (Dirmstein), Frank Wagner (Rülzheim), Wolfgang Stepp (Zweibrücken).

Die erfolgreichsten Sportvereine: Gruppe 1 (bis 400 Mitglieder): 1. LC Frankenthal, 2. TTV 1981 Römerberg, 3. Leichtathletik- und Turnverein Bad Dürkheim

Gruppe 2 (401 bis 600 Mitglieder): 1. LAZ Zweibrücken, 2. SG Bruchweiler, 3. TV Weidenthal

Gruppe 3 (601 bis 900 Mitglieder): 1. LC Oberhaardt Edenkoben, 2. TV Schwegenheim, 3. SpVgg Neunkirchen Mehlingen-Baalborn

Gruppe 4 (ab 901 Mitglieder): 1. TSG Deidesheim, 2. TV Offenbach-Queich, 3. TV 1861 im ASV 1946 Landau